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Alles scharf von vorn bis hinten

Gehörst du auch zu den Menschen, die sich fragen, wie man in einem Foto alles von vorne bis hinten scharf bekommt? Du bist in allerbester Gesellschaft! In meinen Fotokursen merke ich immer wieder, dass dies offensichtlich eine größere Hürde darstellt, als es in Wirklichkeit sein müsste.

In diesem Artikel hatte ich schon die Kriterien für die Schärfentiefe genannt: Sensorgröße, Blende, Brennweite und Abstand. Wählst du die richtige Kombination aus all diesen Punkten, dann kann alles von vorne bis hinten scharf werden.

Alles von vorne bis hinten scharf – deine Kamera kann das!

In diesem Zusammenhang geistert auch immer wieder ein sperriger Begriff durch das Internet: Die hyperfokale Entfernung. Wenn du genau wissen willst, was dahinter steckt, dann lies bitte diesen Artikel bei Wikipedia. Bist du so wie ich, also eher praxisorientiert, dann spar dir die Wikipedia und lass mich dir erklären, wie es praktisch und einfach geht.

Was du brauchst für Fotos, die von vorne bis hinten alles scharf zeigen, ist

  • ein Weitwinkelobjektiv,
  • eine kleine Blende und
  • die Entfernungseinstellung auf den richtigen Abstand.

Doch schauen wir uns die Komponenten im Einzelnen an.

Die Brennweite

Nur Weitwinkel-Brennweiten haben von Haus aus eine große Schärfentiefe. Du wirst es also niemals schaffen, mit einem Tele alles von vorne bis hinten scharf zu bekommen!

Dabei kommt es auf einen Millimeter nicht an: Um die folgenden Brennweiten herum hast du schon praktisch alles von vorne bis hinten scharf. Denn wichtiger ist es, das Hauptmotiv komplett scharf abzubilden, als wirklich eine 100%ige Schärfentiefe von vorne bis hinten.

Stell dein Zoom also auf die folgende Werte:

  • Vollformat: 28 mm
  • APS-C: 18 mm
  • 4/3 Zoll: 14 mm
  • Kompaktkameras: 4 mm

Warum ich in diesem Artikel in verschiedene Kameras klassifiziere? Weil diese Kameras unterschiedlich große Sensoren besitzen. Und die bringen unterschiedlich viel Schärfentiefe mit: Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe.

(Aber du darfst jetzt auf keinen Fall daraus schließen, dass größere Sensoren schlechter sind. Für verschiedene Spielarten der Fotografie werden jeweils unterschiedliche Sensoren gewählt, weil sie dort ihre Stärken ausspielen.)

Um nun alles von vorne bisschen scharf zu bekommen, finde also zuerst heraus, welche Sensorgröße deine Kamera hat. Diese Angabe findest du in der Bedienungsanleitung unter den technischen Daten.

Und wie praktisch: Die o.g. Brennweiten sind gaaaaaaanz zufällig die weitwinkligsten Brennweiten an üblichen Kitobjektiven. Ein Schelm, wer dahinter keine Absicht der Hersteller vermutet. 🙂

Die Blende

Nur, wenn du deine Blende weit schließt, bekommst du viel Schärfentiefe. Mit kleinen Blenden (= großen Blendenwerten, z.B. Blende 16) erhälst du so die Möglichkeit, alles von vorne bis hinten scharf zu bekommen. Mit einer weit geöffneten Blende ist das niemals möglich!

Lies hier, welche Kameraautomatik dir Zugriff auf die Blende gestattet.

Verwende also als Faustregel die folgenden, genannten Blendenwerte. Auch hierbei willst du beachten, dass deine Sensorgröße darüber entscheidet, mit welcher Blende du fotografieren solltest. Denn die verschiedenen Sensoren  bringen von sich aus unterschiedlich große Schärfentiefe mit.

  • Vollformat: Blende 22
  • APS-C: Blende 16
  • 4/3 Zoll: Blende 11
  • Kompaktkameras: Blende 8

Übrigens willst du die Blende nicht weiter schließen, als die hier genannten Werte. Auch wenn du das an deiner Kamera einstellen kannst, sind weitere geschlossene Blenden gar nicht empfehlenswert. Denn wenn du über die oben genannten Werte hinausgehst, riskierst du Beugungsunschärfen und das gesamte Bild wird unscharf.

Scharfstellung

Um alles von vorne bis hinten scharf zu bekommen, kommt dem Punkt, auf den du scharf stellst, eine besondere Bedeutung zu. Die Schärfentiefe, die sich aus den oben genannten Kombinationen aus Sensor, Blende und Brennweite ergibt, musst du nun optimal im Motivraum platzieren. Und das tust du durch das Scharfstellen.

Platzierst du die Schärfentiefe zu weit vorne, “verschenkst” du die Anteile der Schärfentiefe, die nun hinter der Kamera liegen. Stellst du hingegen zu weit entfernt scharf, “verschenkst” du Teile der Schärfentiefe an die Unendlichkeit (weiter entfernt, als unendlich scharf zu stellen, macht wenig Sinn, oder?!).

Also wäre es wohl perfekt, wenn du irgendwo in der Mitte scharf stellst. Doch wo genau ist das?

Jetzt kommt die hyperfokale Entfernung ins Spiel – denken viele. Doch viel einfacher ist es hingegen, folgende Erfahrungswerte zu nutzen.

  • Vollformat: 1,30 m
  • APS-C: 1,30 m
  • 4/3 Zoll: 1,30 m
  • Kompaktkameras: 1,30 m

Wuuuuuusssss????! Spinnt der Kettermann jetzt? NEIN!!!

Es ist kein Scherz: Stell auf 1,30 m scharf und die Schärfentiefe beginnt bei ca. 60 cm und geht bis in die Unendlichkeit. Bei allen Sensorgrößen. Wirklich! 🙂

An praktisch jeder Kamera findest du diese Markierung. Sie zeigt die Ebene an, in der der Sensor eingebaut ist (aber natürlich mittiger, hinter dem Objektiv). Von hier an gemessen bei 1,30 m willst du scharfstellen, wenn alles von vorne bis hinten scharf werden soll.

Du glaubst mir nicht, dass das so einfach sein kann? Rechne nach: Im Netz gibt es massenhaft Schärfentiefe-Rechner (engl. DOF calculator), auch als App für dein Smartphone erhältlich (z.B. Digital DoF, deep focus, DOF Calculator). Einfach Sensor, Blende, Brennweite und Abstand eingeben und schon hast du die Schärfentiefe, die sich ergibt.

Alles von vorne bis hinten scharf? Ein Klacks für deine Kamera und eine Leichtigkeit für dich!!!

 

Wusstest du, das es so leicht sein kann, alles von vorne bis hinten scharf zu bekommen?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar, wenn ich dir helfen konnte. Warum? Ein Künstler braucht Applaus! Dein Kommentar motiviert mich zu weiteren Artikeln. Übrigens darfst du gerne ein Pseudonym statt deines echten Namens angeben. Und deine E-Mail-Adresse ist bei mir sicher und wird nicht an Dritte weiter gegeben.

Vielen Dank im Voraus. 🙂

53 Kommentare

  1. Brigitte Dürr

    Auch dieser Artikel – wie der gesamte Kurs – super interessant – Danke für diese ausführlichen Lernschritte!
    Ich habe Dich gerne weiter empfohlen!
    Grüße

  2. Bärbel

    Applaus !!!!

    Machst Du jetzt auch weiter 😉

    • Danke! 🙂
      Aber die alles entscheidende Frage ist doch, ob du jetzt weiter machen willst! Wie wäre es damit: In 6 Stunden bringe ich dir bei, was du wissen musst, um tolle Fotos zu machen. Du lernst ein einfaches, intuitiv und schnell einsetzbares System, mit dem du sicher jede Situation beherrscht und mit dem die meisten Profis arbeiten. Klingt das gut für dich? Dann buche doch eines meiner Fotokurs-
      Webinare
      .

  3. Brigitte Hermes

    Hallo Karsten,
    vielen Dank für deine tollen Tipps und Erklärungen! 🙂
    Grüße

  4. Natari

    Hallo Karsten,
    im Moment ist die Schärfe von Vorne bis Hinten mein größtes Problem beim fotografieren. Werde gleich durchstarten und deine Tipps ausprobieren ????

  5. jetzt kann ich durch starten. das habe ich doch in deinen kurs gehabt mit den 1,30meter auf der wiese mit dem baum

    • Dann hau rein! Nich immer nur Autos. 😉

  6. das Große V.

    Hallo, Karsten

    Ich bin heute Neuling auf deiner Seite – wie kann es denn also sein, dass ich diese nicht schon vor
    3 Jahren entdeckt habe? – so what.

    Gefunden habe ich diesen intelligenten Platz an Wort und Wissen und Humor, als ich nach Superweitwinkelobjektiven und deren Leistung recherchiert habe.

    Das ist von daher schön: Ich liebe die “Arbeit” mit dem SWW, besitze selbst ein 10 mm Walimex an einer Canon 70D. Dieses Objektiv ist hervorragend, sowohl Randschärfe und natürlich auch die generelle Schärfe passen. Es stimmt auch die Entfernungsskala am Objektiv, und selbst die sonstige Verarbeitung ist sehr hochwertig – alle möglichen Funktionen sind manuell zu bedienen, das gefällt mir.

    Angefangen, habe ich mit einer Canon 550 und einem Zoom von 18-135 mm. Beides blieb eineinhalb Jahre in meinem Besitz…
    Danach habe ich mir die Canon 70 D angeschafft, das hervorragende 40 mm-Pancake und das Walimex – mehr benötige ich nicht – Nahaufnahmen, mache ich übrigens mit einer Raynox Nahlinse, in Verbindung mit der 40 mm-Objektiv

    Dein E-Book, werde ich mir die Tage aufspielen….

    Gruß

    V.

    • Hi V.,
      du hast eine schön kleine Zubehörliste, das finde ich toll. Fotografie ist ohnehin immer das, was du in deinem Sucher hast, und nicht das, was in deiner Kameratasche liegt.
      Das gibt die die Möglichkeit, dich umso intensiver mit deinem Motiv zu beschäftigen, anstatt dich immer um deine Kamera kümmern zu müssen. Weiter so! 🙂
      der Karsten

  7. Daniel

    Hallo Karsten, vielen Dank für den Artikel. Etwas habe ich noch nicht so ganz verstanden: die Sache mit den 1,30m. Es mag vielleicht blöd klingen, aber wie stelle ich denn auf 1,30m scharf? Auf dem Objektiv steht es nicht. VG Daniel

    • Eine wirklich gute Frage, die ich so präzise noch nirgendwo hingeschrieben habe. 🙂

      Ganz einfach:
      1. Du wählst den perfekten Standpunkt aus und nimmst die Kamera an dein Auge.
      2. Du stellst den Ausschnitt mit der Brennweite am Zoom so ein, dass alles das mit auf’s Foto kommt, was du haben möchtest.
      3. Du suchst dir einen Punkt, der ca. 1,30 m entfernt vom Blitzschuh deiner Kamera entfernt ist (ich vereinfache mal, damit es praktischer wird). Es kommt nicht auf ein oder zwei Zentimeter an.
      4. Auf diesen Punkt stellst du scharf. Egal ob mit oder ohne Autofokus.
      5. Du hältst den Auslöser halb gedrückt und speicherst dadurch die Entfernungseinstellung auf 1,30 m.
      6. Nun verschwenkst du die Kamera so, dass dein Motiv wieder so im Auschnitt sitzt, wie du es in Punkt 2. geplant hattest.
      7. Nun drückst du einfach nur noch den Auslöser durch und machst dein Foto.

      Üben, ausprobieren, Spaß haben! 🙂

  8. Peter

    Moin,

    130 cm – ohje, was hätten dieses Wissen mir alles erspart 🙂

    Sehr schön und nett erklärt und wieder ein Stück näher am perfekten Foto.

    Danke P.

    • Moin Peter!! 🙂
      Freut mich, wenn es hilft. 🙂

  9. Hallo Karsten

    Ich bin per Zufall auf deine Seite gestossen. Hast du mir vielleicht eine Objektivempfehlung was Weitwinkel angeht. Ich fotografiere mit einer Canon EOS 5D Mark IV. Bin etwas überfordert was das Angebot im Netz angeht.
    Vielen Dank, dass du dein Wissen so mit uns teilst!
    Liebe Grüsse
    Nicole

    • Hallo Nicole, mache ich doch gerne! 🙂

      Empfehlen kann ich natürlich nur etwas, wenn ich weiß, wofür du es einsetzen willst. Sag an, dann leg ich los. 🙂

      Willst du eine individuelle Beratung, dann schau dir unbedingt meine kostenlose Kaufberatung an.

      Allgemeine Infos habe ich hier für dich:
      Superweitwinkel
      Spezialisierung

      • Hallo Karsten

        Vielen Dank für deine Hilfe. Ich brauche das Objektiv Gruppenbilder oder zum Beispiel einen grossen, gedeckten Tisch. Ich habe ein Canon 24-105mm und damit bekomme ich das einfach nicht hin.

        Liebe Grüsse
        Nicole

        • Dann weißt du ja jetzt, wie das geht. 🙂

          • Nicole Bogo

            Hallo Karsten

            Ich hab mich etwas durchgelesen aber bin mir immer noch nicht schlüssig welches Weitwinkel…hast du mir eine Enpfehlung?

          • Entschuldige, deinen letzten Kommentar habe ich nicht richtig zugeordnet. Jetzt habe ich es! 🙂
            Beide Motive, sowohl Gruppen in beliebiger Größe als auch einen vollgedeckten Tisch beliebiger Länge kannst du mit der Anleitung oben von vorne bis hinten scharf bekommen.
            Probiere es aus, du brauchst kein anderes Objektiv daüfr. Steill dein 24 – 105 einfach auf 24 mm und halte dich an die Anleitung – das war’s. 🙂

  10. Nicole Bogo

    Gut. Ich versuche es! Danke

    • Hallo Karsten

      Es hat funkitoniert! Unglaublich!!! Echt super!

      Vielen, vielen Dank!

  11. Ulrike

    Hallo Karsten,
    ich habe diese Einstellungen schon manchmal angewendet und es funktionierte gut! Aber in mindestens zwei unterschiedlichen Situationen wurde das Bild völlig überbelichtet. Meine Einstellungen (Nutzung der Zeitautomatik) beim letzten Mal: 16 mm Brennweite, Blende 16, ISO-Automatik, auf 1,30 m scharf gestellt. Ich habe eine Canon EOS 700D. Woran kann das denn liegen?
    Schöne Grüße
    Ulrike

    • Hallo Ulrike,

      schön, dass es funktioniert hat. 🙂

      Das Problem, das du beschreibst, kenne ich. Es liegt daran, dass im Menü deiner Kamera eingestellt ist, dass die Kamera nach Druck auf den Auslöser nicht nur die Scharfstellung speichert (das nennt sich AF-L), sondern auch die Belichtung gespeichert wird (das nennt sich AE-L).

      Das kannst du umstellen: In den Individualeinstellungen findest du einen Menüpunkt dafür (s. Abbildung). Dort kannst du das Verhalten des Auslösers und der Sternschen-Taste definieren.
      Generell gilt: Der Text vor dem Querstrich gilt jeweils den halb gedrückten Auslöser, der hinter dem Querstrich die Stern-Taste!

      Hier nun die Erklärung der Funktionen im Einzelnen:

      0: AF / AE-Speicherung
      Bedeutet, dass auf dem Auslöser der AF liegt. Du drückst den Auslöser halb und die Kamera stellt scharf.
      Mit der Stern-Taste speicherst du zusätzlich die Belichtungszeit. Es gibt 2 Möglichkeiten: Entweder du tippst die Stern-Taste an, dann bleibt die Belichtungszeit 6 Sekunden lang gespeichert. Oder du hältst die Stern-Taste die ganze Zeit gedrückt, dann bleibt die Belichtungszeit so lange gespeichert, bis du sie loslässt.

      1: AE-Speicherung / AF
      Der Autofokus liegt nun auf der Stern-Taste! D.h. die Kamera stellt nur noch bei Druck auf die Sterntaste scharf. Das ist besonders empfehlenswert in Kombination mit dem “AI Servo”. So lange du die Stern-Taste drückst, stellt die Kamera unentwegt scharf, lässt Du sie los, fixierst du die Scharfstellung. Der halb gedrückte Auslöser speichert nun die Belichtungszeit.

      2: AF / AF-Spei. keine AE-Spei.
      Die Belichtungszeit wird nun nicht mehr beim Drücken des Auslösers gespeichert. Die Stern-Taste funktioniert jetzt in Kombination mit dem halb gedrückten Auslöser: Der Autofokus arbeitet (je nach AF-Modus) beim Drücken des Auslösers, das Drücken der Stern-Taste friert den Fokus ein. Das könnte bei “AI Servo” sinnvoll sein, um die kontinuierliche Scharfstellung zwischendrin zu deaktivieren.

      3: AE / AF, keine AE-Spei.
      Diese Funktion funktioniert wie Nr. 1 (ACHTUNG: Ich meine Nr. 1 und nicht die erste Option oben – die ist ja Nr. 0!), aber auf dem Auslöser wird keine Belichtungsspeicherung vorgenommen. Der Vorteil hier: Die Kamera passtdie Belichtung beim Verfolgen von Motiven (z.B. rennender Hund vor verschieden hellen Hintergründen) an, der gedrückte Auslöser lässt aber den Bildstabilisator (bei IS-Objektiven) laufen. AF machst du mit der Stern-Taste.

      Alles klar?? Jaja, ich weiß, das ist nur mit richtig Nachdenken zu verstehen. Keine Ahnung, warum Canon das so kompliziert macht, das haben andere Hersteller eleganter gelöst. Ich finde es auch unsinnig, die von dir beschriebene Funktion beim Ausliefern eingestellt zu haben. Aber erklär du mir die Kamerahersteller … 🙂

      Willst du eine Empfehlung? Für die meisten wird wahrscheinlich Nr. 2 sinnvoll sein. Zumindest würde das dein Problem lösen.

      der Karsten
      af-ae-speicherung

  12. Monika M.

    Hallo Karsten,

    danke für die ausführliche und gut verständliche Beschreibung.
    Es gibt ja die Möglichkeit im Menü den “Bildstil” auszuwählen. In dem Bildstil kann man
    auch die Schärfe, Kontrast, usw. individuell einstellen.
    Ich habe bereits durch unterschiedliche Einstellungen versucht herauszufinden, ob das wirklich Einfluss auf die “Schärfe” in meinem Bild hat. Leider konnte ich bisher keine Unterschiede erkennen.
    Ist das eigentlich ein Mehrwert, immer die korrekten Bildstil vorzugeben?

    dankbare Grüße
    Monika M.

    • Im Bildstil geht es nicht um die Ausdehnung der Schärfentiefe. Die machst du weiterhin mit der Blende.
      Es geht statt dessen darum, wie scharf sehen die Bereiche innerhalb der Schärfentiefe wirklich aus. Stellst du die Schärfe im Bildstil höher, ist das Bild insgesamt schärfer – etwa so, als hättest du ein schärferes Objektiv verwendet.
      Die Unterschiede kommen aber nur raus, wenn du das Foto groß am Rechner betrachtest. Nur auf das Kameradisplay zu schauen reicht nicht aus. Das solltest du mal versuchen. 🙂

      Der Bildstil hat nur Wert, wenn du im JPG fotografierst. Beim RAW hat er eher virtuelle Auswirkungen.

      Eigentlich ist der Bildstil ein gutes Konzept, wenn du auf keinen Fall Bildbearbeitung machen willst. Dann musst du aber IMMER vor jedem Foto den passenden Bildstil einstellen. Und das ist das Problem: Wenn es schnell gehen muss, unterbleibt das meist. Wenn du dann ein Porträt mit dem Bildstil Landschaft (starke Kontraste und hoge Sättigung) fotografierst, kommen Hautrötungen stark zum Vorschein. Es besteht also Verschlimmbesserungsgefahr! 🙂

      Solltest du doch Bildbearbeitung machen wollen (meine Empfehlung!!!), dann kannst du einfach einen weichen Bildstil (z.B. Porträt) einstellen und den Rest in der Bildbearbeitung erledigen. Das sorgt für beste Qualität.

  13. Monika M.

    Hallo Karsten,

    deine Ausführungen haben mir sehr geholfen, vielen Dank dafür.

    Grundsätzlich wäre ich glücklich damit, wenn die Bilder für mich so gut wären, daß ich sie nicht mehr bearbeiten müsste, aber soweit bin ich leider noch nicht. Daher bleibt mir tatsächlich nichts anderes übrig als die Bilder (JPG’s) im Rahmen der Möglichkeiten von “Windows Life Fotogalerie” zu korrigieren. Ich habe auch noch Photoshop Elements 14 auf dem Rechner, was mich aber schon in mancherlei Hinsicht überfordert. Hier muss ich mich noch mehr reinhängen und Kurse belegen.

    Natürlich habe ich mich auch schon mal mit der Nachbearbeitung von RAW’s mit der Kamera-Software von Canon versucht, aber mit mäßigen Erfolg.

    Daher strebe ich nachwievor an, die Fotomotive so optimiert aufzunehmen, daß ich mir die Nachbearbeitung ersparen kann.

    Mal schauen wie weit ich damit komme. Wenns nix wird, dann bleibt ja noch die VHS o.ä.:-)

    Schönes Wochenende und viele Grüße
    Monika

    • Gerne, Monika. 🙂
      Es ist ein holdes und hehres Ziel, seine Bilder nicht nachbearbeiten zu wollen. Aber leider auch ne Illusion!
      Nur wenn du deine Fotos nachbearbeitest, kannst du alles aus ihnen rausholen! Wir sprechen da von bis zu 50% mehr technischer und gestalterischer Qualität!!
      Lass mal Photoshop weg, sehr viel zeitgemäßer ist Lightroom. Da machst du eine deutlich steilere Lernkurve und die Bildbearbeitung ist schnell, einfach und intuitiv!
      Und da brauchst du gar nicht zur VHS, da habe ich was besseres: Einen Lightroom-Onlinekurs.

  14. Monika M.

    Hallo Karsten,

    muss jetzt doch noch 2 Verständnisfragen los werden. Kann man in Lightroom auch JPG’s
    bearbeiten oder muss es im ein RAW-Format sein?

    Gehe ich Recht in der Annahme, daß ich erst Lightroom 6 CC auf meinem Rechner haben muss um den Kurs zu machen?

    War kurz auf dem dem Link zur Software, aber da ist LR 6 cc nicht mehr zu erwerben.
    Welche Version von LR ist denn jetzt aktuell?

    Gruß
    Monika

    • Du kannst beide Formate vollig identisch bearbeiten.
      Du musst die Software nicht vorher haben. Aber wenn du das Erklärte nachvollziehen willst, ist das natürlich sehr sinnvoll.
      Nutze für den Kauf diesen Link. Ich habe es auch in der Kursbeschreibung geändert, danke für den Hinweis. 🙂

      • Monika M.

        . . .vielen Dank Karsten!

        Es ist dir gelungen mich total zu motivieren es einmal zu versuchen mich mit LR zu beschäftigen.
        Ich habe mir das bisher nicht wirklich zugetraut. Hat wohl etwas mit meinem fortgeschritten Alter zu tun. :-))
        Fühle mich hier total gut aufgehoben und bin sicher meine Lernkurve endlich zu steigern.

        Ich kann mich nur wiederholen, Danke, Danke . . .!!!

        • Immer wieder gerne! 🙂
          Falls dich das noch mehr motiviert: Bruno ist 78 Jahre alt und im Sommer in Lightroom eingestiegen. Hat den Onlinekurs gekauft und kommt gut damit klar! 🙂

  15. Monika M.

    Ja, in der Tat. Werde nächste Woche das Thema angehen.

  16. Monika M.

    Hallo Karsten,

    kurze Frage am Rande: Läuft Lightroom auch mit Windows 10?
    Arbeite aktuelle noch mit Windows 7, aber der nächste Rechner wird sicher mit “Win10” bestückt sein.

    VG, Monika

  17. Monika M.

    Hallo Karsten,

    mir gehen immer noch die 1.30 Meter durch den Kopf. So ganz klar ist mir das z.B. bei Landschaftsaufnahmen noch nicht. Da habe ich i.d.R. keinen Punkt der ungefähr 1.30 m vom Blitzschuh entfernt wäre (denke da an weite Flächen/Ebenen usw.).

    Wurde bei dem Muster-Bild (Landschaft mit Mauer) die Mauer focusiert?

    Danke im Voraus für die Beantwortung.

    Monika

    • Du hast immer etwas, worauf du scharfstellen kannst – es sei denn, du bist im Weltraum. 😉
      Auf die Mauer?! Ja, wenn du bei 1,30 lag …. weiß ich doch jetzt nicht mehr. 🙂
      Du denkst zu kompliziert! 1,30 m ist 1,30 m – egal, was sich da gerade befindet. Und wenn es ein Sandkorn in der Sahara ist oder ein Grashalm in der mongolischen Steppe – Hauptsache, es ist 1,30 m entfernt! 😉

  18. Thies

    Hallo Karsten,
    vielleicht kannst du mir meine Frage auch beantworten. Ich habe mich vor Kurzem das erste mal an die Produktfotografie gewagt. Vom Lichtsetting mal abgesehen habe ich nach Empfehlung im Internet 70mm Brennweite genommen und habe bei einer Vollformat-Kamera Blenden zwischen 11 und 14 gewählt.
    Ich habe von vorne-oben fotografiert mit einem Abstand von etwa 1m. Das Objekt liegt dabei auf einem weißen Karton und ich stelle den Focus auf die den Anhänger einer Halskette z.B.. der Abstand zwischen diesem Objekt und dem Ende der Kette (nach oben) liegt bei etwa 15cm. Warum passiert es auch bei einer Blende von f14 noch dass die Kette nach oben hin unscharf wird. Bei dieser Blende würde ich davon ausgehen dass ich noch viel mehr Tiefenschärfe habe. Oder liegt dies an dem liegenden Objekt? Hätte ich die Blende noch weiter schließen sollen. Mit ist dies leider erst bei einigen Objekten im Nachhinein aufgefallen, sonst hätte ich dies sicher noch einmal getestet. Hoffe du kannst mir einen Tipp geben.
    Danke im Voraus

    • Klar habe ich ne Idee: Erstmal darfst du bei einer Vollformat sogar bis f22 abblenden, das verbietet sich bei anderen Sensorformaten.

      Im konkreten Fall würde ich immer einen Schärfentiefenrechner nutzen, um festzustellen, ob die Schärfentiefe reicht. Solltest du bei deinen Werten (konkret: an deiner Halskette) nicht hinkommen, musst du einige Optionen ändern.

      Es stehen zur Verfügung:

      • ein kleinerer Sensor – enn kleinere Sensoren bringen mehr Schärfentiefe mit,
      • ein größerer Abstand – denn dann hast du bei gleicher Blende mehr Schärfentiefe,
      • ein weitwinkligeres Objektiv – denn je weitwinkliger, umso mehr Schärfentiefe bei gleicher Blende.

      Bite ausprobieren und berichten! 🙂

  19. Chris

    Hallo,
    erstmal vielen Dank für die tollen Berichte.
    Beim Fokusieren auf ein 1.30m entferntes Objekt kann man es sich, wie ich finde, sehr einfach machen. Ich habe mir hierfür 1.30m Abstand zu meinen Füßen (mit Schuhen) gemessen und halte eben in dieser Höhe die Kamera und stelle manuell meine Schuhe im Sucher scharf. Das fällt mir viel leichter als Objekte im Raum zu finden und 1.30m Abstand zu schätzen.
    Viele Grüße

    • So geht es auch: Ob du dir irgendwas suchst oder die Füße nimmst – Hauptsache 1,30 m! 🙂

  20. Christa Schulte

    die Idee mit den Füßen ist super, kommt bei mir genau hin. Geniale Idee. Werde es ausprobieren.

  21. Andy

    Tolle Ideen hier in dem Bericht , danke .
    Was ich noch nicht verstanden habe, ist diese „Unendlichkeit-Skala“ auf dem Objektiv.
    Habe mal gelesen , Objektiv auf manuellen Fokus stellen , einfach bis zum Anschlag auf die liegende 8 drehen und schon ist alles scharf . Hmmm, klappt irgendwie nicht . Was mach ich falsch ? Hört sich auch irgendwie zu einfach an 😉
    Schöne Ostergrüsse…

    • Danke! 🙂
      Das beschriebene Verfahren funktioniert – so allerdings meines Wissens nach nur bei alten Objektiven ohne Autofokus. Weil ein Autofokus “Platz” braucht zum Scharfstellen, ist bei Unendlich nicht Schluss, denn er muss noch darüber hinaus drehen können, um korrekt scharfzustellen. Gewusst wie! 😉

  22. Andy

    Hallo Karsten …Danke für dein Feedback. Hatte mir fast gedacht, dass da ein Haken ist Wäre auch , wie gesagt , zu einfach …..

  23. Hallo,
    herzlichen Dank für diese inhaltlich super klasse Webseite,
    in die ich mich gerade erst einzulesen beginne…
    Die 1,30m-Ansage hier war jedenfalls das Tüpfelchen am I,
    wonach ich schon länger suche…klasse Tipp, danke!

    Beste Grüße,
    Dirk

    • Gerne, Dirk. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. 😉

  24. Manfred Weisser

    Hallo Karsten,
    die 1,30 m kannte ich noch nicht.
    Danke!
    Manfred

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