Meine 10 besten Tipps für atemberaubende Landschaften

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In diesem Artikel fasse ich meine besten Tipps für Landschaftsbilder zusammen.

Tipps Landschaftsbilder: Kurz was vorweg

  1. Ich habe die Tipps für Landschaftsbilder so kurz wie möglich halten wollen, deshalb spare ich mir hier die Erklärung von Begriffen und die Erläuterung der Hintergründe. Es schadet also nichts, wenn du deine Kamera schon etwas kennst. 🙂 Bei deiner Lieblings-Suchmaschine findest du genügend Informationen, wenn dir einzelne Begriffe nichts sagen sollten.
  2. In den Unterpunkten “Praxis” erfährst du, wie du diese Tipps für Landschaftsbilder praktisch umsetzt. Wie genau dies an deiner Kamera einzustellen ist, verrät dir die Bedienungsanleitung deiner Kamera.
  3. Es gibt viele verschiedene Kameras und ich weiß natürlich nicht, welche du besitzt. Das Haupt-Unterschiedsmerkmal ist der Sensor. Finde also heraus (Bedienungsanleitung), welchen Sensor deine Kamera mitbringt. Dann kannst du am besten von den Tipps für deine Kamera profitieren.
    • Vollformat: Sensorgröße 24 x 36 mm (die ganz teuren, supergroßen Profikameras). Für Landschaftsfotografie nicht das 100%ige Optimum.
    • APS-C: Sensorgröße ca 15 x 23 mm. Die eierlegende Wollmilchsau unter den Kameras. Bestens für Landschaften geeignet.
    • 4/3-Zoll: Sensorgröße ca. 13 x 17 mm. Perfekt für Landschaftsfotos!
    • Kompaktkameras: Unter diesem Begriff fasse ich alle Kameras mit kleineren Sensoren als 4/3-Zoll zusammen. Alles was auch äußerlich extrem klein ist, gehört hier hinein und ist ebenfalls super für Landschaftsfotos geeignet.
  4. Ich vermute, dass du wahrscheinlich Landschaften oft auf Reisen fotografierst. Aber die Landschaft beginnt schon direkt vor deiner Haustür und ist ganzjährig verfügbar. Deshalb geht es hier nicht um die Reisefotografie (wo noch 1- 2 weitere Spielarten der Fotografie dazu kommen), sondern ich bin so frei und beziehe mich hier ausschließlich auf die Landschaftsfotografie.
Bach fotografieren verwischt
Landschaften in all ihrer Vielfalt – nicht nur auf Reisen ein tolles Motiv.

Der 1. meiner Tipps für Landschaftsbilder: Schärfentiefe – alles scharf von vorne bis hinten

  • Probleme:
    1. Landschaftsfotos sind nur dann wirklich sexy, wenn sie von vorne bis hinten scharf sind. Du musst also die Blende kontrollieren, um die Schärfentiefe zu maximieren.
    2. Wenn du alles von vorne bis hinten scharf haben willst, brauchst du eine kleine Blende. Diese wiederum benötigt viel Licht.
  • Lösungen:
    1. Nutze eine kleine Blende (hier nenne ich den Blendenwert deiner maximal zulässigen, kleinsten Blende):
      • Vollformat: Blende 22
      • APS-C: Blende 16
      • 4/3-Zoll: Blende 11
      • Kompaktkameras: Blende 8
      • Alle diese Blenden ergeben an den unterschiedlichen Sensoren die gleiche Schärfentiefe – alles ist von vorne bis hinten scharf
    2. Nutze die ISO-Automatik, um bis in die Dämmerung hinein die Belichtungszeiten aus der Hand halten zu können.
  • Praxis:
    1. So erhältst du maximale Schärfentiefe:
      • Stelle die Zeitautomatik ein (A bzw. AV). Nur damit kannst du die Blende gezielt einstellen. Stelle dann die zu deinem Sensor passende Blende ein (s. o.).
      • Nutze ein Weitwinkel, indem du am Zoom so lange drehst, bis du möglichst viel drauf bekommst. Hat deine Kamera eine Zoomwippe, drücke “W” bis zum Anschlag.
      • Stelle nun auf 1,30 m scharf. Wenn die Kamera scharf gestellt hat, halte den Auslöser leicht gedrückt, dadurch wird die Scharfstellung gespeichert. Suche mit leicht gedrücktem Auslöser nun den endgültigen Ausschnitt und drücke den Auslöser durch.
    2. Fast alle Kameras besitzen eine ISO-Taste. Drück sie und stelle “ISO Auto” ein. Ab jetzt nutzt die Kamera automatisch höhere ISO-Werte, wenn es dunkler wird oder du die Blende schließt. Einstellen und für immer so lassen!

Hier geht es zu einem Artikel, der nochmal ausführlicher beschreibt, wie du maximale Schärfentiefe erzeugst.

Fotokurs Island: Geysir
Mit einem Weitwinkel, der maximalen Blende und der Scharfstellung auf 1,30 m bekommst du alles von 0,6 m bis unendlich scharf.

Der 2. meiner Tipps für Landschaftsbilder: Geheimwaffe für Landschaftsfotografen – das Superweitwinkel

Mein Superweitwinkel von Nikon: Alle Fotos, die du in diesem Beitrag siehst, sind mit diesem Objektiv gemacht worden.

  • Problem: Normale Kitobjektive haben keinen besonders starken Weitwinkelbereich. Doch nur, wenn du im Weitwinkelbereich viele Möglichkeiten hast, kannst du auf alle Motive perfekt reagieren.
  • Lösung: Ein Superweitwinkel bietet dir wesentlich mehr Weitwinkel und sorgt dadurch für die dramatische Bildwirkung, die du von wirklich guten Landschaftsfotos kennst.
  • Praxis: Das Superweitwinkel ist nicht einfach nur dafür da, um möglichst viel drauf zu bekommen. Sehr wichtig ist, dass du dir zuerst den möglichst perfekten Standpunkt wählst und erst dann so lange am Zoom drehst, bis der Ausschnitt gewählt wird, der dir am besten gefällt.

Hier findest du einen ausführlichen Artikel zum Superweitwinkel.

Der 3. meiner Tipps für Landschaftsbilder: Die Perspektive – Vordergrund macht Bild gesund

Mein bester Tipp für Landschaftsbilder!

Problem: Viele Fotos werden deshalb so langweilig, weil der Fotograf keinen direkten Vordergrund mit ins Foto nimmt. Das ist die Folge, wenn du wie folgt fotografierst: Du erkennst ein Motiv, bleibst genau dort stehen und versuchst, etwas mit dem Zoom “heranzuholen”. Häufig fotografierst du dann erst ab 4 – 5 m. Außerdem bleiben viele Fotografen stehen, was es ebenfalls schwierig macht, einen direkten Vordergrund mit ins Bild zu bekommen. Du fotografierst praktisch immer nur “das da hinten”.

Lösung: Sobald du ein Motiv gefunden hast, lass die Kamera erstmal beiseite. Suche dir lieber zuerst den perfekten Standpunkt.

Praxis: Kriterien für den perfekten Standpunkt sind

  • der Hintergrund hinter deinem Motiv (sollte zum Motiv passen und keine störenden oder ablenkenden Elemente enthalten). In der Landschaftsfotografie sind dies der Himmel und alles andere, was mehr als 10 m von dir entfernt ist.
  • die Größenverhältnisse zwischen Motiv und Hintergrund. In der Regel verwendest du ein Weitwinkel und kannst damit nahe ran an den Vordergrund. Dadurch wird der Vordergund größer als in Winklichkeit und das Foto bekommt besonders viel Tiefe.
  • Feintuning kannst du mit der Vogel- oder Froschperspektive machen. Doch meist verwendest du die Froschperspektive, die dich nahe an den Boden bringt. Dort findest du den direkten Vordergrund (der Bereich bis 1,5 m). In diesem Bereich sollte sich etwas Interessantes befinden, sonst wird das Bild langweilig. Wenn da nichts ist, such dir halt einen interessanteren Vordergrund!!
  • Jetzt hast du den perfekten Standpunkt gewählt. Erst JETZT drehst du so lange am Zoom, bis all das mit auf’s Foto kommt, was du haben möchtest.

Lies dazu unbedingt auch diesen Artikel über Bildgestaltung.

Bildrauschen Landschaftsfotografie
Die Felsen im Vordergrund führen den Blick des Betrachters in das Bild hinein und geben dem Foto noch mehr Tiefenwirkung.

Der 4. meiner Tipps für Landschaftsbilder: Bildgestaltung – Drittelregel und Bildaufteilung

drittelregel beispiel
Die Drittelregel
  • Problem: Oft wirken Landschaften sehr statisch und langweilig, weil der Ausschnitt und die Perspektive nicht richtig gewählt werden. Vor allem der Horizont sollte sich niemals in der Mitte des Bildes befinden.
  • Lösung: Finde eine perfekte Perspektive (s. o.). Dann wähle den Ausschnitt nach der Drittelregel.
  • Praxis:
    • Teile das Bild in deinem Sucher in 9 gleich große Teile auf: Zwei Linien teilen das Bild horizontal in drei gleich große Zeilen und zwei Linien teilen das Bild vertikal in 3 gleich große Spalten. Bei den meisten Kameras kannst du auch Gitterlinien einblenden (ein Befehl im Menü), die dir diese Linien im Sucher anzeigen.
    • Nun sorge dafür, dass die Linien im Motiv sich auf diesen gedachten Linien im Sucher deiner Kamera befinden. Der Horizont sollte sich also auf der oberen Linie befinden, wenn die Landschaft wichtig ist. Auf der unteren Linie platzierst du den Horizont, wenn dir der Himmel wichtiger erscheint.
    • Auch einzeln stehende Bäume platzierst du auf einer der vertikalen Linien, um ein dynamischen Bild zu bekommen.
    • Eine besondere Bedeutung kommt den Schnittpunkten der Linien zu: Dort platzierst du keine Linien, sondern Einzelelemente, die du besonders hervorheben möchtest, z.B. die Mohnblume im Weizenfeld, einen interessanten Felsen oder ein anderes bildwichtiges Element.

Du willst dazu mehr lesen! Hier wirst du fündig: Drittelregel und Goldener Schnitt

Colca-Tal, Peru
Mit einer Platzierung des Horizonts im oberen Drittel legst du den Fokus auf die Landschaft. Bei einem solchen Motiv ein Muss!
sonnenaufgang fotografieren
Die kleine Wolke, die aussieht wie ein Auge, ist nicht zufällig genau dort platziert. An dieser Stelle schneiden sich zwei Linien der Drittelregel.

Der 5. meiner Tipps Landschaftsbilder: Timing auf den Punkt – Goldene Stunde und Blaue Stunde

  • Problem: Tagsüber machst du die langweiligsten Landschaftsfotos, weil das Licht von oben auf die Landschaft fällt und extreme Kontraste deiner Kamera das Leben schwer machen. Die Farben sind immer sehr neutral und wenig stimmungsvoll.
  • Lösungen:
    1. Fotografiere kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang – also in der Goldenen Stunde.
    2. Oder etwa 30 min vor Sonnenaufgang bzw. ca. 30 min nach Sonnenuntergang – in der Blauen Stunde.
  • Praxis:
    1. Glaub mir, du WILLST zukünftig deine Landschaften nur noch zu diesen Zeiten machen. Das Licht ist in diesen Zeiten einfach magisch!!! Technisch ist das alles nicht aufwändig und du fotografierst, wie in diesen Tipps erklärt.
    2. Achte bei wenig Licht auf die Verwendung eines Stativs. Dann kannst du für beste Qualität auch den ISO-Wert ganz runter stellen und die ISO-Automatik aus.

fotokurs

Praxistipp Sonnenuntergang

DER nominative Tipp für perfekte Sonnenuntergänge ist:

Du darfst erst dann die Sonne mit ins Bild nehmen, wenn sie so schwach ist, dass du mit deinem Augen schmerzlos hineinsehen kannst.

Erst dann hat auch die Kamera keine Probleme mehr mit ihr.

Der 6. meiner Tipps für Landschaftsbilder: Technik – Filter und Stativ

Auch etwas Technik muss sein. Diese Tipps für Landschaftsbilder sind optional, aber mit Ihnen holst du das Maximum aus deinen Landschaften raus.

  •  Probleme:
    1. Bestimmte Effekte in der Landschaftsfotografie lassen sich nur mit Filtern erreichen:
      • Extrem lange Belichtungszeiten erreichst du nur mit einem Graufilter.
      • Extrem dunkelblauen Himmel, sattere Vegetation und klares Wasser fotografierst du am besten mit einem Polfilter.
    2. Lange Belichtungszeiten kannst du nur mit Hilfe eines Stativs nutzen.
  • Lösungen:
    1. Kauf dir hochwertige Filter, denn diese bieten dir eine optimale Bildqualität.
    2. Kauf dir ein stabiles, aber trotzdem leichtes Stativ. So kannst du es auch auf Wanderungen dabei haben.
Tipps Landschaftsbilder
Mit dem Polfilter ließ sich die Spiegelung von der Wasseroberfläche nehmen – zumindest teilweise. Es kommt immer auf den Winkel des einfallenden Lichts an, ob du durch die Oberfläche hindurch fotografieren kannst.
  • Praxis:
    1. Schraub dir den Filter auf das Objektiv. Tagsüber solltest du automatisch korrekt belichtete Fotos erhalten.
      • Beim Graufilter willst du wahrscheinlich die Blende schließen, um maximale Schärfentiefe UND lange Belichtungszeiten zu erreichen. Die o. g. Werte sind ein guter Ausgangspunkt. Nutze dafür die Zeitautomatik und schalte die ISO-Automatik aus. Hier findest du weitere Tipps zur Graufilter Anwendung.
      • Beim Polfilter drehst du so lange am Filter, bis sich der gewünschte Effekt ergibt.
    2. Wie du ein Stativ einsetzt ist klar, oder? Allgemeine Tipps dazu: Stelle dich immer zwischen 2 Stativbeine und vermeide es unbedingt, eines der Stativbeine zwischen deine Beine zu stellen. So stößt du nicht versehentlich gegen ein Stativbein, während du fotografierst. Fahre zuerst immer die Beine aus und erst danach die Mittelsäule. Die Stabilität ist so am höchsten.
Tipps Landschaftsbilder
Verwischtes Wasser erreichst du nur mit Graufilter und Stativ.

Der 7. meiner Tipps für Landschaftsbilder: Die zwei Ws – Wetter und Wolken

  • Probleme:
    1. Die meisten Fotos werden bei strahlendem Sonnenschein gemacht – oft langweilig.
    2. Blauer Himmel ist schön, Himmel mit Wolken ist oft schöner.
  • Lösungen:
    1. Gehe los, wenn andere sich drinnen verkriechen. Dramatische Witterungsbedingungen führen oft zu den atemberaubendsten Landschaftsfotos.
    2. Überlege, ob das Foto mit Wolken besser aussehen könnte. Komm dann später oder an einem anderen Tag wieder, wenn du Wolken im Motiv hast.
  • Praxis:
    1. Ein wolkenloser, blauer Himmel passt zum Strandurlaub und zu sommerlichen Motiven. Mit einem Polfilter kannst du das Himmelsblau noch verstärken. Gehst du aber bei “schlechtem” Wetter raus (Regen, Schnee, Gewitter usw.), kannst du wesentlich dramatischere Fotos machen. Außerdem kannst du viel öfter deinem Hobby nachgehen und musst nicht immer auf blauen Himmel warten.
    2. Wenn du kein sommerliches Motiv fotografierst, können Wolken die Stimmung deutlich verstärken: Wolken geben dem blauen Himmel, der ja eigentlich nur eine langweilige blaue Fläche ist, eine interessantere Struktur. Sie streuen das Sonnenlicht und mildern Kontraste ab. In der Goldenen Stunde und bei Gegenlichtaufnahmen sorgen sie für weicheres Licht und eine ganz besondere Lichtstimmung. Außerdem werden Wolken, die über den Himmel ziehen bei Langzeitbelichtungen schön verwischt – klasse!
Tipps Landschaftsbilder
Schöne Wolken beleben und strukturieren den Himmel – damit er nicht nur langweilig blau wird.

Der 8. meiner Tipps für Landschaftsbilder: Werde Regisseur – Linien führen den Blick

Problem: Viele Landschaftsfotos lassen dem Blick des Betrachters zu viele Möglichkeiten, direkt wieder aus dem Bild “auszusteigen”, weil die Führung des Blicks fehlt.

Lösung: Finde markante Linien, die in das Bild hineinführen. Im Idealfall führen die Linien den Betrachter in das Bild oder zum Hauptmotiv. Sie sollten nicht zum Bildrand und aus dem Bild herauslaufen.

Praxis: Halte immer die Augen offen nach solchen Linien. Das kann der Horizont sein, ein Bach oder ein Weg, der Übergang zwischen Waldrand und Feld, ein Bootssteg, ein Ufer oder was auch immer. Wenn du diese Linien entdeckt hast und nutzen willst, hilft dir der Standpunkt und der Ausschnitt, sie richtig in Szene zu setzen.

Tipps Landschaftsbilder
Der Weg führt den Blick des Betrachters tief in das Bild hinein auf die Berge im Hintergrund. Erst auf dem “Rückweg” des Blicks werden dann andere Teile des Bildes angesehen, weil der Betrachter das Gefühl hat, etwas noch nicht gesehen zu haben. So bleibt der Blick lange im Bild – der WOW-Effekt!

Der 9. meiner Tipps für Landschaftsbilder: Bildbearbeitung – satte Farben direkt aus der Kamera

Problem: Landschaften wirken oftmals etwas flau in Farbigkeit und Kontrast. Dabei sollten Landschaftsfotos kontrastreich von schwarz bis weiß und mit satten Farben versehen sein.

Lösung: Nutze Bildstile für optimierte Landschaftsfotos. So machst du die Bildbearbeitung direkt in der Kamera und musst nicht später am Rechner sitzen.

Praxis: Finde an deiner Kamera die Bildstile (Canon und andere Hersteller), auch Picture Control (Nikon), Filmsimulation (Fuji) oder anders genannt. Jeder Hersteller findet für die Bildstile eine andere Bezeichnung. Wähle nun einen Bildstil, der die Kontraste verstärkt und die Farben stärker sättigt. Mache einige Probefotos. Wenn dir das Ergebnis immer noch zu gering ausfällt, kannst du den Bildstil individualisieren und so auf deinen Geschmack anpassen.

bildstile
Mit dem Einsatz eines Bildstils bearbeitest du die Fotos schon in der Kamera. Links Bildstil “Standard”, rechts mit individuell eingestelltem Bildstil.

Achtung Verschlimmbesserungsgefahr!!! Verwende diesen Bildstil aber bitte niemals bei Porträts. Gesichter vertragen keinen hohen Kontrast und starke Sättigung, weil Hautunreinheiten und Rötungen extrem verstärkt würden.

Diese Bildstile sind eine klasse Angelegenheit, wenn du deinen Fotos etwas Gutes tun willst. Noch viel besser, weil zu 100% auf den Punkt, ist es natürlich, wenn du deine Fotos am Computer bearbeitest. Ich arbeite dazu mit Adobe Lightroom. Schau mal, hier erkläre ich, was da geht: Bildbearbeitung Landschaftsfotografie.

Der 10. meiner Tipps für Landschaftsbilder: Beherrsche die Kontraste

Problem: Kontraste, die höher sind, als die Kontrast-Wiedergabemöglichkeiten deiner Kamera, sorgen für reinweiße oder tiefschwarze Stellen im Bild, in denen keine Details mehr zu erkennen sind. Wir Fotografen sprechen dann von ausgefressenen Lichter oder abgesoffenen Schatten. Diesen Bereichen fehlt dann jede Durchzeichnung, d.h. du siehst keine Details mehr in diesen Stellen. Nicht schön!

Lösung: Halte die Kontraste im Griff

Praxis: Moderne Kameras (ab 2010) bringen eine Einstellung mit, die die Kontraste auf die Möglichkeiten deiner Kamera begrenzt. Damit bleiben die Kontraste im Griff und allein dadurch steigt die (technische Qualität) deiner Fotos um bis zu 30 % – das lohnt! Die Einstellung heißt

  • Nikon: Active D-Lighting. Empfohlene Einstellung: Auto
  • Canon: Automatische Belichtungsoptimierung. Empfohlene Einstellung: Standard
  • Sony: DRO (Dynamic Range Optimization). Empfohlene Einstellung: Auto
  • andere Hersteller nutzen verschiedene Bezeichnungen dafür. Suche in deiner Bedienungsanleitung nach einer Einstellung, die etwas mit Kontrast- oder Dynamik-Begrenzung zu tun hat.
Tipps Landschaftsbilder
Extreme Kontraste kannst du locker meistern! Bis auf die Sonne sollten keine hellen Stellen im Bild vollkommen reinweiß aussehen, sondern immer noch etwas Zeichnung aufweisen.

 

Und, was sind eine Erfahrungen mit Landschaftbildern? Welchen dieser Tipps Landschaftsbilder setzt du schon ein? Mit welchem Ergebnis?

Hinterlasse einen Kommentar, wenn dir dieser Artikel weiter geholfen hat. Ich freue mich drauf. 🙂

26 Kommentare

  1. Hallo Karsten – DANKE für diesen Beitrag. Für mich ist er das richtige Salz in der Suppe ! Klasse gemacht, anschaulich erklärt mit tollen Fotos. Für mich ist das mehr als Profiarbeit. Nochmals herzlichen Dank.
    Selbstverständlich habe ich mich auch gleich ans Werk gemacht, bin raus in die Natur gegangen und habe mich an meine ersten Gehversuche mit meinem neuen Superweitwinkelobjektiv gemacht. Aber da merke ich, dass da noch Einiges auf mich zukommt…
    Schöne Grüße

    Thomas

  2. Hallo Karsten, die Tipps aus den Büchern und von der Webseite haben mir schon oft geholfen. Eine Frage habe ich zum Arbeiten mit dem Stativ. Wenn ich aus der Hand fotografiere ist mir das Scharfstellen auf 1,3m klar. Wie geht man bei Landschaftsfotos mit dem Stativ vor? Kann/muss ich da auch zunächst auf kurze Distanz Scharfstellen? Lg Michael

    • Ja, genau so: Du neigst das Stativ so, dass du auf 1,30 m scharf stellen kannst. Dann schaltest du den Autofokus ab, damit er sich nicht mehr verstellt (du darfst es natürlich selbst auch nicht zufällig verstellen, also Obacht!). So lange du nun alles von vorne bis hinten schar haben willst, brauchst du nur auslösen.
      Wenn du schon dabei bist, schalte doch auch direkt den Bildstabilisator ab. Dann kann der kleine Hektiker dir nicht die schönen Stativaufnahmen versauen. 😉
      Und vergiss nicht, den Autofokus wieder einzuschalten, sobald du wieder etwas anderes fotografierst.

  3. Hallo Karsten, ich bin heute mal dazu gekommen bei einem Spaziergang mit dem Hund in der Natur auch mal deine Tipps für die Landschaftsfotografie auszuprobieren. Die Tipps waren wieder mal einfache Spitze. Leider kann ich nur mein immer drauf Teleobjektiv 18-270 mm nutzen, dennoch habe ich bei kleiner Brennweite (18 mm) deine Tipps beherzigt. Die Scharfstellung auf 1,30 m habe ich am Objektiv lt. Skala manuell vorgenommen.
    Im Anschluss konnte ich dann auch gleich noch die Tipps für die Fotoentwicklung in Lightroom nutzen, die ebenfalls sehr verständlich und hilfreich waren.
    Ein Beispielfoto habe ich auf meinem Flickr-Account ( https://flic.kr/p/Lpd2gX ) hinterlegt.
    Nun bin ich bereits erneut gespannt auf neue Tipps und Tricks für einfach schönere Fotos.
    Schöne Grüße Mathias

  4. Sollte man beim Scharfstellen für Landschaftsaufnahmen die Mehrfeldmessung aktivieren oder die Einfeldmessung?

    Gruß Marcus

    • Ich bin mal so unhöflich und antworte mit einer Gegenfrage: Wie willst du präzise auf 1,30 m scharfstellen, wenn die Kamera den AF-Punkt selbst wählen darf?? Geht nicht, zumindest nicht präzise.

      Nochmal ein Satz zu meiner Philosophie, weil es gerade passt: “Fotografieren” heiß, mit den Mitteln und Möglichkeiten der Fotografie sinnvoll umgehen, um ein bestimmtes Foto zu erreichen. Dazu gehört natürlich auch die Entscheidung über den Punkt, auf den du genau scharfstellen willst (weil der nämlich darüber entscheidet, was im Foto am schärfsten wird und zugleich die Platzierung der Schärfentiefe im Motiv festlegt).

      Also gewöhn dich schonmal daran, dass das Einzelfeld dein Freund werden sollte, den du immer im Auge hast.

      Denn alles andere ist Knipsen!

      • Vielen Dank Karsten.
        Natürlich will ich bei einem Landschaftsbild möglichst das komplette Bild scharf abbilden. Deswegen mein leicht fragender Blick wie das mit einer Einzelfeldmessung gehen soll, logischer ist für mein Anfänger-Hirn da die Mehrfeldmessung.
        Anderer Gedanke wäre der manuelle Fokus mit der max. Größe des Fokussierungsbereichs?

        Gruß Marcus

          • Selbstverständlich wurden die Artikel bereits mehrfach gelesen 🙂
            Bin immer noch am Suchen nach so einer Markierung auf meiner Kamera, leider hat sie sowas nicht, dann muss es wohl erst mal “Pi mal Daumen” gehen 🙂
            Über mein Erlebnis werde ich berichten 🙂

          • Muss sie auch nicht. Der Sensor ist in den meisten Fällen direkt hinter der Rückwand der Kamera eingebaut. Und auf ein, zwei Millimeter kommt es auch nicht an! 🙂

          • Den gestrigen Feiertag genutzt und mal ein bisserl rumprobiert.
            Folgendes Problem stellte sich ziemlich schnell ein.
            Wenn ich den Ausschnitt gewählt habe und dann auf ca. 1,30 Meter fokussierte und scharfstellte (meist eine Wiese, also dunkler Hintergrund) war zwar der Vordergrund dann richtig belichtet, allerdings hatte ich immer einen viel zu hellen Himmel (trotz Bewölkung) und einen meist falsch belichteten mittleren Teil (Bergkette). Muss ich wohl noch üben 🙂
            Bei den Bildern bei denen es einigermaßen klappte hatte ich später am Rechner das Gefühl, dass ich mit Blende 6,3 oder 7,1 ein besseres Ergebnis erzielte als mit Blende 8 (bei mir Maximum).

          • Dein Problem ist einfach zu lösen: Derzeit speichert deine Kamera nicht nur die Scharfstellung (AFL), sondern gleichzeitig auch die Belichtung (AEL).

            Finde den Menüpunkt deiner Kamera, der festlegt, was genau beim Druck auf den Auslöser gespeichert wird. Stelle es auf “nur AFL” und schon wird die Belichtung erst dann ermittelt, wenn du den endgültigen Ausschnitt wählst – und nicht bereits vorher, wenn du die Scharfstellung speicherst! 🙂

            Testen und berichten, wie es bei deiner Kamera genau geht, damit auch andere Besitzer deines Kameramodells (welches war das noch??) etwas davon haben! 🙂

  5. Vielen Dank erst mal für den Tipp. Allerdings scheint er nicht zu einem Ergebnis zu führen.
    Im Menü habe ich den AF/AE-Speicher auf nur AF umgestellt. Wenn ich jetzt ein Bild mit hellem Hintergrund machen will (z.B. Landschaft mit Sonne von vorne/oben, fokussiere ich auf den Bereich vor mir und schwenke dann nach vorne. Allerdings wird dann die Belichtung nicht angepasst/verändert, der Himmel bleibt sehr sehr hell. Wenn ich direkt fokussiere, also nicht mit den 1.30 Meter wird anders/besser belichtet und das Bild ist dunkler. Auch habe ich eine andere Belichtungszeit bei den beiden Methoden.
    Ich nutze die Panasonic Lumix DMC-FZ150 Bridgekamera.

    Gruß Marcus

    • Moin Marcus,
      manchmal ist man ja doof: Ich habe selbst ne Lumix, nur habe ich die an den Sohn verliehen und fast vergessen. 🙂 Heute sehe ich die in seinem Zimmer rumliegen und hab gecheckt, wie das geht:
      1. Im Menü den AF/AE-Speicher auf AF setzen. Haste schon gemacht.
      2. Jetzt Knopf AE/AF auf der Rückseite der Kamera drücken, um auf die gewünschte Stelle scharf zu stellen. Gedrückt halten, um den AF zu speichern.
      3. Mit dem Auslöser auslösen, damit wird gleichzeitig die Belichtung neu gemessen.
      Fertig! 🙂

      • 🙂 Du darfst das 🙂
        Super, probiere ich heute Abend gleich aus. Wie schon vermutet scheiterte es bis jetzt am 2. Punkt.
        Ich werde berichten…. 🙂
        Gruß Marcus

        • Der AF/AE-Lock Button auf der Rückseite war die Lösung.
          Im Menü auf nur AF umgestellt, im Vorschaubild fokussiert und den Lock-Button gedrückt danach den Bildausschnitt neu gewählt und die Belichtung und Belichtungszeit wurde neu angepasst. Dies sollte jetzt funktionieren.

          Jetzt bringe ich eine andere Lösungsmöglichkeit für die Schärfentiefe ins Spiel……
          Szenario:
          Kamera auf Stativ, Modus A und z.B. Blende 8 voreinstellen.
          Bildausschnitt gewählt und mit AF und Einfeldmessung einen Punkt fokussiert.
          Umschalten auf manuellen Fokus, somit ist der Fokus ja eingeloggt.
          Mit dem Einstellrad den Fokussierungsbereich auf den Bereich 0,3 bis unendlich einstellen (ist ja jetzt möglich da man auf MF umgestellt hat)
          Abdrücken……….sollte jetzt nicht auch das Bild von vorne bis hinten scharf sein? Sollte der Bereich von 0,3 bis unendlich nicht möglich sein, kann man ja auch den Wert 1 oder 2 bis unendlich einstellen, also zumindest bei meiner Panasonic.

          Karsten Du merkst das ich noch Probleme mit den 1,30 Meter habe 🙂
          Wie stelle ich das mit den 1,30 Meter an wenn ich z.B. auf einem Berggipfel oder sonstigem stehe und ich habe vor mir keinen Punkt mehr wo ich einstellen kann, ich kann ja nicht einfach ins blaue rein scharf stellen.

          • Na wunderbar, dass wir das haben! 🙂

            Woher weißt du, dass du mit dem Fokusrad auf den Bereich 0,30 – unendlich einstellst?? Sollte deine Kamera das direkt anzeigen, tut sie nichts anderes, als mein Verfahren automatisch anzuwenden. Dann einfach nutzen und gut is’. 🙂

            Auch wenn du auf einer Bergspitze stehst, gibt es doch unter dir einen Berg. Von diesem Berg suchst du dir ein Stückchen aus, das 1,3 m entfernt ist (das kannst und solltest du zuhause mit einem Zollstock üben!) und darauf stellst du scharf. Dieses Verfahren funktioniert mit jeder Kamera, nicht nur an deiner. SO kannst du dann auch mit jeder neuen oder geliehenen Kamera alles von vorne bis hinten scharf bekommen – und bist nicht darauf angewiesen, dass die Kamera dir das macht. (dabei natürlich je nach Sensorgröße die geänderte Blende beachten!)
            🙂
            Ich will ja, dass DU was lenst und kannst – und nicht nur deine Kamera!!! 🙂

    • Danke für den Link! 🙂
      Was da in diesem Artikel lang und breit dargelegt wird, habe ich kurz und knapp in die Lösung bei Tipp 1 gesteckt: Die maximal geschlossene Blende je Sensor sorgt dafür, dass keine Beugungsunschärfen entstehen.

  6. Hallo Karsten,
    mit die schönste Stelle für mich ist ganz oben im Artikel:
    “…Aber die Landschaft beginnt schon direkt vor deiner Haustür und ist ganzjährig verfügbar…” GENAU so sieht´s aus! Sobald die Sinne erwachen, wird die Sensation entbehrlich… 😉
    Tolle Tricks, klasse Tipps, ich habe auch wieder was entdeckt,
    was einer Lücke im Detailwissen entspricht, (AF/AE-) es bleibt spannend…
    Und eine Anmerkung zu der Sachen mit 1,3m-Scharfstellung:
    Bei Langzeitaufnahmen mit ND stelle ich das manuell ja vorher ein. Zunutze mache ich mir da die Kontrolle im Sucher. Dort drehe ich nach die Markierung einfach auf ca. 1,3m und belasse es dabei. (Passende Blende etc. natürlich gewählt) Steckt da ein Fehler drin?
    Herzlich grüßend, Dirk

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