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Der ECHTE Preis billiger Schutzfilter (UV Filter)

Du willst einen Schutzfilter (UV Filter) kaufen? In diesem Artikel liest du einen RADIKAL anderen Ansatz, den Preis eines Schutzfilters (UV Filter) zu bestimmen. Lies NICHT weiter, wenn du in Geld schwimmst!!!

Soll ich dir ‘ne Geschichte erzählen? Voll peinlich…

Ich bin vor Urzeiten mal aus dem Auto gestiegen und hatte die Kamera auf meinem Schoß liegen. Leider hatte ich vergessen, dass sie da lag. Und so musste ich, quasi in Zeitlupe, mit ansehen, wie sie fiel – mit dem Objektiv voraus. Sie landete – ganz Murphys Gesetz – natürlich genau auf der Frontlinse. AUTSCHN!!!

Gut, dass ich einen Schutzfilter (UV Filter) auf der Optik hatte. Der war hin! Aber ich hab ihn abgeschraubt und konnte mein Foto machen.

Über den Sinn solcher Filter sind viele Fotografen geteilter Meinung. Ich will dich also nicht davon überzeugen, dir einen zu kaufen. Aber WENN du einen haben möchtest, dann lies diesen Artikel! Er ist Geld wert!!!

Lichtstarke Objektive

Lichtstärke rockt! Unscharfe Hintergründe bekommst du nur mit lichtstarken Objektiven.

Als ich noch analog fotografierte hatte ich kaum besonders lichtstarke Objektive. Damals war das einfach nicht so angesagt wie heute, mit sehr weit geöffneten Blenden die Hintergründe so sehr unscharf zu bekommen. Ganz anders heute: In manchen Youtube-Tutorials wird sogar empfohlen, immer die größte Blende einzustellen.

Erst in den letzten Jahren habe auch ich meinen Objektivpark nach und nach auf besonders lichtstarke Optiken umgestellt. Ich find’s geil, auch wenn das Arbeiten damit oftmals etwas schwieriger ist, als mit weiter geschlossenen Blenden. Das perfekte Scharfstellen auf genau den Punkt, der die geringe Schärfentiefe genau da wo gewünscht platziert, ist einfach nicht so einfach. 😉 Aber das ist eine andere Geschichte …

Wenn du nun solch teure Objektive besitzt, willst du auch genau das rausholen, wofür solche Optiken so teuer sind: Die kürzesten Belichtungszeiten, die beste optische Leistung und die maximale Preis-Leistungs-Performanz. Oder?!

Dann musst du aber auch dafür sorgen, dass jedes Glied in der Verarbeitungskette möglichst hohe Qualität mitbringt und nachfolgende Komponenten nicht verschlechtert werden. Ganz vorne geht es mit den Filtern los. Und offensichtlich willst du einen Schutzfilter (UV Filter) – du liest ja noch. 😉

Der Preis billiger Schutzfilter (UV Filter)

Ich weiß, der Teufel sitzt ganz nah am Ohr des Hobbyfotografen, der schwer arbeiten geht für das, was Kamera und weiteres Zubehör kosten. Und der Teufel flüstert ständig “Muss das denn wieder so teuer sein? Warum kostet das denn immer so viel?!! Das MUSS doch günstiger gehen!!!”, egal, über welches Zubehör du gerade nachdenkst.

Besonders bei Schutzfiltern (Teufel: “Hey, komm das ist doch nur etwas Glas!”), die ja nur die Optik schützen sollen, ist die Versuchung besonders groß, ihm nachzugeben. Kennst du das??

Also lass uns mal ein wenig rechnen, was billige Schutzfilter (UV Filter) wirklich kosten.

Schutzfilter PreisvergleichNehmen wir als Beispiel dieses häufig gekaufte Universalzoom, das oft als Upgrade gekauft wird, wenn Fotografen meinen, sie bräuchten was Besseres als das Kitobjektiv. Kostenpunkt knapp 1300 € (Stand Mai 2016). Uff!

Das ist so viel Geld, dass manch ein Teufelchen Erfolg hat. 🙂

Als Schutzfilter (UV Filter) für diese teure Investition wird dann ein günstiges AmazonBasics UV-Sperrfilter – 77 mm für 12,60 € gekauft. Oftmals sogar nicht, weil das Geld einfach nicht mehr da wäre, sondern weil man dem Teufelchen einfach nachgibt – kampflos und ohne weiter nachzudenken.

In den technischen Daten dieses Schutzfilters (UV Filter) siehst du keine wirklich relevanten Daten über das, was dich interesieren sollte. Statt dessen Geschwurbel über Dinge, die unwichtig sind. Marketingsprech sei Dank, bist du beruhigt und kaufst das Ding.

Du kannst davon ausgehen, dass Hersteller, die gute Produkte herstellen und sich viel Arbeit damit machen, stolz auf ihre Produkte sind – und die relevanten Daten dazuschreiben!!!!

Die Reflexion und ihre Kosten

Was wären also eine relevante Information gewesen, die dich hätte interessieren sollen? Die Reflexionsrate!

Schlechte Filter reflektieren nämlich einen Teil des Lichts, ähnlich wie nicht entspiegelte Brillen. Sagen wir mal, es sind die bei billigen Filtern üblichen 9 % Reflexion. Dann mindert dieses Filter also die Lichtstärke deines schönen neuen Objektivs um 9 % – und aus Blende 2,8 wird Blende 3.

Vereinfacht gesagt, verliert also dein Objektiv 9 % an Wert. Wenn es eines gäbe, würde ein Objektiv mit Blende 3 und gleichem Brennweitenbereich doch nicht so viel kosten, wie ein 2,8er, oder?! Lass uns rechnen:

1300 € – 9 % = 1183 €

9 % Reflexion kosten dich also 117 €!!! Zusammen mit dem Kaufpreis für das Schutzfilter betragen die für ein billiges Schutzfilter Gesamtkosten fast 130 €.

Von der schlechteren Qualität wegen mangelnder Vergütung (und damit Entspiegelung!!!) rede ich jetzt mal nicht…

DAS nenne ich einen schlechten Kauf!

Teurere Schutzfilter sind billiger!!!

Entscheide dich deshalb für ein Markenfilter wie dieses B+W XS-Pro Digital 010 UV-Haze-Filter MRC nano 77 mm. Kauf das und du erhältst für knapp 56 € (Stand Mai 2016) einen Filter, das eine

  • Reflexion unter 0,5 % aufweist (die damit praktisch irrelevant wird!),
  • Nanobeschichtung hat, die sich leichter reinigen lässt (lies mal, was die 7-Schichten-Vergütung von B&W so besonders macht),
  • Slim-Fassung mitbringt, die auch für Weitwinkel-Objektive geeignet ist,
  • Messingfassung hat, die dein Objektiv nicht zerstören kann
  • und das Arbeitsplätze in Deutschland sichert.

56 € – mehr nicht. Bessere Bildqualität out of the Box inklusive.

Ich weiß nicht, wie reich DU bist.

ICH bin zu arm, um billig zu kaufen. 🙂

 

PS: Möchtest du etwas mehr über die Qualitätskriterien von Filtern wissen? Dann lies hier über Qualitätskriterien von Filtern am Beispiel des Graufilters.

24 Kommentare

  1. Arthur Kabriel

    Da ich nicht so viel Fotografiere und mir schon seit Jahren keinen Urlaub mehr leiste, sehe ich den UV-Filter eher als Schutz für das Objektiv an. Ich fotografiere überwiegend mit Stativ und langen Belichtungszeiten.

    Einen der wenigen Filter, die ich mir zulegen werde, ein Graufilter in:
    -Verschiedenen Tönungsgraden
    -Verlaufstönung mit verschiedenen Tönungsgrade

    Die Verwendung des Polfilters lerne ich jetzt erst wieder nach und nach zu schätzen!

  2. Harry Krakow

    Hallo Karsten,
    dies war wieder einmal ein sehr guter Beitrag !
    Ich genieße mittlerweile Deine Beiträge, erfährt man doch so viele interessante Tipps und Hinweise.
    Seit längerem kreisen meine Gedanken um Filter, Du hast mich nun ein Stück in die richtige Richtung gebracht…vielen Dank dafür !
    In bin schon gespannt auf Deinen nächsten Beitrag !
    LG
    Harry

    • Hi Harry, danke schön für’s Lob! 🙂

  3. Claudia

    Hi Karsten,

    ich kann nirgendwo eine anständige Aussage über den Reflexionsgrad des SIGMA DG UV-Filters (62 mm) finden 🙁 Kannst du dazu etwas sagen?

    Mal abgesehen vom Filter: Ich habe immer mal wieder Probleme bei der Fokussierung – besonders schnell geschossene Fotos werden häufig unscharf, so dass ich den Sportmodus schon nahezu als Standard-Einstellung nutze… Könnte es theoretisch daran liegen, dass meine EOS 600D nicht so wirklich mit dem Objektiv SIGMA 18-250 mm F3,5-6,3 DC kompatibel ist? Oder liegt es an meiner Ungeduld, dass ich der Kamera nicht genügend Zeit gebe?

    Viele Grüße
    Claudia

    • Wow, Sigma macht Filter?? Nein, wenn man der Website glauben mag: https://www.sigma-foto.de/kameras/kamerazubehoer-uebersicht/
      Zumindest werden Filter unter Zubehör nicht aufgeführt…

      Im Shop (verkaufen wollen sie wohl) findet er sich dann: UPDATE: LINK GELÖSCHT DA SEITE NICHT MEHR ERREICHBAR
      Nähere Infos? Fehlanzeige!
      UPDATE: Na, dann haben sie ihn jetzt rausgenommen. 🙂

      Auf anderen Websites wird zumindest davon gesprochen, dass er mehrschichtvergütet sein soll. Dann wäre der Reflexionsgrad wahrscheinlich akzeptabel … Mehr dazu?! Kein Kommentar!!!

      Oder doch!
      Ruf doch mal an bei Sigma:
      Tel. 06074 - 865 16 88
      Mo – Do 08:30 – 17:00 Uhr
      Fr 08:30 – 16:00 Uhr
      Bleib hartnäckig, erbitte Rückruf, wenn es nicht sofort beantwortet werden kann und berichte hier über das Ergebnis. 🙂

      Deine Frage zu der Unschärfe kann gefühlt 1000 Gründe haben. Schick mir ein paar unbearbeitete Foto per E-Mail, dann sag ich was dazu.

      • Claudia Roers

        Hi Karsten,

        ich habe tatsächlich nach mehrmaligem Nachhaken doch noch eine Antwort bekommen 🙂 Nachdem dafür wohl extra in Japan nachgefragt werden musste, sagte man mir, dass die UV-Filter von Sigma das Licht bis 360NM sperren. Und was sagt uns das jetzt über den Reflexionsgrad?

        Viele Grüße,
        Claudia

        • Leider nichts!
          Das Spektrum im Ultravioletten umfasst die Wellenlängen von 100 nm bis 380 nm (Grenze zum sichtbaren Licht). Wenn nun dein Filter bis 360 nm sperrt, kommen noch 20 nm UV-Licht durch. Das ist erstmal unerheblich, die Grenzen sind auch sicherlich nicht soooo eng ziehbar.
          Was du daran erkennst, ist dass dein Filter praktisch das gesamte UV-Licht sperrt, mehr nicht.
          Um zu deiner ursprünglichen Frage zurück zu kommen: Der Filter wird wohl nichts mit deinen unscharfen Fotos zu tun haben. Eher ein zu niedrig gewählter ISO-Wert, ‘n Wackelhändchen oder die Nichtbeachtung der Kehrwertregel. Sorry.

          • Claudia Roers

            Ich habe nochmal nachgefragt. Dies ist die Antwort: “Sofern Sie mit Reflexionsrate meinen, wieviel auf den Filter auftreffendes Licht zurück reflektiert wird, liegen uns darüber keine genauen Werte vor. Meist sind es bei (unseren) Filtern aber >2%.”
            Das ist doch nicht schlecht, oder?

            Viele Grüße,
            Claudia

          • Wir sehen einfach mal von der Tatsache ab, dass ein Hersteller nicht weiß, was er da verkauft. Ok?!

            Unter 2 % ist erstmal gar nicht schlecht. Aber wenn es 1,9 % ist, dann ist es gleich 4 x mehr, als bei einem Filter, dessen Reflexionsgrad bei unter 0,5 % liegt. Kommt halt immer auf die Relationen an…

            Aber um das in die Praxis zu bringen: Wahrscheinlich wirst du den Unterschied eher nur dann bemerken, wenn du beide Filter an ihre Grenzen führst. Immerhin hat er ja nicht 9 % oder mehr. Und erfahrungsgemäß führst du dein Equipment eher selten an seine Grenzen. Also hau rein und nutze das Ding! 🙂

  4. Bärbel

    Hallo Karsten,
    mal wieder ein super und sehr informativer Beitrag von dir. Besonders interessant war für mich, dass man keine billigen UV-Filter nehmen sollte. Leider habe ich an der Stelle gespart. Nun ja, das kann man ja noch ändern. Mit meinem Pol-Filter stehe ich ein wenig auf dem Kriegsfuß. Der Himmel und die Wolken sehen gut aus aber die restliche Landschaft ist zu dunkel. Was mache ich da falsch? Der Filter ist vom Hama.

    Viele Grüße
    Bärbel

    • Bärbel, kannst du dich an die manuelle Belichtungskorrektur erinnern? Nutze sie, um Fotos heller zu bekommen.

      Wenn du noch etwas Zeit hast: Da kommt bald ein Artikel zu diesem Thema.

  5. Bärbel

    Vielen Dank, Karsten. Das war mir echt entfallen. Ich freue mich auf den Artikel zu diesem Thema.

  6. Patrick

    … also ich muss schon sagen, dein Mix aus geballter Fachkompetenz, Kurzweiligkeit und prima dosiertem Humor ist genau mein Ding! Bei diesem Artikel hier wie auch bei Deinen anderen bzw. deinem Mail-Fotokurs – chapeau und dankeschoen!

    • Dank dir für die warmen Worte!
      You made my day!! 🙂

  7. Birgit

    Hallo Karsten,
    ich benutze keine UV-Filter. Hab es mal gemacht und festgestellt das ich Probleme mit Lensflare bekommen habe. Streulichtblende kommt immer drauf, das ist Schutz genug.
    Werde mir aber jetzt einen Messing Stepup Filterring bestellen. Die kosten auch 3 x soviel wie Alu :-/ . Wenn der dann nicht mehr vom Filter abgeht, beschädigt er wenigstens nicht das Objektiv.
    Hast du auch einen Tipp, wie man verhindert, dass die Ringe, Trotz aller Vorsicht, zu einer Einheit mit dem Objektiv werden?

    • Ich hatte noch nie mit festsitzenden Filtern zu kämpfen… hmmm…

      Nach etwas Recherche scheint es so zu sein, dass Messingfilter eher nicht festklemmen, nur die aus Alu neigen stark dazu. Ich sach ja immer wieder: Kein Alu!

      Es gibt keine Möglichkeit, das durch Einfetten oder ähnliches zu verhindern. Im Gegenteil: Diese Schmierstoffe können zwischen Filterglas und Fassung eindringen und dann optische Probleme machen.

      Ich denke, es ist eine gute Idee, einfach keinen Filter längere Zeit auf dem Objektiv zu belassen. Zumindest schraube ich persönlich Filter immer nur auf das Objektiv, wenn ich einen benutzen will. Danach kommt er direkt wieder runter von der Optik. Wahrscheinlich habe ich deshalb noch nie Probleme mit dem Thema gehabt…

      • Marcus

        Thema Streulichtblende. Die hab ich bei meiner Lumix immer drauf, bin auch am Überlegen wegen einem UV-Filter. Funktioniert dann noch ein Parallelbetrieb Streulichtblende/UV-Filter? Also bildtechnisch gesehen, das der Filter parallel aufgeschraubt werden kann ist klar.

        Gruß Marcus

        • Bildtechnisch gesehen gibt es eigentlich keine Probleme. Sollte aber der Schutzfilter sehr dick sein und daher stark “auftragen”, gerät – je nach Kamera – die Streulichtblende weiter vom Objektiv weg. Dadurch werden dann die Bildecken abgedunkelt und abgerundet.
          So wie damals, als du als Kind durch eine Toilettenpapier-Rolle geschaut hast. 🙂

          • Marcus

            Danke Karsten. Muss mir daheim die Kamera anschauen, denke das die Streulichtblende einen größeren Radius hat und der Filter “innerhalb verschraubt” wird.
            Ich hab immer durch eine Zewa-Rolle geschaut, da war das Rohr länger 🙂

          • Jaja, die Freuden der Kindheit … ! 🙂

  8. Maria

    Vielen herzlichen Dank für Deine sehr wissenswerten und auch für Laien lesbaren Artikel. Wieder dazu gelernt. Besten Dank.

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