Fotografieren trotz Corona: Aufgabe 9 “Selbstporträt”

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Über die Aktion Fotografieren gegen Corona-Panik
Während in der Corona-Krise das soziale Leben in Deutschland weitestgehend zum Ruhen kommt, möchte ich mit dieser Aktion etwas gegen die Langeweile und Vereinsamung tun. Außerdem kannst du deine fotografischen Skills ausbauen und so nach der Krise besser fotografieren, als vorher.
Schau dir bitte dieses Video an, in dem ich die Aktion näher erkläre.
Wenn dich die weiteren Aufgaben interessieren, findest du sie alle hier in dieser Übersicht.

Die Aufgabe am Tag 9: “Selbstporträt”

Ich weiß, was du denkst: “Was, ich vor einer Kamera?” Ja, genau du! 🙂

Das Selbstporträt war auch bei den alten Meistern der Malerei ein oft genutztes Motiv. Du musst keine Modelle fragen, dieses Motiv steht dir 24 Stunden am Tag zur Verfügung und am Ende bringt es dir eine ganze Menge über dich selbst bei.

Außerdem kann sich Fotograf, der andere Menschen fotografieren möchte, viel besser in seine Modelle hineinversetzten, wenn er selbst auch mal vor einer Kamera stand.

Langweilig

Vielleicht willst du dir ja auch endlich mal einen Gravatar anlegen. Das sind die kleinen Fotos, die neben Kommentaren im Internet stehen. Sieht ja auch eher langweilig aus, wenn da immer der Standard-Platzhalter danebensteht.

Also, leg los! 🙂

Als Erstes gilt es ein kleines Konzept zu entwickeln. Du brauchst einfach eine Bildidee, du willst ja schließlich nicht irgendwie aussehen! Also ist es eine gute Idee, wenn du dir Gedanken darum machst, wie du dich zeigen möchtest. Eine gute Grundlage dafür bildet deine Persönlichkeit. Bist du eher der ernste Typ? Oder warst du auch in der Schule schon immer der Klassenclown? Dann zeig genau das!

Überlege dir, vor welchem Hintergrund du dich zeigst und lege fest, welche Kleidung du trägst. Denn du weißt ja, Kleider machen Leute.

Bei diesem Foto hast du also zu 100 % in der Hand, was in diesem Bild zu sehen ist. Alles ist wichtig, nichts sollte einfach da sein, ohne dass du darüber nachgedacht hast.

Technik und Gestaltung

Technisch und gestalterisch gilt es mit folgenden Optionen zu spielen und daraus die für deine Bild Idee passenden Möglichkeiten auszusuchen:

  • Die größte Herausforderung lösen wir zuerst: Wie stellst du auf dich selbst scharf?! In diesem Artikel erkläre ich, wie du nachts scharfstellen kannst. Diese Art der Ersatzmessung kannst du oft verwenden. Heute stellst du einen Gegenstand dahin, wo du später dein Gesicht hinhältst. Darauf stellst du scharf, schaltest den Autofokus ab und fertig! Ja, das klappt vielleicht nicht sofort perfekt, aber du hast ja ‘ne Woche lang Zeit, bis das Feedback-Webinar startet. 🙂
  • Als Brennweite nutzt du ein leichtes Tele, wenn du eine natürliche, vorteilhafte Abbildung anstrebst. Doch auch der Einsatz eines Weitwinkelobjektivs kann sinnvoll sein, wenn du eine starke Verzerrung wünscht. Das ist dann natürlich oft eher die lustigere Spielart und erfordert vom Fotografen etwas Mut, sein zartes Näschen zu einer massiven Gurkennase werden zu lassen. 🙂
  • Bei der Wahl der Perspektive beachte, dass du dadurch den Hintergrund fest legst. Entscheide, welchen Hintergrund du wählst, welcher zu dir passt. Generell gilt, dass du ablenkende oder störende Elemente vermeiden solltest.
  • Nutze eine Blende, die nur das scharf zeigt, was dir wichtig ist. Stelle einen kleinen Blendenwert ein, wenn du nur dein Gesicht scharf haben möchtest. Soll auch der Hintergrund ebenfalls scharf werden, kannst du natürlich einen mittleren oder einen großen Blendenwert einsetzen.
  • Alles andere kannst du eine Automatik überlassen, ich empfehle die Zeitautomatik. Denn in dieser Automatik kannst du die Blende frei einstellen. Den Rest erledigt die ISO-Automatik, damit deine Fotos nicht verwackeln.
  • Arbeite vom Stativ, denn dann hast du die Möglichkeit, die Kamera für die Wahl des richtigen Ausschnitts optimal zu positionieren.
  • Nutze ein weiches Licht. Porträts wirken immer gut bei einer gleichmäßigen und vor allem weichen Ausleuchtung. Du solltest extrem harte Kontraste vermeiden und auch eine ungleichmäßige oder sogar fleckige Ausleuchtung, die sich manchmal unter Bäumen ergibt. Die Mitte der Lichtquelle sollte sich leicht oberhalb deiner Augenhöhe befinden, das sieht meistens besonders gut aus.
  • Um das Licht gleichmäßiger oder weicher zu bekommen, kannst du einen Diffusor verwenden. Für den Bau von Diffusoren findest du mit einer kleinen Google-Suche massenhaft Bauanleitung. Doch es geht noch einfacher: Spanne einfach ein weißes Stück Stoff oder Papier zwischen dir und der Lichtquelle auf. Diese weiße, lichtdurchlässige Fläche sorgt dann für ein schönes, diffuses Licht.

Feedback zu den eingereichten Fotos

Natürlich gibt Feedback zu den Aufgaben, die vor einer Woche gestellt wurden. Schließlich sollen diese Aufgaben ja nicht nur eine Beschäftigungstherapie sein. Stattdessen will ich, dass du besser fotografieren lernst. Also veranstalte ich täglich kostenlose Webinare, in denen ich zu deinen Fotos ein Feedback abgebe und du Fragen stellen kannst. Hier geht es zu der Termineseite, auf der du auch die Zugangsdaten zu meinem virtuellen Seminarraum findest:

ZU DEN TERMINEN

Hinweise zum Ablauf

Und hier noch ein paar Hinweise, damit unsere Hausaufgaben-Aktion hier gut gelingen kann:

  • Mach so viele Fotos wie du möchtest, wähle allerdings ganz streng nur das beste aus. Dieses lädst du hoch, wie unten beschrieben.
  • Bitte nutze KEINE Archivfotos, denn du willst doch JETZT fotografieren.
  • Erlaubt sind Fotos im Datei Format JPG bzw. JPEG bis zu einer Dateigröße von 20 MB. RAW-Formate müssen vorher zum JPG umgewandelt werden.
  • Ideal wäre es, wenn du vor dem Hochladen die Fotos auf eine Größe von 1536 Pixel für die lange Seite bringst. Hier findest du die Anleitung, wie das in Lightroom funktioniert. Doch auch jede andere Bildbearbeitungs-Software hat die Möglichkeit, die Bildgröße zu reduzieren.
  • Mit dem Hochladen sicherst du zu, dass das Foto von dir selbst gemacht wurde. Lade niemals das Foto eines anderen Fotografen hoch! Solltest du das doch tun, riskierst du einen Rechtsstreit, der dich richtig teuer kommt.
  • Wir sammeln erst mal alle Fotos etwa eine Woche lang. Danach werden wir einen Teil der Fotos, an denen es besonders viel zu lernen gibt, in einem Webinar besprechen. Die Einladung zu diesem Webinar erhältst du per E-Mail in deinem Postfach, wenn du meinen Newsletter beantragt hast. Solltest du mal Newsletter noch nicht erhalten, kannst du ihn hier abonnieren.
  • Solltest du Mitglied in meiner Facebook Gruppe Fotografie-Praxis sein, dann kannst du natürlich auch dort deine Aufgaben veröffentlichen. Es wird täglich ein Beitrag zu diesem Thema dort veröffentlicht und dort werden ebenfalls die Termine für die Webinare bekannt gegeben.

Das Feedback-Webinar

Klar, dass solch ein Thema eine Bildbesprechung braucht. Wir sprechen darüber, welche Fotos gut sind und wo es noch Verbesserungspotential gab. Haben wir gemacht, hier ist die Aufzeichnung:

54 Kommentare

  1. Hier mein Beitrag, ein etwas experimentelleres Selfie mit Langzeitbelichtung, Farbgels und Blitzen.
    Sorry falls Doppelpost, aber der erste Upload scheint nicht funktioniert zu haben. sg Mark

  2. Hallo zusammen, bin weder böse noch traurig, aber auf Knopfdruck lustig oder gar freundlich ;)? Nicht so einfach.

    Beste Grüße Bernd Lindner

  3. Selbstportrait mit Gitarre.
    Das Bild habe ich ein bisschen zugeschnitten und von Farbe auf schwarzweiß geändert.

  4. Hallo lieber Karsten,
    da sind ja ein paar SEHR gute Portraits dabei. Echt fesche Männer!
    Vielleicht kannst Du neben dem Fotografieren eine Singlebörse aufmachen ;-)?

    Ich habe mir alle Aufgaben angesehen, aber komme nicht dazu Fotos zu machen. Tut mir echt leid. Der Garten ruft.

    Liebe Grüße

  5. Hallo zusammen,

    gestern war ich in Bangkok und habe gerade noch den letzten Flieger nach Hause bekommen.
    Was macht man da nicht alles, wenn man auf den Flieger wartet? Fotografieren.
    Mehr vom Kopf ging nicht ´drauf, weil die Arme zu Ende waren. Es war echt gespenstig hier. Die Internationale Abflughalle war komplett leer.
    50mm, Blende 4,0, ISO 400, 1/80 s.

    Ich grüße euch alle und möchte Karsten danken, dass er diese tolle Aktion ins Leben gerufen hat.

    Rolf

    • Schön Rolf, dass du gut nach Hause gekommen bist und das du hier auch mitmachst. Ja wirklich unglaublich, was der Karsten alles für uns macht 💕 BRAVO Karsten und ein riesen Danke!

  6. Tolle Aktion,
    Auch wenn ich nicht alle Hausaufgaben auf die Reihe bekomme,
    ein ganz großes Dankeschön an Karsten!

  7. Menno, alles so tolle Foto´s!!
    Gut, daß es das Webinar am WE gibt “nie mehr unscharfe Foto´s”
    Meins ist , glaube ich, nicht richtig scharf….aber Augen zu und durch ;))

  8. Ich geb’s ja zu: mein erster Gedanke, als ich von der Aufgabe gelesen habe: Oh, mein Gott…
    Hätte nie gedacht, dass mich jemand dazu bringt, ein Selbstportrait zu machen aaber: hab es versucht

  9. Da kann ich mich Sylvia nur anschließen…vor der Kamera bin ich auch nicht gerne. 1000 mal hin- und her gelaufen wegen des Fokus, bei den anderen sieht es immer so easy aus. Nachts ist mir dann eingefallen, dass ich auch einen Fernauslöser habe. 90mm ,f3/5, Iso 200

  10. Ich hab mich auch mal getraut, obwohl ich anfangs auch sehr skeptisch war. Es hat dann aber doch Spaß gemacht und mit dem Ergebnis bin ich ganz zufrieden

  11. Selbstportrait , darüber habe ich mir lange gedanken gemacht.
    Was für eine Schokoladenseite habe ich? Wo machst du die
    Aufnahme und wann machst du die Aufnahme.
    Mit Aufhell – Blitz (man sieht es an der Brille) und Fernauslöser.

  12. Ich hätte nicht gedacht, das hinzukriegen. Aber irgendwann bin ich etwas lockerer geworden und hatte sogar Spaß daran. Hier sitze ich vor einer Büchersammlung, die noch von meinem Vater und Großvater sind: echt alte Schätze!

  13. … das allererste Probefoto: ungestylt und locker, dafür fototechnisch schlecht … Mir gefällt es trotzdem am besten.

  14. … nach gefühlten 1000 Aufnahmen und verschiedenen Kompositionen (verschiedene Klamotten, Lachen, Nicht lachen, mit und ohne Hintergrund ….) Ich glaube, Selbstportrait ist nicht mein Genre 😉

  15. Ganz ausnahmsweise noch ein zweites und das dann auch noch aus dem Archiv.
    Aber das Meer (hier im Töwerland) ist gerade leider einfach viel zu weit weg, um dieses für mich sehr wichtige Element mit in mein Selbstporträt einbinden zu können. Aber das ist auch eine gute Beschäftigung, ein bisschen im Archiv zu stöbern…

  16. Das war eine echte Herausforderung, also vielen Dank für diese Aufgabe, Karsten. Ich trage immer schlichte Rollis – schön warm für der Schalk im Nacken 😉 Heute durfte der mal mit aufs Foto.

  17. Ich liebe Musik und da ich momentan nicht auf Konzerte kann, höre ich sie mir Zuhause an.
    Das mit der Beleuchtung war für mich eine Herausforderung und dass ich in die Kamera und nicht auf den Display schaue 😀

  18. So, auch ich stehe sehr viel lieber hinter als vor der Kamera. Diese Aufgabe war eine echte Herausforderung. Hier sitze ich auf meinem Lieblingsplatz: einem alten Sofa im Wintergarten.

  19. Hallo Karsten,
    mein Selbstportrait hatte ich eigentlich als düsteres Low-Key Bild geplant, so mit 3 Tage-Bart und Faltenbetont. Dann gefiel mir aber die helle sonnige Variante besser (welche Vorlage mich dabei wohl inspiriert hat?)
    ISO 100, f4, 1/100, und Blitz und ein 8x Graufilter, da sonst Belichtungszeit über der Blitzsynchonisationzeit. Die Blende sollte wegen der Schärfentiefe offen bleiben.

  20. Hier die Auflösung: als Musiker spielen wir ja meistens Cover Songs. Und so habe ich versucht, ein Cover-Selbstportrait zu machen:

  21. Versuch in Schwarz-Weiß, nur zugeschnitten, sonst unbearbeitet:
    von vorne grauverhangenes Tageslicht, hinten und schräg seitlich stark gewölbter weißer Regenschirm.

  22. Hallo an Alle :)))
    Hier mein Selfie von einer Wanderung mit Schneefall im Harz vor drei Wochen.
    Herzliche Grüße
    Andreas

  23. Hallo Andreas, erst in der Inspiclass gute Kritiken abräumen und dann hier auch noch Punkte holen ;). Du bist uns Einer, sehr schön 🙂 , wenn da der Karsten hinter kommt 😉 LG.LB.

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