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Brennweitenvergleich

Brennweitenvergleich:

brennweitenvergleichIn meinem Buch über Porträtfotografie verspreche ich, einen Brennweitenvergleich zu zeigen. Hier ist er.

 

Brennweitenvergleich

Mit der Brennweite stellst du ausschließlich den Ausschnitt ein:

  • Du entscheidest, WAS du fotografieren willst, indem du genau diesen Ausschnitt mit der Kamera anvisierst.
  • Du entscheidest, WIEVIEL du drauf bekommen willst, indem du am Zoom drehst und genau den Teil deines Motiv aufnimmst, den du haben möchtest.

So lange du deinen Standpunkt (= die Perspektive) nicht änderst, bekommst du mit unterschiedlichen Brennweiten nur unterschiedlich viel von deinem Motiv auf das Foto.

 

Der Testaufbau zum Brennweitenvergleich

Um dies zu zeigen, habe ich mit der lieben Chrisa ein paar Fotos gemacht, die du gleich siehst. Wir standen etwa 4 Meter voneinander entfernt und haben beide unsere Positionen während des Fotografierens nicht verändert. So kannst du die Auswirkung der Brennweitenveränderung genau beobachten.

Wie du sehen wirst, kommt immer weniger von Chrisa auf das Foto. Dieser kleinere Teil kommt dafür immer größer in das Foto. Das verleitet viele dazu, zu denken, sie würden das Motiv “näher heran holen”. Doch das ist falsch! Das ist ein kleiner, aber ganz wichtiger Unterschied, den ich in diesem Artikel herausarbeite.

Achte also bei den folgenden Fotos darauf, dass immer weniger von Chrisa auf das Foto kommt. Sie selbst, nehmen wir als “Kontrollelement” ihre Nase, kommt dir aber nicht näher – sie kommt nur größer in das Bild.

Alle Brennweitenangaben beziehen sich auf das Vollformat. Ich habe Brennweiten von 24 mm bis 600 mm verwendet. Solltest du eine andere Sensorgröße verwenden, dann hier vergleichsweise die Millimeterangaben für deinen Sensor:

  • APS-C Canon: 15 – 375 mm
  • APS-C andere Hersteller: 16 – 400 mm
  • 4/3-Zoll bzw. (M)FT: 12 – 300 mm

Damit auch bei 600 mm noch ausreichend Schärfentiefe vorhanden ist, um von der Nasenspitze bis knapp hinter den Augen alles scharf zu haben, musste ich mit Blende 8 fotografieren.

Genug der Vorrede, hier kommen die Fotos. 🙂

 

Der Brennweitenvergleich

 

Brennweite: 24 mm

 

Brennweite: 30 mm

 

Brennweite: 35 mm

 

Brennweite: 50 mm

 

Brennweite: 70 mm

 

Brennweite: 85 mm

 

Brennweite: 120 mm

 

Brennweite: 150 mm

 

Brennweite: 180 mm

 

Brennweite: 200 mm

 

Brennweite: 250 mm

 

Brennweite: 300 mm

 

Brennweite: 400 mm

 

Brennweite: 500 mm

 

Brennweite: 600 mm

Wahnsinn, was die Brennweite ausmacht, oder?

 

Brennweitenvergleich: Dein Erkenntnisgewinn

Ok, du hast durch diesen Brennweitenvergleich gesehen, dass sich der Ausschnitt ändert, du aber nichts “heranholst”. DAS will ich zukünftig nicht mehr aus deinem Munde hören, ok?! 😉

Was kannst du denn sonst noch aus diesen Fotos lernen?!

  1. Wie du siehst, wird bei den Fotos mit Weitwinkel die Landschaft noch sehr scharf. Je länger die Brennweite, umso unschärfer wird der Hintergrund. Merke: Je länger die Brennweite, umso geringer die Schärfentiefe. Deshalb verwenden wir in der Porträtfotografie so gerne leichte Telebrennweiten. Denn …
  2. … Brennweiten zwischen 70 und 120 mm sind optimal für die Portraitfotografie, weil sie dich in moderatem Abstand zum Modell fotografieren lassen. Stehst du weiter weg, musst du schreien. Bist du zu nahe dran, würdest du deinem Modell eine viel zu große Nase verpassen (durch den geringeren Abstand wird die Nase ja tatsächlich “herangeholt”!).
  3. Stehst du so weit entfernt, dass du mit optimaler Brennweite das Modell zur Hälfte oder sogar ganz ins Foto bekommst, kannst du die Blende deutlich weiter öffnen, als Blende 8. In meinem Buch hast du ja gelesen, welche Werte ich empfehle. Nur bei extrem langen Brennweiten musst du weiter abblenden, weil diese über extrem geringe Schärfentiefe verfügen.

Wusstest du um diese Zusammenhänge? Oder war bei diesem Brennweitenvergleich was Neues für dich dabei?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar, ich freue mich drauf! 😉

 

10 Kommentare

  1. Hannelore

    Hallo Karsten,
    um Deine Frage zu beantworten, ja, ich habe diese Zusammenhänge vor Jahren mal gelernt, aber bei Weitem nicht so ausführlich und einprägsam. Es ist immer wieder eine Freude, Deine Tipps zu lesen. Selbst theoretisches Wissen wird dadurch aufgefrischt. Danke Dir.
    L.G. Hannelore

    • Ich danke dir, schön, wenn ich helfen kann.;-)

  2. Torsten Niebert

    Danke. Karsten,
    Deine erklärung hat mich bei der Entscheidung ob ich ein Teleobjektiv kaufen soll bestärkt .
    Und ein Buch hab ich auch gleich bestellt.
    L..G. Torsten

    • Gerne, Torsten! 🙂
      Dann viel Spaß damit, berichte mal, wie es läuft! 🙂

  3. Hermann

    Danke Karsten das du mir gezeigt hast wie man Personen heranholt.Upss ich meinte wie sich der Bildausschnitt ändert.Siehste ich hab schon gelernt😉.Nein alles gut,sehr lehrreich.👍

  4. Brigitte Hermes

    Hallo Karsten, wieder einmal ein gelungener Beitrag. Deine Tipps sind einfach sehr gut und einprägsam geschrieben. Ein großes Dankeschön dafür. Viele Grüße Brigitte

  5. Sigrid Kleine-Limberg

    Hallo Karsten , ich habe bei Dir soo viel gelernt und bin manchmal selber überrascht über meine tollen Fotos!
    Was mir unheimlich viel gebracht hat , ist das Webinar über Makrofotografie…!.
    Nicht nür die Blüte muss in die richtige Richtung schauen….auch die Person…
    der Blick muss offen sein und in die richtige Richtung schauen!
    Machst Du vielleicht mal einen Kurs über Blitzen ?
    L.Gr. Sigrid

    • Ich danke dir, Sigrid! 🙂
      Der Blitzkurs wird uns im Winter die Abende versüßen. 🙂

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