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Das optimale Porträt Objektiv

Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch über Porträtfotografie, das du in jedem Buchladen oder im Onlinehandel kaufen kannst.

 

Neben der Kamera willst du ein Portrait Objektiv für deine Porträtfotografie nutzen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hast du schon ein Universalzoom mit deiner Kamera erworben.

 

Objektiv Portrait
Ein übliches Universalzoom für eine APS-C-Kamera. Für fast alles geeignet, aber nur eingeschränkt für Porträts.

Ein Zoomobjektiv für Porträts?

Mit solch einem Universalzoom, das so heißt weil es Weitwinkel-, Normal- und Telebrennweiten in sich vereint, kannst du etwa 80 % aller Motive fotografieren. Von der Landschaft über Makros bis hin zur Porträtfotografie hast du damit eigentlich alles, was du benötigst.

Doch für die Porträtfotografie sind diese Universalzooms nicht besonders gut geeignet. Warum das so ist, verrate ich dir gleich. Doch vorher möchte ich dir noch kurz erklären, was denn genau geschieht, wenn du zoomst.

 

Was beim Zoomen wirklich geschieht

Beim Zoomen veränderst du nur den Ausschnitt.

Viele denken, dass sie dadurch etwas „näher heran“ holen, doch das ist völlig falsch. Denn beim Zoomen legst du ausschließlich den Ausschnitt fest: Mal bekommst du viel von deinen Motiv aufs Foto (mit einem Weitwinkel), mal deutlich weniger (mit einem Tele).

Wenn du nur einen kleinen Teil deines Motivs auf das Foto bekommst, erscheint dieser Teil sehr viel größer im Foto. Das verleitet viele zu der Annahme, sie würden diesen Teil des Motivs „heran holen“. Doch tatsächlich ist er nur größer im Bild.

 

Weitwinkel als Portrait Objektiv? Neee!!

Gurkennasenfotos machst du mit dem Weitwinkel

Dieser kleine, aber feine Unterschied ist entscheidend in der Porträtfotografie: Denn du willst es unbedingt vermeiden, mit einem Weitwinkel zu fotografieren. Ein Weitwinkel lässt nämlich den Vordergrund überproportional groß erscheinen. Und du ahnst es schon – der Vordergrund bei einem Porträt ist immer die Nasenspitze!

Du kennst wahrscheinlich diese lustigen Fotos von Menschen, Hunden oder Pferden mit riesengroßen Nasen. Das kann man mal machen, ein vorteilhaftes Porträt sieht hingegen anders aus.

Du siehst also, Zoomobjektive sind generell in der Porträtfotografie nicht besonders empfehlenswert, weil immer die Gefahr besteht, dass du aus Gründen der Bequemlichkeit einfach in den Weitwinkelbereich zoomst, weil du es unterlässt, lieber einen Schritt zurück zu gehen.

Doch welche Brennweiten sind nun für die Porträtfotografie besonders empfehlenswert? Ich verrate es vorweg: Es sind die leichten Telebrennweiten.

 

Leichte Telebrennweiten für unterschiedliche Sensoren

Wie du bereits im letzten Abschnitt (Anmerkung: im Buch) gelesen hast, gibt es ja Kameras mit unterschiedlichen Sensorgrößen. Diese verschiedenen Sensorgrößen erfordern jeweils auch unterschiedliche Brennweiten, um jeweils den gleichen Ausschnitt zu erreichen.

Hier finden du nun gängige Brennweitenbereiche für die unterschiedlichen Sensorformate:

  • Vollformat: 85 mm – 135 mm
  • APS-C: 50 mm – 90 mm
  • 4/3-Zoll: 42 mm – 65 mm
  • Für Kompaktkameras kann ich hier keine Angaben machen, denn bei diesen kannst du üblicherweise beim Zoomen die Brennweite schon gar nicht ablesen. SIe sind ohnehin nicht besonders für die Porträtfotografie geeignet (lies dazu meinen Artikel über die optimale Portrait Kamera!).

Wenn du es bisher noch nicht getan hast, willst du also spätestens jetzt die Bedienungsanleitung deiner Kamera zur Hand nehmen und herausfinden, welche Sensorgröße in deine Kamera eingebaut ist. Nur so weißt du, welche Angaben in den Praxisanleitungen für deine Kamera gelten.

 

Festbrennweiten

Sehr viel besser geeignet als Zoomobjektive sind die sogenannten Festbrennweiten. Das hat nichts mit feiern zu tun, sondern solche Objektive besitzen einfach keinen Zoom. Das bedeutet, sie bieten dir nur eine einzige Brennweite.

Ein Objektiv mit 50 mm Brennweite. Da kannst du nicht zoomen: Der vorhandene Drehring ist nur – falls mal nötig – zum manuellen Scharfstellen da.

Das klingt erst mal wie ein Nachteil, aber wenn du es mit der Porträtfotografie ernst meinst, dann haben diese Festbrennweiten sehr viele Vorteile. Und der vermeintliche Nachteil, nur eine einzige Brennweite zu bieten, ist gar kein echter Nachteil.

Denn du brauchst in der Porträtfotografie meistens nur eine einzige Brennweite, um vorteilhafte Porträts zu erstellen. Sogar viele Profifotografen, die sehr erfolgreich sind, benötigen gar nicht mehr, als eine einzige Festbrennweite.

Für den Einstieg möchte ich dir daher folgende Brennweiten empfehlen:

  • Vollformat: 85 mm
  • APS-C: 50 mm
  • ¾-Zoll: 42 mm

Diese Brennweiten bieten alles, was du für erfolgreiche Porträtfotografie brauchst:

  • Einen perfekten Ausschnitt …
  • … bei einem optimalen Abstand, der auch noch …
  • … eine gute Kommunikation mit dem Modell ermöglicht.

Natürlich kannst du dir später mehrere feste Brennweiten zulegen, um deine Gestaltungsmöglichkeiten zu erweitern. Doch für den Anfang wirst du mit dieser Brennweite sehr zufrieden sein!

 

Lichtstärke ist ALLES!

Festbrennweiten haben aber auch noch einen anderen sehr wichtigen Vorteil gegenüber Zoomobjektiven. Denn sie sind sehr viel lichtstärker. Lichtstärke heißt, dass die größte Blende einer Festbrennweite immer sehr viel größer ist, als die größte Blende eines Zoomobjektivs.
Das bedeutet, dass Festbrennweiten generell sehr viel mehr Licht in die Kamera gelangen lassen, als Zoomobjektive. Nebenher, und das werde ich im nächsten Abschnitt (Anmerkung: im Buch) ausführlich erklären, kannst du dadurch auch noch eine geringe Schärfentiefe realisieren.

Du weißt ja, je geringer die Schärfentiefe, umso unschärfer werden die Hintergründe im Bild.

Doppelt gemoppelt?

Du fragst dich, warum du beispielweise bei einer APS-C, die mit einem 17 – 55 mm Zoomobjektiv ausgeliefert wurde, zusätzlich eine 50 mm Festbrennweite kaufen sollst? Wo eine solche 50er Brennweite sich doch schon in dem 17 – 55 befindet?

Links ein Universalzoom, rechts das lichtstarke 1,4/50 mm

Du habst recht, das 50er ist schon in dem Universalzoom enthalten. Aber diese Universalzooms sind mit einer Anfangsblende von 5,6 im Telebereich eben nicht besonders lichtstark! Und darum geht es: Bei 50 mm hat eine Festbrennweite eine Anfangsblende von mindestens 1,8 oder besser. Doch dazu gleich mehr.

Im direkten Vergleich siehst du den Unterschied in der Lichtstärke: Links ein Universalzoom auf 50 mm eingestellt und mit größter Blende 5,6. Rechts dagegen eine 50 mm Festbrennweite bei größter Blende 1,4 – hier gelang 16 mal so viel Licht in die Kamera, wie bei Blende 5,6.

 

Die Festbrennweite als disiplinarische Maßnahme

Mit leichten Telebrennweiten gelingen Porträts besonders gut.

Ich habe es oben (Anmerkung: im Buch) auch schon einmal angedeutet: Der richtige Abstand zum Modell ist sehr wichtig. Weil du bei einer Festbrennweite den Ausschnitt nicht durch das Zoomen festlegst, sondern ausschließlich durch den Abstand, ist eine Festbrennweite also praktisch eine disziplinarische Maßnahme, um dich auf den richtigen Abstand zu bringen. Das verhindert überproportional große Nasen!

Bei einer Festbrennweite bekommst du weniger von deinen Modell auf das Bild, indem du näher herangehst. Gehst du hingegen weiter weg, bekommst du mehr von deinen Modell auf das Foto. So ist es praktisch gar nicht möglich, viel zu nah an dein Modell heranzugehen. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Zoomobjektiven.

Denn befindest du dich mit einem Zoomobjektiv sehr nah an deinen Modell und möchten nun etwas mehr von dem Porträtierten auf das Foto bekommen, passiert oft Folgendes: Du drehst „mal eben schnell“ am Zoom in den Weitwinkelbereich und fotografierst dein Modell so mit einer riesengroßen Nase. Und das willst du ja nicht, oder?!

 

Festbrennweiten: Die Unterschiede

Festbrennweiten erhältst du häufig in verschiedenen Varianten bei gleicher Brennweite. Die Unterschiede liegen dabei überwiegend in der Lichtstärke.

Generell lässt sich sagen, dass lichtstärkere Objektive immer teurer sind, als weniger lichtstarke.

Nehmen wir als Beispiel das sehr häufig verwendete 50 mm, das es von den meisten Herstellern in zwei, von einigen wenigen Herstellern aber auch in drei verschiedenen Varianten gibt. Mit den jeweils größten Blenden von 1,8, 1,4 oder 1,2 sind die Preisunterschiede nicht unerheblich.

Doch für welches diese Objektive solltest du dich entscheiden?

 

Das Yongnuo 1,8/50 mm: Für unter 50 € soll es gar nicht schlecht sein.

1,8/50 mm: Für Einsteiger, Sparfüchse und Gelegenheitsnutzer

Das lichtschwächste unter diesen drei Festbrennweiten, das 1,8/50 mm, ist die günstigste Lösung und damit sehr empfehlenswert für alle, die überhaupt erst mal herausfinden möchten, ob Porträtfotografie etwas für sie ist.

Außerdem empfehle ich dieses Objektiv immer allen, die die Porträtfotografie nicht besonders intensiv betreiben wollen oder die nicht so viel Geld ausgeben möchten.

Damit kannst du schon sehr anständige Porträtfotos machen und schonst so trotzdem deinen Geldbeutel.

 

Das Nikon 1,4/50 mm kostet 450 €. Ich habe meines seit Jahren im Einsatz.

1,4/50 mm: Für ernsthafte Porträtfotografen

Wenn du es richtig ernst meinst mit der Porträtfotografie, solltest du ein 1,4/50 mm wählen.

Hier hast du häufig eine sehr viel bessere optische Qualität, ein mechanisch stabileres Objektivgehäuse und natürlich noch mehr Spielraum, als bei einem 1,8er. Dafür ist der Preis aber auch etwas höher.

Doch wenn du dieses Objektiv auf deine Kamera schraubst, wirst du stets ein breites Grinsen auflegen – so viel Spaß wirst du damit haben. Bei einem auch für Hobbyisten vertretbaren Preis hast du hier perfekte Arbeitsbedingungen in der Porträtfotografie. Von daher bekommt das 1,4/50 mm von mir eine uneingeschränkte Empfehlung.

 

Das Canon 1,2/50 mm ist mit über 1300 € schon sehr teuer.

1,2/50 mm: Für Leute mit zu viel Geld oder Geltungsbedürfnis

Von einigen Herstellern gibt es das 50er auch noch in einer 1,2/50 mm Variante.  Diese Objektive sind unverschämt teuer, haben dafür aber auch noch mal etwas mehr Möglichkeiten. Doch sind diese in der Praxis wirklich nutzbar?

Nicht wirklich, weshalb ich zu diesen Objektiven nur rate, wenn du sehr leidensfähig bist, was deinen Geldbeutel und den Praxiseinsatz betrifft. Denn diese Objektive sind auch noch obendrein sehr schwer, weil natürlich das viele verwendete Glas seinen Tribut fordert.

Außerdem sind extrem lichtstarke Objektive immer von Gesetzen der Optik besonders betroffen. Hier ist vor allem die bei Offenblende sehr starke Randunschärfe zu nennen. Im Klartext: Auch wenn sie sehr teuer sind, sind diese Objektive meist  nicht die allerschärfsten.

Aber lichtstarke Objektive verwendet man ja ohnehin nur im Notfall mit der vollständig geöffneten Blende. Weil die Bildqualität dann meist deutlich steigt, verwendet man solche Objektive meist immer um 2 – 3 Blende abgeblendet. Beachte auch meinen Artikel zur Schärfe von Objektiven.

Den folgenden Abschnitt findest du nicht in meinem Buch. Aber diese künstlerische Freiheit darf ich mir hier ja nehmen:

Weil diese Objektive extrem teuer bei gleichzeitig suboptimaler Bildqualität sind, gibt es böse Zungen die behaupten, dass solche Objektive sich immer nur an den Kameras von Angebern und Posern befinden. Von weitem sieht man ja schon die sehr große Glasfläche dieses Objektivs. Damit ist klar: Dieser Fotograf hat sehr viel Geld für dieses Objektiv in die Hand genommen! Doch du weißt es besser: Lass ihn ruhig denken, dass er jetzt voll der Checker ist.  🙂

 

Und was ist mit den 4/3-Zoll-Kameras?

Du besitzst eine FourThirds bzw. MicroFourThirds, die ich der besseren Lesbarkeit gerne als 4/3-Zoll-Kamera bezeichne? Durch den kleineren Sensor bringt deine Kamera ja schon sehr viel mehr Schärfentiefe mit, als die APS-C oder gar die Vollformat.

Ich hatte es im letzten Artikel über die Portrait Kamera schon angesprochen: Wenn du ähnliche Ergebnisse wie an einer APS-C mit 1,4/50 mm mit deiner 4/3-Zoll erreichen willst, dann benötigst du ein extrem lichtstarkes Teleobjektiv. Einige Herstellen bieten ein Porträttele für 4/3-Zoll mit einer Blende 0,95 an – für einen Preis zwischen 800 und 1000 € nicht gerade ein Schnapper.

Ich kann mir vorstellen, dass du das etwas ärgert. Aber es gibt eine klasse Alternative! Bevor du in dieses extrem teure Objektiv investierst, kannst du auch eine APS-C (z.B. meine) mitsamt eines 1,4/50 mm kaufen. Diese Kombination ist zusammen günstiger, als das oben vorgestellte Objektiv mit Blende 0,95 und bietet vergleichbar wenig Schärfentiefe. So hast du eine zweite Kamera speziell für die Porträtfotografie und kannst deine 4/3-Zoll für alle anderen Spielarten der Fotografie nutzen.

Ich weiß, beide Lösungen sind nicht besonders befriedigend und kosten sogar annähernd das gleiche Geld. Aber wenn du mit möglichst geringer Schärfentiefe fotografieren möchten, bleibt dir nichts anderes übrig. Es sei denn, die dritte Alternative ist ok für dich: Kauf du ein möglichst lichtstarkes, bezahlbares Objektiv mit einer Anfangsblende von 2 – 2,8 und etwa 42 mm und finde dich einfach mit der etwas größeren Schärfentiefe ab.

Eine großsensorige Kamera und ein leichtes Tele als Festbrennweite – mehr brauchst du nicht für ein tolles Porträt.

 

Objektiv-Empfehlungen

… findest du in diesem Artikel über das optimale Porträt-Objektiv.

In meinem Buch über Porträtfotografie, das du in jedem Buchladen oder im Onlinehandel kaufen kannst, lernst du nicht nur den optimalen Einsatz von Porträt-Objektiven, sondern alles andere auch, was für klasse Porträts wichtig ist.

 

 

Umfrage. Verrat mir was.

Ich habe dir erklärt, was du für Technik benötigst, um gute Porträts zu machen.

Jetzt interessiert es mich, was du als die größte Herausforderung betrachtest beim Fotografieren eines Menschen. Hast du es schon mal versucht? Was hat nicht gut geklappt? Ging was schief? Wo hat es gehakt?

Oder wenn du es noch nicht versucht hast – warum nicht? Was hat dich abgehalten? Wovor hattest du den größten Respekt? Oder gar Angst?

Hinterlasse mir im Kommentar deine Fragen, deine Herausforderungen oder Probleme. Und ich werde daraus die Fortsetzung dieser Serie machen.

 

 

33 Kommentare

  1. Zu allererst erst einmal danke schön für Deine Mühe ! 🙂

    Und nun meine, ganz persönlichen Anmerkungen zu deinem Artikel:

    Ja, es ist wichtig, besonders als Einsteiger in die Fotografie, zu wissen, welches Objektiv für die Porträtfotografie am besten geeignet ist und warum das so ist. Welche technischen Spezifikationen zu welchem Ergebnis führen und wie man Vorder und Hintergrund voneinander trennt.

    Wenn man dann dieses Wissen verinnerlicht hat und man deshalb schon vor dem druck auf den Auslöser ganz genau weiß, wie das Fertige Bild aussehen wird, wird einem dann aber auch irgendwann klar, dass es bei einem guten Porträt nicht auf das Objektiv ankommt, sondern darauf den Menschen so zu zeigen, wie er ist, oder wie er sich selbst gerne sehen möchte und plötzlich ertappt man sich dabei, dass man für das nächste Portrait das Weitwinkel anbringt und für das übernächste vielleicht das Tele, oder das man das teure 1000 Euro Objektiv gegen eine billige Plastiklinse ersetzt, weil man nur damit das Bild umzusetzen in der Lage ist, welches man im Kopf schon lange vor sich gesehen hat.

    Ich will damit sagen, dass es nicht wirklich wichtig ist, welche Kamera, welches Objektiv man einsetzt.
    Wichtig ist nur, immer zu versuchen den Menschen hinter der Fassade einzufangen und ich glaube, genau das zu erreichen, ist das größte Problem, die größt Herausforderung, aber gibt einem auch, sofern man dieses Ziel erreichen konnte, auch die größte Befriedigung in der Porträtfotografie.

    Vielen dank noch einmal und viele Grüße
    Ralf

    • Klar Ralf, damit hast du uneingeschränkt ins Schwarze getroffen. Die hohe Kunst der Porträtfotografie ist es, das Wesen eines Menschen einzufangen, seine Persönlichkeit festzuhalten. Da wollen wir alle hin!!

      Trotzdem brauchst du, lange bevor du an dieses hehre Ziel denkst, eine Kamera, um das dann auch irgendwann festhalten zu können. Bietet diese dir die Möglichkeit, dass das Foto schon einmal alle Konzentration des Betrachters auf das Modell richtet, ist es schon viel einfacher, eion Porträt zu schaffen (weil in einem unscharfen Hintergrund nichts mehr vom Porträtierten ablenkt).
      Daher fing ich mit diesem zugegeben niedrigen Anspruch diese Serie über Porträtfotografie an. Damit das schon mal erledigt ist!
      Aber ich notiere gerne für weitere Themen: Wie fange ich das Wesen und die Persönlichkeit im Foto ein? Ok? 🙂

  2. Thomas Riedel Thomas Riedel

    Hallo Karsten – bestimmt für Einige ein tolles Thema und das ist hier wieder ein toller Blog ! Aber es ist nicht mein Thema. Eigentlich. Ich habe mal vor vielen Jahren die Idee gehabt von einigen Menschen, die mich beeindruckt, haben Close ups zu erstellen. Natürlich ist es nie dazu gekommen ( welcher Prominente würde sich auch dafür hergeben, sich von einem Unbekannten – gezielt- ablichten zu lassen… )

    Was mich allerdings interessieren würde: Es gibt ja diverse Reisefotografien, wo Land und Leute – Locals – abgelichtet wurden.

    Benutzen diese Fotografen auch Festbrennweiten um diese besondere Stimmung ( der Leute ) zu erhalten ?

    Stelle es mir nicht unbedingt einfach vor auf Reisen so etwas machen zu können. Portraits sind meiner Meinung ja wirklich gezielte und geplante Aufnahmen, die man so auf Reisen nicht immer unbedingt machen kann.

    Und: Gibt es in deinem neuen Buch ein spezielles Kapitel zum Thema Close up ? ( Oder handelt es sich dabei einfach nur um eine “cool-klingende Bezeichnung” für die Porträt-Fotografie ?

    Bin mal gespannt 😉

    Schöne Grüße
    Thomas

    • Auf Reisen wird oftmals eher in Schnappschussmanier aus weiter Ferne fotografiert. Der Protagonist (der ja in diesem Moment gar nicht porträtiert wird) weiß ja nichts davon, dass er fotografiert wird.
      In meinem Buch habe ich daher gleich auf den ersten Seiten definiert, was für mich ein Porträt ist. Ich zitiere mal. Achja, ich Buch muss ich Siezen, so will es der Verlag. Also nicht wundern. 🙂

      Es ist durchaus ein großer Unterschied, ob Sie eine Person lediglich ablichten oder ob Sie sie porträtieren. Schauen wir uns also diesen Unterschied an:
      In der Fotografie sprechen wir von einem Porträt, wenn Sie in einem Foto eine Person darstellen. Dabei handelt es sich in der Regel um ein künstlerisches Bildnis.
      Der Porträtist – also zukünftig Sie – versucht üblicherweise, nicht nur das Aussehen des Porträtierten abzubilden. Sondern im Idealfall fangen Sie das Wesen oder die Persönlichkeit der fotografierten Person ein. In manchen Fällen möchten Sie vielleicht aber auch dieses Wesen oder die Persönlichkeit karikieren, übersteigern oder idealisieren.
      Dies erreichen Sie durch zwei Dinge:

      • Im fertigen Porträt ist klar ersichtlich, dass Sie Kontakt zu der fotografierten Person aufgenommen haben.
      • Der Porträtierte ist eindeutig das Hauptmotiv. Alles andere hat sich ihm unterzuordnen. Ablenkende oder störende Elemente wurden von Ihnen konsequent vermieden bzw. entfernt.

      Die wirklich guten Fotografen wissen das und fotografieren – auch auf Reisen – genau so: Sie nehmen Kontakt mit ihren Protagonisten auf und versuchen dann, deren Wesen einzufangen. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist Steffen Böttcher aka Der Stilpirat. DAS hat der Mann einfach drauf! Hier mal nur eines von vielen Beispielen, wo er genau so gearbeitet hat.

      Ich habe mal das 5. Foto von oben (Junge im hellen Hemd vor Dorf) für dich daraufhin analysiert, ob er eine Festbrennweite dafür genutzt hat. Er verwendete die Ricoh GR II, ein extrem kompakte APS-C-Kamera, die nur ein Objektiv hat: Ein 2,8/18,3 mm.
      Also im Prinzip von der Brennweite nichts anderes, als das, was du an deiner Kamera (eine Nikon 5xoo, wenn ich mich recht entsinne, oder?) auch hast, Thomas. Der entscheidende Unterschied: Dieses Objektiv hat Blende 2,8 und die hat er genutzt.

      Da er natürlich auf Reisen war, hat er mit dem 18er ein Weitwinkel genutzt, um das Umfeld ebenfalls einzufangen. Da haben wir es, wieder, was Ralf oben in seinem Kommentar ansprach: Die Brennweite ist eigentlich egal.

      Um deine Frage zu beantworten: Ja, die guten Fotografen porträtieren auch auf Reisen mit einer Festbrennweite. Sie fangen das Wesen, die Persönlichkeit der Porträtierten ein, indem sie ein Porträt genau so angehen, als wären sie nicht auf Reisen: Sie nehmen Kontakt auf und arbeiten dann mit ihren Modellen. Insofern sind diese Aufnahmen gezielt und in diesem Moment – zwar kurz und knapp – aber eben auch geplant.

      Gute Fotos sind halt immer noch eine Überwindungsprämie!!! 🙂

      Mein Buch soll Anfänger an die Porträtfotografie heranführen. Was wäre es ohne einen Hinweis auf ein Closeup?! 😉

      • Thomas Riedel Thomas Riedel

        Wow – herzlichen Dank für deine Mühen und diese ausführliche Erklärung 🙏

  3. Thomas Wilde (TOM) Thomas Wilde (TOM)

    Hallo karsten,
    in einem Kurs zum Thema Blitzen hattest du uns ein Model spendiert. Zuerst war ich sehr erschreckt, keine Gegenstände zu fotografieren, sondern ein hübsches Model.
    Aber dann hats Spass gemacht, besonders bei den Aufnahmen in der Stadt.
    Mein Ding wirds wahrscheinlich nicht. Und wenn dann nur ohne Blitz.
    Für meine APS-C Kamera habe ich ein 35/1,4 damit muss ich für mein Gefühl zu nah ran. Besser das 90/2,8 Macro an der Vollformat, womit ich aber auch lieber Macros mache.
    LG Tom

    • Hey Tom, das 35er entspricht an der APS-C ja dem Normalobjektiv. Das ist mir gefühlt auch zu nah, die Nasen werden oft zu groß.

      Die Idee mit dem 90er Makro an der Vollformat ist im Prinzip meiner Empfehlung fast gleichwertig. 90 mm ist an der Vollformat ja auch ein leichtes Tele, es ist lichtstark und Porträts sind oft ja auch Nahaufnahmen – nur nicht von Blümchen, sondern von Gesichtern. 🙂

  4. Monika M. Monika M.

    Hallo Karsten,

    bei meinem Einstieg in die APSC-Welt begann ich mit dem Canon 50 mm f/1.4 und war sofort begeistert. Die ersten Portrait-Versuche waren gleich Volltreffer.
    Weitere gute Erfahrung mit dieser Brennweite habe ich auch in anderen Motiv-Bereichen machen können.

    Ich bin mit dem Teil total happy.

    Viele Grüße
    Monika

  5. Tanja Weiß Tanja Weiß

    Danke für den Artikel! Ich habe bisher häufig Porträts mit meinem 55-300mm 4,5-5,6 mm gemacht. Der Vorteil ist, finde ich, dass man trotz max Blende 4,5 etwas besser einen unscharfen Hintergrund hin bekommt, indem man eine etwas höhere Brennweite wählt. (ich träume noch von dem Tele, mit 2,8:-) In letzter Zeit habe ich aber genau das von dir erwähnte 50mm Festbrennweitenobjektiv zu schätzen gelernt. Das hatte ich mir ürsprünglich in erster Linie gekauft um in einem relativ kleinen Raum drinnen Katzebabys fotografieren zu können. “Nachteil” finde ich, dass man emandem der es nicht gewohnt ist vor der kamera zu stehen und den man vielleihct auch nihct so kennt ziemlich nah auf die Pelle rücken muss. Ansonsten mache ich gute Erfahrungen damit es dafür zu nutzen.
    Größte Herausforderung finde ich auch eine Athmosphäre zu schaffen in der das Model locker werden kann, und sich natürlich bewegen kann. Auch selber Ideen für Posen (wohin mit den Händen?;-) zu haben und klare “Anweisungen” zu geben. Das fällt mir sehr schwer. Ich habe selbst, nachdem ich es jahrelang gehasst habe fotografiert zu werden, die Erfahrung gemacht, dass mir dann auch die Bilder hinterher gefallen, weil ich MICH sehe und nicht ein verkrampft grinsendes unbekanntes Wesen. Gerade deshalb finde ich es so wichtig meine Kamera zu kennen und zu wissen was ich da tue, damit ich die Kommunikation mit dem Model nicht völlig vergesse über der Konzentration auf die Kamera.

    • Volltreffer, Tanja!! 🙂
      Wenn die Kamera weitestgehend blind beherrscht wird, kannst du dich erst vollständig auf dein Modell konzentrieren, mit ihm arbeiten und Wesen und seine Persönlichkeit herausarbeiten.

      Es ist auch eine tolle Übung für Fotografen, mal selbst vor der Kamera zu stehen. Das weckt in uns die Erkenntnis, wie schwierig es mitunter ist, dort zu stehen und mit der Kamera interagieren zu müssen.

      Dass dir unangenehm ist, anderen auf die Pelle zu rücken, erledigt sich in dem Moment, wo du nur noch die Bildidee umsetzen willst. Wenn du das dann musst, ist das halt so. 😉

      Posing ist als thema notiert!

  6. Martina Greff Martina Greff

    Hallo Karsten,
    Ich habe auch das Canon 50 mm f/1.8 in meinem Bestand und bin von dem Teil wirklich begeistert. Die Fotos damit werde knackscharf.
    Nur für die Portaitfotografie kann ich mich bisher nicht wirklich begeistern. Der Umgang mit den Models bereitet mir enormen Stress und das macht dann keinen Spaß. Ich möchte beim Fotografieren entspannen, und das kann ich nicht, wenn ich mich mit (fremden) Menschen herumplagen muss.
    Wenn überhaupt, dann nur Personen, die ich kenne. Dort hält sich der Stress auch in Grenzen.

    • Hey Martina, ok, das kann ich verstehen – wenn du dich entspannen willst.

      Doch das kenne ich nicht: Wenn ich fotografiere, will ich nicht entspannen, sondern gute Fotos machen. Wenn dafür ein Mensch vor der Kamera nötig ist, dann ist das halt so. Aber daher kommt es, dass mich das gar nicht stresst. 🙂

      Aber ich kenne das von vielen Teilnehmern, einer hatte sogar mal bei einem Porträt-Workshop glatt das Atmen vergessen und ist rot angelaufen, als er das Modell fotografieren durfte. 😉

      Was mich sehr interessiert: Kannst du einen Finger drauf legen, was genau dich dabei stresst?? Warum du das als herumplagen ansiehst? Sach an! 🙂

      • Martina Greff Martina Greff

        Hallo Karsten,
        Mein Problem ist es, das Model zu dirigieren. Landschaften oder Dinge muss so nehmen wie sie sind. Das Model soll irgendwie besonders gucken, stehen oder was auch immer. Da fängt das Problem schon an. Und dann stellt man nachher fest, dass die Nase einen doofen Schatten macht. Als fotografierende Frau stelle ich auch fest, dass es wenige männliche Models gibt, aber zu viele weibliche, die sich für was weiß ich halten.
        Da ich beruflich mit schwierigen Menschen zu tun habe, möchte ich das nicht auch in meiner Freizeit haben.

        • Ja, das kann ich verstehen! Aber es gibt auch Modelle, mit denen das ganz entspannt funktioniert. Wirklich! 🙂
          Vor allem Männer sind da meist sehr viel relaxter, als weibliche Modelle. Aus genau dem Grund, den du nanntest! 😉
          Du hast recht, Landschaften laufen nicht weg! Aber dafür gucken sie auch nicht so schön in deine Kamera.
          Also Posing, ist notiert! 🙂

          • Martina Greff Martina Greff

            Danke für dein Verständnis. Vielleicht komme ich doch noch auf den Geschmack. Ich werde deine Beiträge weiterhin mit großem Interesse verfolgen 😊

  7. Reinald Kistel Reinald Kistel

    Hallo Karsten,

    danke für diesen Artikel. Es ist sehr hilfreich, Empfehlungen vom Fachmann zu bekommen. Besonders gut finde ich die konkreten Empfehlungen der Objektive mit deren genauer Bezeichnung. Wegen der unübersehbaren Menge und Vielfalt der auf dem Markt befindlichen Objektive ist es für einen nur gelegentlich Fotografierenden schwer, das Richtige zu finden.
    Aber ein anderer Aspekt, der in den vorhergehenden Kommentaren schon mehrfach angesprochen wurde, ist das Model. Als Hobbyfotograf hat man in der Regel auch nur Gelegenheitsmodels, meist aus der Familie oder dem Freundeskreis. Die wirken auf einem Foto oft steif und befangen. Ich habe sehr schöne Porträts von Menschen in fremden Ländern gemacht, und zwar als Schnappschüsse. Oft aus größerer Entfernung. Diese Bilder wirken so autentisch und natürlich, wie es ein Profimodel nicht besser machen kann. Im Bildbearbeitungsprogramm stelle ich die Person in dem Ausschnitt frei, wie ich es brauche und erhalte so gute Porträts.
    Ich fotografiere mit einer Nikon APS-C Kamera. Dazu benutze ich zwei Kitobjektive mit den Brennweiten 18 – 55 mm und 55 – 200 mm. Ich suche jetzt ein Weitwinkel für Architektur- und Landschaftsfotografien. Um nicht unterwegs dauernd das Objektiv wechseln zu müssen, möchte ich dazu eine CSC Kamera mit Halbformatsensor, möglichst von Nikon mit einem vorderen Linsendurchmesser von 52 mm wie bei meinen Kitobjektiven, wegen der ND- und des Polfilters, die ich dazu habe. Zwingend soll die CSC Kamera aber einen elektronischen Sucher haben. Gibt es so etwas von Nikon oder was wäre eine Alternative?
    Ich freue mich schon auf neue Artikel von Dir. Sie sind immer sehr speziell für ein konkretes Thema, sehr ausführlich und leicht verständlich und anders als in Fotozeitschriften Firmenneutral.

    • Gerne, Reinald. 🙂
      Um Modelle wird es in einem kommenden Artikel gehen.

      Was deine Zweitkamera betrifft: Ja, Nikon hat Spiegellose im Angebot, aber nur mit einem kleineren Sensor und einem anderen Bajonett.
      Warum willst du unbedingt eine Spiegellose? Mein Vorschlag: Kauf dir die gleiche APS-C nochmal (oder deren Nachfolgerin) und du musst dich nicht umgewöhnen, was Bedienung und Bildquali betrifft. Und die ist nur minimal schwerer und größer bei vergleichbarem Preis!

      Mit Weitwinkel meinst du wahrscheinlich ein Superweitwinkel, wenn du eigentlich ja schon eines besitzt (am 18-55). So weit ich den Markt überblicke, wirst du nie ein Superweitwinkel finden, das 52 mm Filterdurchmesser hat. Das Nikon 10 – 20 mm hat 72 mm. Andere noch mehr.
      Das liegt daran, dass diese Onjektive ja sehr weit zur Seite “sehen” können müssen. Und das klappt nur mit großen Frontdurchmessern.

      Du darfst also entscheiden: Entweder kaufst du dir ein Superweitwinkel und einen Graufilter oder du bleibst bei den eingeschränkten Möglichkeiten deines 18 – 55.
      Wenn du mich fragst, ich würde niemals auf die Möglichkeiten einen Superweitwinkels verzichten wollen – allzu geil sind die Aufnahmen, die du damit machen kannst. 🙂

      Du brauchst dann aber auch einen neuen Graufilter dazu. Den kaufst du dann in der Größe für das Objektiv mit dem größten Durchmesser. Auf deine kleineren Objektive kannst du dann mit Reduzierringen adaptieren. Schau mal, dieses Graufilter-Set habe ich letztlich entdeckt und in meinem Graufilter-Kurs empfohlen.
      Hast du schon meine Artikel über den Graufilter-Kauf und die Graufilter-Anwendung gelesen?

  8. Thomas Heckmann Thomas Heckmann

    Hallo Karsten,
    dein Artikel bzgl Portraitfotografie hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich bisher noch nicht intensiver damit auseinander gesetzt. Bisher war ich auch immer der Meinung, daß es egal ist, ob ich ein Zoomobjektiv oder eines mit Festbrennweite benutze. Wichtig ist doch, daß Objekt schön nah heranzuholen….wie gesagt, dachte ich. Du hast sehr anschaulich die Unterschiede deutlich gemacht. Werde mir auf jeden Fall in Kürze ein Objektiv mit Festbrennweite zulegen – ich denke,die günstige Variante wird es für den Anfang tun – und dann sollen sich mal meine Mädels in Pose stellen 😉

    Liebe Grüße und mach weiter so!

    • Super, dass du nun anders denkst! Berichte mal über deine ersten Ergebnisse und Erfahrungen! 🙂

  9. Frank Dauer Frank Dauer

    Hallo Karsten.
    Als ich Anfang des Jahres einen Fotokurs bei dir gemacht habe, hast du mir gleich mal mitgeteilt, dass meine Kamera, eine Lumix G mit einem 4/3-Zoll-Sensor für die Portraitfotografie nicht so wirklich geeignet ist. Da ich auch nur Landschaften fotografieren wollte, fand ich das auch nicht schlimm und ich habe nie darüber nachgedacht Portraitfotos zu machen.
    Am letzten Wochenende ergab sich beim Besuch einer Freundin die Gelegenheit (für mich zuerst eher eine Zwangslage) ein paar Portraits von ihr machen zu müssen (können). Das hat man davon, wenn man mit seinen Urlaubsfotos angibt 😉
    Nach ca 20 total misslungenen Aufnahmen (verkrampfte Gesichtszüge, Schärfe passte nicht, der Hintergund im Wohnzimmer ist auch nicht der fotogenste, usw.) wollte ich schon aufgeben. Da kamen mir zwei Zufälle zur Hilfe. Unsere Katze sprang der Besucherin auf den Schoß um sich streicheln zu lassen und ich hatte (warum auch immer) die Idee mal ein paar Schwarz-Weiß-Fotos zu versuchen. Während meine Freundin sich nun ganz entspannt mit der Katze beschäftigte, bewegte ich mich durch das Wohnzimmer und machte aus unterschiedlichen Blickwinkeln Fotos. Dabei hatte ich auch genug Zeit um mich mit der Kameraeinstellung zu beschäftigen. Und was soll ich sagen: Ein paar der Fotos sind richtig gut geworden!!!
    Und ich habe jetzt große Lust mich weiter und auch etwas intensiver mit Portraitfotografie zu beschäftigen (Dein Buch steht schon auf meinem Weihnachtswunschzettel :-))
    Deine Objektivempfehlungen kann ich mir leider im Moment nicht leisten, aber beim stöbern bin ich auf folgendes Objektiv gestoßen: Panasonic H-H025E LUMIX G Festbrennweiten 25 mm F1.7 ASPH. Objektiv (Bildwinkel 47°, Filtergröße 46 mm, Naheinstellgrenze 0,25 m) schwarz für ca 170 Euro. Wäre das etwas um den Anforderungen der Porträtfotografie näher zu kommen? Bisher habe ich ein 3.5-5.6/14-42 Objektiv und ein 4.0-5.6/45-150 Telezoom.

    Allen anderen kann ich nur emmpfehlen sich einfach mal an Portraits zu versuchen und nicht zu früh aufzugeben!

    • So ist das leben manchmal – unverhofft kommt oft! 🙂

      Schöne Geschichte, Tiere merken das manchmal und helfen, wo sie können! 🙂

      An deiner Kamera wäre das 25er ja eine Normalbrennweite. Das geht, für mich persönlich wäre aber eine leichte Telebrennweite optimaler. Gibt es da nicht auch etas um die 40 mm?? Mit Blende 1,7 bist du definitiv schon auf dem richtigen Weg! Dann ist es halt so, dass der Hintergrund etwas schärfer wird.

      Am Ende ist es aber viel entscheidender, dass du aus deinen Modellen etwas herausholen kannst. Wenn du das tust (was du mit meinem Buch können wirst!), kommt es auf einen Hauch mehr Schärfentiefe nicht mehr an!!! 🙂

  10. Miriam Nickel Miriam Nickel

    Klasse erklärt, Karsten. Leider fotografiere ich nicht gern Menschen. Eine gestellte Pose, ist nicht meins und ich wüsste auch nicht, wie ich einen Menschen ins rechte Licht rücken sollte. Ich bin eher der Tierfreak und Naturfotos finde ich super. Da ist es, wie es ist. Da braucht sich niemand in Pose bringen. Schöne Fotos entstehen zu lassen, aus dem gegebenen Moment. Die Stimmung eines Hundes einzufangen – das ist meins.
    Leider habe ich bei der jetzigen Nikon nur das 16-300 mm dabei gekauft. Es machte für mich mehr Sinn. Tiere sind nicht immer still oder berechenbar, deshalb wollte ich erstmal das Teleobjektiv mitnehmen. Aber ich würde es mit einer festen Brennweite gern versuchen. Du hast glücklicherweise schon im Artikel gute genannt.
    Makroaufnahmen finde ich auch beeindruckend. Mit der Schärfentiefe, denke ich, muss ich definitiv ein anderes Objektiv haben. Auf Dauer, ist das Tele auch in der Hand sehr schwer. Das nervt auch oft. Wie gesagt, ich möchte mich mehr auf Tiere fixieren.

    • Danke Miriam. 🙂
      Wenn du es gut machst, sieht eine Pose aber gar nicht gestellt aus! 🙂
      Aber wenn dir Tiere lieber sind, nur zu. Doch auch dabei würde dir ein solches Tele mehr Möglichkeiten bieten. Aber du hast ja noch Zeit, versuchs halt irgendwann mal. 🙂

  11. michael twardowski michael twardowski

    Hallo Karsten, vielen Dank für die guten Tips!
    Ich fotografiere zwar eher selten Portraits, aber wenn dann mit dem neuen 90mm 2.8 von Tamron. Es ist nicht super Lichtstark, aber zum üben reicht es erstmal. Mal sehen, wenn ich mit dem sparen für mein 200-500mm fertig bin, wäre eine gute Portraitlinse das nächste Ziel 🙂 wird wohl noch eine Weile dauern.
    Mach weiter so!
    Liebe Grüße
    Micha

    • Ach komm, 2,8 ist besser als jedes Kitobjektiv. Wenn nix anderes da ist, ist das besser als damit zu fotografieren! 🙂

  12. Gundela Lennartz Gundela Lennartz

    Danke für den interessanten Artikel,
    leider habe ich nicht viel Erfahrung mit Portraits. Ich mache eher “Schnappschussportraits”bei Familienfesten oder Treffen mit Freunden. Also neben Gruppenbildern auch Einzelaufnahmen. Es bleibt dann halt auch nicht viel Zeit sich die Einstellungen zu überlegen. Das Wichtigste ist für mich dabei die entsprechende Person scharf abgelichtet zu bekommen . Mit meinem Zoomobjektiv komme ich damit ganz gut zurecht.(18-55, 2,8-4). Da ich mir das Benutzen eines Blitzgerätes abgewöhnt habe, komme ich mit dem Objektiv aber abends schnell an die Grenzen. Deswegen muss dann halt der Isowert hochgestellt werden!!!! da gewöhne ich mich langsam dran!!.
    Aber insgesamt sind die Ergebnisse ganz gut und alle freuen sich, wenn sie ein paar Photos bekommen. Eine lichtstarke 50 Festbrennweite wäre natürlich nicht schlecht, leider gibt es für die Fuji so wenig Fremdobjektive.
    Gruß Gundela

    • Ja, ISO ist wahres Voodoo!! Was damit nicht alles geht … als wir noch mit Film arbeiteten, mussten wir oft früher einpacken, als heute.

      Komm Gundela, so wenig Angebot ist es auch nicht. Und du solltest immer den Cropfaktor im Hinterkopf haben. Jede Brennweite wird bei dir x 2 gerechnet, ein 50er wirkt dann also wie früher ein 100er. Das ist schon ganz schön lang für Porträts. Wie wäre es mit einem 35er?

  13. Michael Mogus Michael Mogus

    Wieder ein großer großartiger Artikel. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich früher mit meiner alten Filmnegativ-Kamera 24 – 45mm Objektiv oft gesagt bekommen habe, komm nicht so nah. Deshalb hab ich bei meiner Sony a700 gleich das 16-105mm Objektiv gekauft. Und bin damit bei meiner Verwandschaft gut ausgekommen. Gruß Michael

    • Ja, das kenne ich auch. Aber mit einer leichten Telebrennweite funktionierts super, das hats du ja jetzt auch bestätigst. Klasse! 🙂

  14. KLAUS KLAUS

    Hallo Karsten, vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Mache viele Fotos von Konzerten und habe mir für meine Canon 80D ein Canon 24-70mm f2.8 zugelegt ist das auch für Porträt Fotografie geeignet bin noch Anfänger.

    LG Klaus

    • Ja, das kannst du dafür natürlich nehmen. 😉
      Du solltest nur peinlich genau darauf achten, dass du nicht in den Weitwinkelbereich des Zooms rutschst.

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