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Portrait-Kamera: Welches Sensorformat für Portaits perfekt ist

Portrait Kamera gesucht?

Der folgende Text ist ein Auszug aus meinem Buch Porträtfotografie, das Mitte November im Verlag Markt & Technik erscheint.

Du kannst es dann in jedem Buchladen, aber auch im Onlinehandel kaufen.

Die perfekte Kamera: Über Kameras und Sensoren

Du wirst sicherlich schon eine Kamera besitzen, sonst würdest du ja nicht dieses Buch lesen. Trotzdem möchte ich dir einige Kleinigkeiten über Kameras verraten, die besonders in der Porträtfotografie nicht gerade unwichtig sind.

Wenn du dir darüber keine Gedanken machen willst, weil du schon eine Kamera besitzt, hält niemand du davon ab, dieses Kapitel zu überspringen. Wenn du jedoch ein tieferes Verständnis darüber gewinnen willst, warum andere Fotografen diese unglaublich tollen Porträts fotografieren, verrate ich dir kurz und knapp, welche grundlegenden Auswirkungen die Wahl der Portrait Kamera auf deine Fotos hat.

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Arten von Kameras: Die Vollformat, die APS-C-Kamera, die 4/3-Zoll (auch FourThirds oder MicroFourThirds genannt) und die riesige Klasse der Kompaktkameras.

Von links nach rechts: Vollformat, APS-C, 4/3-Zoll und Kompaktkamera.

Schon an der Gehäusegröße kannst du die Sensorgröße abschätzen.

Portrait Kamera: Auswirkung der Sensorgröße

Alles scharf von vorne bis hinten? DAS kann nun wirklich jede Kamera!

Solange du die Fotografie ganz allgemein betreibst, wirst du mit praktisch jeder dieser Kameras fast alles fotografieren können. Sobald du dich aber auf die Porträtfotografie spezialisieren willst, sind nur noch einige dieser Kameraarten empfehlenswert.

Dabei geht es gar nicht darum, dass du unbedingt „die beste“ Kamera nutzen müsstest. Vielmehr ist es wichtig, dass du für die jeweilige Anwendung die passende Kamera einsetzt.

Generell können wir festhalten, dass Kameras mit einem großen Sensor eine besonders geringe Schärfentiefe ermöglichen. Kameras mit kleineren Sensoren hingegen bringen von Haus aus sehr viel mehr Schärfentiefe mit.

  • Mit einer sehr geringen Schärfentiefe arbeitest du ausschließlich dein Hauptmotiv vor einem unscharfen Hintergrund heraus. Der Hintergrund wird, je größer die Entfernung wird, immer unschärfer. Mit einer Kamera mit einem großen Sensor gelingt dies ganz leicht.
  • Mit einer größeren Schärfentiefe gibst du einen größeren Bereich scharf wieder. Auch Details im Hintergrund werden dann erkennbar scharf. Kameras mit kleineren Sensoren bieten diese größere Schärfentiefe, ermöglichen aber nicht so eine geringe Schärfentiefe, wie Kameras mit größeren Sensoren.

In der Porträtfotografie wollen wir uns ja auf das Konterfei des Porträtierten konzentrieren und es besonders gut herausarbeiten. Dabei ist eine geringe Schärfentiefe perfekt geeignet, dies zu erreichen. Das bedeutet also, dass deine Kamera einen großen Sensor haben sollte.

Porträts sollten nur von der Nasenspitze bis kurz hinter den Augen scharf sein. Das gelingt nicht mit alles Kameras!

Schauen wir uns also die vier verschiedenen Kameraarten kurz und an und klopfen sie auf ihre Eignung für die Porträtfotografie ab.

 

Die Vollformat-Kamera: Die Porträtspezialistin

Portrait Kamera
Die günstigste Vollformat von Nikon ist die D610.

Die Vollformat hat einen Sensor, der genauso groß ist, wie früher Negative und Dias: 24 × 36 mm. Damit ist sie unter den gängigen Kameras jene mit dem größten Sensor. Allein dadurch ermöglicht sie dir eine besonders geringe Schärfentiefe, was sie für die Porträtfotografie zur absoluten Empfehlung macht.
Porträtfotografen weltweit, aber auch Hochzeitsfotografen, Baby-Fotografen und alle anderen, die regelmäßig Menschen oder Tiere porträtieren, setzen auf die Vollformat-Kamera.
Wenn auch du es also absolut ernst meinst mit der Porträtfotografie, kann ich dir die Vollformat nur ans Herz legen. Doch es gibt einige Haken: Vollformat-Kameras sind sehr groß, schwer und auch recht teuer. Und auch die Objektive für diese Kameragattung sind nicht gerade die günstigsten.
Dafür erhältst du aber ein absolutes Profiwerkzeug, mit dessen Hilfe das Freistellen von Personen vor einem unscharfen Hintergrund ganz leicht gelingt.

Portrait Kamera
Ein Vollformat von Canon: Die 6D.

Diese Vorteile im Bereich der Porträtfotografie erkaufst du dir aber gleichzeitig mit eingeschränkten Verwendungsmöglichkeiten in anderen Bereichen. So sind Vollformat-Kameras beispielsweise auch in der Landschaftsfotografie einsetzbar. Weil sie aber generell relativ wenig Schärfentiefe mitbringen, musst du mit ihnen extrem weit abblenden, was bei schlechten Lichtbedingungen schnell dazu führt, dass du ein Stativ verwenden musst.

 

Die APS-C-Kamera: Die eierlegende Wollmilchsau

Porträt kamera
Die Canon 800D ist mit einem leichten, lichtstarken Tele für Porträtfotografiie gut geeignet.

Die APS-C-Kamera bietet für vergleichsweise sehr kleines Geld die Möglichkeit, tolle Porträtfotos zu machen. Sie verfügt über einen Sensor in der Größe von ca. 23 x 15 mm und damit über etwas mehr Schärfentiefe als die Vollformat.

Mit einem lichtstarken Porträtobjektiv kannst du aber auch mit einer APS-C dein Modell schön freistellen.

Portrait Kamera
Die Nikon 5000er-Serie, hier die D5600, bietet fantastische Bildqualität für kleines Geld. Ich arbeite mit meiner D5300 immer noch fast täglich.

Durch die etwas größere Schärfentiefe hast du aber auch bessere Möglichkeiten, wenn du mal mehr Schärfentiefe benötigst. Dies ist zum Beispiel in der Landschaftsfotografie oder bei Nahaufnahmen in Flora und Fauna von Vorteil.

Deshalb bezeichne ich sie gerne als die eierlegende Wollmilchsau, denn mit ihr kannst du praktisch alles fotografieren. Für viele Fotografiegenres bringt sie von Haus aus schon alles mit, nur für die Porträtfotografie solltest du ihr ein spezielles Objektiv gönnen. So ausgestattet kannst du in jedem Bereich erfolgreich mit der APS-C fotografieren.

Solltest du also noch gar keine Kamera besitzen – die APS-C wäre meine Empfehlung.

 

Die 4/3-Zoll-Kameras: Edle Kompakte

Porträt kamera
Klein, leicht, Stylish: Die Olympus OM-D.

Den nächstkleineren Sensor weisen die 4/3-Zoll-Kameras, auch FourThirds oder MicroFourThirds genannt, auf. Ihr Sensor ist nur ca. 17 × 13 mm groß und bringt deshalb noch mehr Schärfentiefe mit, als die beiden bisher beschriebenen Sensorgrößen.
Damit sind diese Kameras nicht mehr ganz so optimal für die Porträtfotografie geeignet.

Im Gegenzug erhältst du aber fast immer sehr kompakte, leichte und äußerst stylische Kameras, die du praktisch immer dabei haben kannst.

Dafür musst du aber auch, bedingt durch die größere Schärfentiefe des Sensors, schärfere Vorder- und Hintergründe in Kauf nehmen. Wie du im nächsten Abschnitt lesen wirst, kannst du natürlich auch Kameras mit dieser Sensorgröße in der Porträtfotografie nutzen. Möchtest du jedoch ähnliche Ergebnisse erreichen, wie mit einer Vollformat oder APS-C-Kamera, dann musst du für ein spezielles Porträtobjektiv sehr tief in die Tasche greifen.

 

Die Kompaktkameras: Für Schnappschüsse o. k.

portrait kamera
DIe Sony DSC-RX100 Cyber-shot ist eine tolle Komaktkamera, aber Porträt mit wenig Schärfentiefe gelingen damit nicht.

Du kennst diese kleinen Kompaktkameras, die du sogar in die Hemdentasche stecken könntest? Und auch, wenn du mal etwas größer sind: Bei Kompaktkameras können du keine Objektive austauschen und du musst mit dem fest eingebauten Objektiv leben. Neben den reinen Kompakten zähle ich auch die Bridgekameras wegen des ebenfalls recht kleinen Sensors in diese Kameragattung.

Diese Kameras haben die kleinsten Sensoren eingebaut und weisen dadurch von Haus aus die größte Schärfentiefe der hier vorgestellten Sensoren auf. Damit sind Kompaktkameras perfekt geeignet für die Makro- und Landschaftsfotografie.

In der Porträtfotografie sind sie jedoch denkbar ungeeignet. Ja, natürlich kannst du mit Kompaktkameras auch Menschen fotografieren. Doch das Herausarbeiten eines Porträts vor einem möglichst unscharfen Hintergrund ist damit eigentlich nicht möglich. Hier wird meist nicht nur die porträtierte Person, sondern auch vieles im Hintergrund mit scharf.

Ich finde, damit sind Kompakte nur für Schnappschüsse geeignet, emotional ansprechende Porträts kannst du damit eher nicht erstellen.

 

Portrait Kamera: Fazit

Egal ob Closeup oder Ganzkörper: So unscharfe Hintergründe bekommst du nur mit der richtigen Kamera-Objektiv-Kombination.

Du siehst also, es gibt nicht „die perfekte Kamera“, sondern für verschiedene Anwendungsfälle recht unterschiedliche Kameras.

Nun weißt du, welche Kameras sich gut für die Porträtfotografie eignen. Ich hoffe, du bist jetzt nicht unglücklich mit der Wahl deiner Kamera …

Doch die Kamera ist nur die eine Hälfte des benötigten Equipments. Du brauchst im Idealfall auch noch ein passendes Porträtobjektiv für deine Kamera. Das hatte ich oben ja schon mal erwähnt.

Denn die Kit- bzw. Universalobjektive, die mit den Kameras oft mitgeliefert werden, eignen sich nicht wirklich für Porträts.

Dazu folgt nächste Woche ein weiterer Blogbeitrag.

Jetzt sag was:

Hast du Fragen?

Hast du die richtige Kamera für Porträts?

Interessiert dich das Thema überhaupt? Wenn ja: Was ist für dich das größte Problem bei der Porträtfotografie?

Ich freue mich auf deinen Kommentar! 🙂

33 Kommentare

  1. Alex

    Vielen Dank für den wirklich informativen Artikel! Freue mich schon auf den nächsten Beitrag 😊

  2. Danke Karsten für den tollen Beitrag! Hat Spaß gemacht zu lesen! Da hab ich ja Glück gehabt die richtigen Kameratypen zu besitzen!😉
    LG
    Helmut

  3. Rolf

    Hast Du die X1D vergessen?

    LG

    • Hmmmm, Rolf. Wass mache ich mit diesem Kommentar??! 🙂

      Regt es dich auf, dass ich einige Kameras hier verlinkt habe, die ohne Objektiv deutlich über 1000 € kosten? Es gibt solche Leser …

      Oder wolltest du mich ernsthaft darauf aufmerksam machen, dass das eine wirklich gute Porträtkamera ist? Je größer das Sensorformat, umso geringer die Schärfentiefe – da wäre die Hasselblad X1D wahrhaft weit vorne…

      Ich weiß es nicht, kann da nur raten. Warum ich aber eine 13000 €-Kamera hier nicht aufführe ist ganz einfach die Tatsache, dass meine Leser üblicherweise

      1. nicht so viel Geld für eine Kamera ausgeben wollen und
      2. die Leistungsfähigkeit moderner Vollformatkameras so hoch ist, dass mehr in den meisten Fällen nicht notwendig ist.

      Wer solch spezielle Fotos macht, dass er diese Kamera dafür braucht (!!!), würde meinen Newsletter nicht abonnieren! 🙂
      der Karsten

      • Rolf Fuhrmann

        Hallo Karsten!
        Nein, es regt mich gar nicht auf und über den Preis brauchen wir nicht „schreiben“ – viel zu teuer im Vergleich zu den Vollformatkameras!!! Aber die X1D in der Hand zu halten, die Menueführung, die Dynamik und Qualität sind einfach grandios und deshalb wäre sie vielleicht erwähnenswert – genau wie die Fuji GFX.
        Ich wünsche Dir einen schönen Abend!
        LG Rolf

        • Was soll ich sagen: Wenn du dafür mehr bekommst, “darf” solch eine Kamera ja auch mehr kosten! Ob dieses Mehr allerdings den ca. 10-fachen Preis rechtfertigt, ist eine Frage, die jeder für sich beantworten muss, oder?
          Naja, so haben wir sie hier auf der Seite und jeder mag das für sich entscheiden…! 🙂

          Was allerdings noch zu sagen wäre ist, dass mit einer Mittelformat bei gleicher Blende noch geringere Schärfentiefen zu realisieren sind, als mit einer Vollformat. Das kann unter Umständen mal sinnvoll sein, vor allem, wenn du ausschließlich Porträts machst.

          Willst du aber mal viel Schärfentiefe erreichen, ist sie eher nicht besonders gut geeignet – das schafft jede kleinsensorige Kamera ganz einfach. Die Mittelformat musst du dafür deutlich stärker abblenden, benötigst daher sehr viel Licht – oder ganz schnell mal ein Stativ.
          Nimmst du nicht die Billigste, ist die Bildqualität einer Kamera mit kleinem Sensor im direkten Vergleich durchaus ähnlich – vor allem, wenn du nicht für großformatige Ausstellungsstücke fotografierst.

  4. Hallo Karsten, ich besitze zwei der Kameras, die der Kategorie Eierlegene Wollmilchsau zugeordnet werden können, die Sony Alpha 200 und 77 II. Mit den Ergebnissen bin ich soweit auch zufrieden. Mehr als die Kamera fehlen mir für die Porträtfotografie die Modelle. Ich würde an sich schon mehr ausprobieren wollen. Im Moment bewege ich mich daher im Gebiet der Tier- und Landschaftsfotografie. Ich glaube Fragen würden auch erst wieder beim Ausprobieren aufkommen. Ich freue mich trotzdem über jeden deiner Artikel und sauge soviel wie möglich an Wisssem auf. Gruß Mathias

    • Ja, die Sache mit den Modellen…
      Gut, dass ich da was in Planung habe! 😉

  5. Sandro Mapelli

    Hallo Karsten, bis mit meiner Canon 700 D zufrieden. Mit dem 28-135 Objektiv kann man gute Porträts machen. Leider ist es nicht ganz so lichtstark.

    Die größte Überwindung ist sicherlich das Model. Am Anfang sollte man wohl mit der Familie üben, aber auch da sollten die Ergebnisse stimmen.

    Wie setzt man also die Personen am Besten in Szene? Diese und ähnliche Lösungen würden mich interessieren.

    LG, Sandro

    • Ja, auch eine 700D ist gut geeignet. Aber mit einem Festbrennweitenobjektiv geht es noch besser. Darauf komme ich nächste Woche. 🙂
      Und mit den Modellen… warte mal ab! 😉

  6. Andreas Sauer

    Hallo Karsten,
    vielen Dank für den interessanten und informativen Beitrag. Ich habe eine Canon 5D Mark III und versuche mich gerade mit dem Thema zu befassen.
    Dabei interessieren mich als Porträtneuling noch folgende Fragen:
    Objektive
    Einsatz von Blitzlicht-worauf muss man achten
    Hintergrund bei Gesichtporträts

    Beste Grüße
    Andreas

    • Danke für die Info! 🙂
      Dann warte mal auf die nächsten Newsletter. 🙂

  7. Nicole

    Hallo Karsten, sehr informativer Beitrag, ich habe eine etwas ältere Nikon D5100, also APS-c-Format, bin jedoch ganz zufrieden damit. Ich überlege, mir ein passendes Portrait-Objektiv zuzulegen, bin mir hier jedoch relativ unsicher. Ich freue mich schon auf deinen nächsten Artikel drüber, aber viellt. kannst du mir schon vorab eine kurze Einschätzung zu einer Festbrennweite geben, das würde mein Budget nicht ganz so sehr belasten….😊

    • Hey Nicole, vielen Dank! 🙂
      Die 5000er-Serie von Nikon ist Bombe! Die 5100 hatte ich auch mal. 🙂
      Wenn du so gar nicht warten kannst bis nächste Woche: Hier ist ne Kaufberatung 50 mm Objektiv für als Porträtobjektiv nutzbare Festbrennweiten für deine Kamera. 🙂

  8. Bernd Klimm

    Hallo Karsten,

    ich habe die Nikon D 5100 und D 7100 und dazu ein lichtstarkes 50 mm Objektiv, ebenfalls von Nikon.
    Mich würden auch Hintergründe für die Portraitfotografie interessieren.

    Gruß

    Bernd

    • Bernd, dann hast du doch alles, was du dafür brauchst! 🙂
      Bald kommt mehr dazu! 🙂

  9. Milan

    Hallo Karsten.

    Zunächst bedanke ich mich für den hilfreichen und ausführlichen Beitrag, bin zufällig auf deine Seite gestoßen und werde mir vornehmen weitere Artikel durchzulesen.

    Nun zu meiner Person: Ich hatte bis jetzt aus zeitlichen und finanziellen Gründen noch nie eine „professionelle Kamera“. Fotografieren tue ich generell nur mit meinem iPhone X, allerdings habe ich schon vor Jahren das Bedürfnis und den Wünsch nach einer besseren und professionelleren Kamera. Nun ist es Zeit, mir endlich mal eine teure, preiswerte Kamera zu kaufen, die meinen Bedürfnissen entspricht. Fotografieren will ich hobbmäßig Personen, Momente von Reisen und bestimmte Gegenstände.
    Ich bin wie Du schon merkst ein Amateur und bin bereit ca. 800 für die Kamera inkl. Objektive auszugeben. Gibt es eine Kamera und für meinen Zweck entsprechendes Objektiv, welches du mir empfehlen würdest? Ich denke schon seit Tagen an die Sony Alpha 6000 mit dem Festbrennweite Objektiv 50 mm, F1.8. Hast du Erfahrungen hiermit und würdest du es empfehlen?

  10. Milan

    Hallo Karsten.

    Zunächst bedanke ich mich für den hilfreichen und ausführlichen Beitrag, bin zufällig auf deine Seite gestoßen und werde mir vornehmen weitere Artikel durchzulesen.

    Nun zu meiner Person: Ich hatte bis jetzt aus zeitlichen und finanziellen Gründen noch nie eine „professionelle Kamera“. Fotografieren tue ich generell nur mit meinem iPhone X, allerdings habe ich schon vor Jahren das Bedürfnis und den Wünsch nach einer besseren und professionelleren Kamera. Nun ist es Zeit, mir endlich mal eine teure, preiswerte Kamera zu kaufen, die meinen Bedürfnissen entspericht. Fotografieren will ich hobbmäßig Personen, Momente von Reisen und bestimmte Gegenstände.
    Ich bin wie Du schon merkst ein Amateur und bin bereit ca. 800 für die Kamera inkl. Objektive auszugeben. Gibt es eine Kamera und für meinen Zweck entsprechendes Objektiv, welches du mir empfehlen würdest? Ich denke schon seit Tagen an die Sony Alpha 6000 mit dem Festbrennweite Objektiv 50 mm, F1.8. Hast du Erfahrungen hiermit und würdest du es empfehlen?

    • Hallo Milan,

      bei dem, was du damit machen willst, ist eine APS-C mit einer lichtstarken Festbrennweite nicht verkehrt. Insofern ginge die Sony schon…

      Aber: Ich finde das Hineinschauen in einen elektronischen Sucher gerade bei Porträts nicht besonders sexy. Du schaust dann nicht in ein Gesicht, sondern auf einen Monitor. Das hat – meiner bescheidenen Meinung nach – gravierende Auswirkungen darauf, wie du mit dem porträtierten Menschen arbeitest.
      Ich empfehle daher eine APS-C mit einem optischen Sucher. Da befindet sich nichts zwischen deinem AUge und dem des Porträtierten, was dich ungleich direkter mit ihm umgehen lässt.

      Wie wäre es also mit dieser Nikon D5600 (https://amzn.to/2m9YZXz) mit Kitobjektiv für die Reisen und dem 1,8/50 mm für die Porträts (https://amzn.to/2utgKou)? Preislich bist du da auch voll im Rahmen.
      Nicht, dass du denkst, ich würde Wssser predigen und Wein trinken: Die 5000er-Serie von Nikon ist seit langem für beste Qualität gerühmt. Ich selbst besitze die 5300, die derzeit meine am meisten eingesetzte Kamera ist.
      Mach was draus. 🙂

  11. Robert

    Hallo Karsten,

    ich bin etwas überrascht, dass Kompaktkameras perfekt geeignet sind für die Makro- und Landschaftsfotografie, und aufgrund Ihres kleinen Sensors einen Vorteil gegenüber zB Vollformat-Kameras haben sollen. Ich bin mit meiner 5DIV regemlässig in der Natur unterwegs und bevorzuge Sie ohne Zögern meiner älteren Nikon 1AW1, obwohl diese einen kleineren Sensor hat als die Canon. Warum? Weil ich deutlich mehr Pixel-Auflösung bei der Vollformat-Kamera habe. Die fehlende Tiefenschärfe ist für mich bei Landschaftsaufnahmen nicht relevant, da die Objekte, die ich ablichte (Berge, Täler, Wälder) aufgrund ihrer Entfernung zu meiner Kamera und meinen Objektiven nicht rein spielt. Weiterhin habe ich bei der DSLR Filter, die ich verwenden kann, die es für zB Kompaktkameras oder die Nikon 1 nicht bekomme (Pol-Filter, zB). In Dunkelheit oder bei Sonnenunter/-aufgang kann ich mit der Lichtstärke der DSLR immer noch perfekte Bilder machen, während die kleinere Kamera im Bildrauschen unter geht.

    Beste Grüsse

    Robert

    • Hallo Robert,

      wie immer im Leben liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Was du schreibst, ist durchaus richtig. Meine Aussage ist aber auch nicht falsch.

      Was eine durchgehende Schärfentiefe anbetrifft, ist jede Kompakte einer Vollformat – in Teilbereichen – überlegen: Wo die Kompakte bei f8 alles von vorne bis hinten scharf bekommt, musst du an der Vollformat auf f22 gehen. Bei f22 benötigst du dann 8 x mehr Licht oder drei ISO-Stufen mehr. Mit den entsprechenden Folgen.

      Was du schreibst stimmt, weil du unter Landschaftsfotos eher das Erstellen von Ausschnitten mit dem Tele verstehst. Ich hingegen meine darunter eine durchgängige Schärfentiefe von vorne bis hinten. Also zwei völlig unterschiedliche Baustellen.

      In diesem Artikel schreibe ich über die Verwendbarkeit der Kompakten in der Porträtfotografie und betone dabei ausschließlich den Aspekt der Schärfentiefe. Da hat sie einfach bessere Karten, was sie aber gleichzeitig für diesen Bereich nicht geeignet macht.

      Ich hoffe, so wird es klarer?

      der Karsten

  12. Robert

    Hallo Karsten,

    lieben Dank für Deine rasche Antwort – macht Sinn!

    Beste Grüsse

    Robert

  13. Thorsten

    Hallo, lieber Karsten,

    danke für Deinen Artikel.

    Ich bin mit einer D 5300 unterwegs und setzte ein Tamron SP 45 1,8 ein.

    Leidlich stelle ich immer wieder fest, dass in geschlossenen Räumen ich nur von Wand zu Wand fotograpieren kann, um gute Potraits zu schießen. Ein Grund warum ich das SP 85 1,8 zurück gesendet habe. Aufgrund des Bildwinkel käme ich doch in dem Setting mit einer Vollformat näher ran oder würdest Du eher auf ein 35mm ausweichen?

    Das 45mm ist schon nicht schlecht, bin mir jedoch nicht sicher was sich noch optimieren lässt.

    Liebe Grüße, Thorsten

    • Du hast Probleme mit dem Abstand, das ist es was dir stört, richtig?

      Klar, könntest du eine kürzere Brennweite nutzen. Das 35er entspricht ja dem Normalobjektiv. Allerdings hat solche eine Brennweite auch eine andere Bildwirkung, schau mal diesen Brennweitenvergleich. Achte vor allem darauf, was zwischen 35 und 85 mm passiert. Dann bedenke noch, dass diese Werte für das Vollformat gelten, auf deine Kamera sind das umgerechnet 23 bis 56 mm.

      Was du nämlich bei deiner Überlegung übersehen hast, ist der Cropfaktor. Mit einer Vollformat kommst du nicht näher heran, denn wenn du den gleichen Bildwinkel deines 45er an einer Vollformat nutzen wolltest, müsstest du ein 67 mm einsetzen (45 mm x Cropfaktor: 1,5 = 67 mm).

      Klar?

      • Thorsten

        … danke, lieber Karsten,

        von den Veränderungen, aufgrund der Brennweite, habe ich gehört und vergleiche in Videos schon gesehen. So anschaulich jedoch noch nie. Grunsätzlich war ich der Meinung, schon verstanden zuhaben, dass der Crop Faktor nichts mit dem einfallenden Licht in das gewählte Objektiv zu tun hat, sondern dieses nur beschneidet.

        Bedeutet dies jedoch, wenn ein 50 mm, dem menschlichen Auge am nächsten kommt und mit einer APS-C dieser natürliche Look nur mit einem 35 mm reproduzierbar ist, dass dieser Look bei einer APS-C nur mit einer Verzerrung möglich wird?

        Zu Deinem letzten Absatz, wenn ich meine Familie auf dem Treppenabsatz in der Wohnung fotografieren will, dann würde ich doch beim FX Format nicht zum 67 mm greifen und wieder an der Wand stehen, sondern das 45mm nehmen, den natürlicheren Look erhalten und näher dran sein. Nach meiner Vorstellung müsste dies durch den breiteren Objektivwinkel doch möglich sein oder liege ich hier falsch?

        • Gerne, Thorsten. 🙂

          Ein 50 mm kommt dem menschlichen Blickwinkel recht nahe. Es hat sich daher bei einer Vollformat als Normalobjektiv etabliert, obwohl es eigentlich korrekterweise 42 mm sein müssten. Doch der Einfachheit halber bleiben wir bei 50 mm als Normalobjektiv für Vollformat, ok?!

          Kleinere Sensoren erreichen den selben Blickwinkel nur mit weitwinkligeren Brennweiten. Beim der APS-C sind es umgerechnet 33 mm (daher nimmt man gerne 35er Brennweiten), bei einer MFT sind es 25 mm.
          Verwendest du für jeden Sensor die passende (Normal)Brennweite, sieht das fertige Foto – was den Bildwinkel anbetrifft – bei allen drei Sensorformaten gleich aus!!! Da wird nichts verzerrt. Außerdem machst du mit allen drei Sensoren beim Einsatz der Normalbrennweite aus der gleichen Entfernung das Foto.

          Nun schreibst du aber, dass dir dein 45er an der APS-C eigentlich gut gefällt. Dich stört nur, dass du immer Platzprobleme hast, weil du einen gewissen Abstand einhalten musst.
          Das 45er gefällt dir ja deshalb so gut, weil es die Gesichter der Personen aus einer gewissen Entfernung aufnimmt. Die Gesichter sehen dann immer gut aus, weil es die Nasen der Porträtierten optisch verkürzt. Das liegt an dem größeren Abstand, den du mit dieser Brennweite einnimmst, der für eine Stauchung der Perspektive führt.

          Gehst du jetzt mit einem weitwinkligeren Objektiv (zB 35 mm) an solch ein Porträt, verkürzt du auch den Abstand. Dieses Problem hast du damit also gelöst. Weil du aber näher an den Porträtierten herangehst, wird dessen Nase durch die kürzere Entfernung eben nicht mehr so gestaucht – und sieht daher größer aus.
          Schau dir das nochmal beim Brennweitenvergleich an!

          Willst du größere Nasen? Dann nutz das Normalobjektiv.

          Aber nicht umsonst ist das 85er an einer Vollformat (entspricht dem 50er an der APS-C) DAS Objektiv der Wahl für alle Porträtfotografen weltweit. An meiner Vollformat ist es sogar – ok ich gebe zu ich übertreibe etwas – fast festbetoniert. 🙂

          Willst du keine größeren Nasen? Dann bleibe bei deinem 45er und finde Locations, wo du den größeren Abstand zur verfügung hast.

          PS: Zum Thema “natürlicherer” Look
          Die Asiaten nennen uns Langnasen. Warum wohl?! 🙂
          Also ich kenne niemanden, der bei seinem Porträt darauf besteht, dass die normale Länge seiner Nase auf jeden Fall gezeigt werden muss. 😉

          • Thorsten

            Super Ausführlich! Herzlichen Dank für Deine Geduld und die Klärung meiner Fragen, lieber Karsten. Liebe Grüße vom Bodensee, Thorsten

          • Immer – wenn es die Zeit erlaubt – gerne! 🙂

  14. uli

    auch mit der Sony RX100 konnte ich schon tolle Shootings realisieren.
    Natürlich ist da auf einen grossen Abstand zum Hintergrund zu achten, damit eine Freistellung zustande kommt.
    Aber der 1 Zoll Sensor verbunden mit der f 2,8 kann da schon was möglich machen.
    lg Uli

    • Klar kann man auch mit einer solchen Kamera Menschen fotografieren. Aber das geht, wie du schon schreibst, eher nur mit Einschränkungen und einer angepassten Arbeitsweise. Damit fehlt ihr die Möglichkeit, möglichst vielfältig und in allen nur erdenklichen Situationen im Bereich Porträt Höchstleistungen zu erbringen. Willst du das, kommst du um eine der vorgestellten Porträt-Kameras nicht herum.

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