Peru: Islas Balestas, Paracas

Vor der Halbinsel Paracas in Peru liegen die Islas Balestas.

Islas Balestas: Die Guanoinseln

Guano – ist das nicht der Dünger aus dem Gartenmarkt? Ja richtig, Vogelkot ist reich an allerlei Inhaltstoffen, die Planzen wunderbar wachsen lassen. Vor allem Stickstoff und Phosphorsäure sorgen für das pflanzliches Wachstum.

Mitte des 19. Jahrhunderts exportierte Peru so viel Guano, dass ein Großteil des Staatshaushalts davon bestritten werden konnte. Der Kunstdünger wurde nämlich erst 1908 vom deutschen Chemiker Fritz Haber erfunden. So lange wurde Peru also reich durch … Scheiße.

Guano wird auf Inseln abgebaut, auf denen sich viele Vögel aufhalten. Für uns Mitteleuropäer schwer vorstellbar, dass es Orte auf diesem Planeten gibt, wo Vögel so viel unter sich lassen, dass ein Abbau lohnt. Du wirst sehen! 🙂

In solchen Speedbooten geht es zu den Islas Balestas – natürlich nur mit Schwimmweste, denn der Pazifik ist manchmal ganz schön zum Schaukeln aufgelegt. Ist halt nicht die Nordsee.

Heute wird immer noch alle 4 Jahre  Guano geerntet. Auf den Islas Balestas finden sich deshalb immer noch Unterkünfte für die Arbeiter. Sie bleiben ein paar Wochen auf den Inseln und bauen dann eine etwa 40 – 60 cm dicke Guano-Schicht ab.

Die Unterkünfte der Arbeiter, umgeben von einer unglaublich großen Vogelkolonie.

Landungsbrücke für die Arbeiter

Schon bei der Ankunft auf den Inseln siehst du sofort, dass hier die Vögel überall sind.

Sie sitzen zu Tausenden auf den Inseln und fliegen so zahlreich über den strahlend blauen Himmel, dass dir schwindelig wird. 😉

 

Die Islas Balestas liegen etwa 8 km vor der peruanischen Küste. Von Paracas aus erreichst du sie mit Speedboooten.

Übrigens finden diese Touren täglich statt und werden meist auch in englischer Sprache begleitet. Aber nicht immer. Deshalb frage den Anbieter vorher danach, sonst sitzt du in einem Boot, in dem nur Spanisch gesprochen wird. Es wäre schade um all die Infos, wenn du sie nicht verstehst.

Diese Touren kosten um die 70 Neue Peruanische Soles, umgerechnet etwa 20 €. Eine Kopfbedeckung und starke Sonnencreme ist unbedingt zu empfehlen!

 

Islas Balestas: Fotografisches

Bevor es richtig losgeht, wird es Zeit sich auch fotografisch vorzubereiten: Ich hatte ein Superweitwinkel und ein Tele bis 200 mm dabei (an einer APS-C). Und das war gut so:

  • Die Bootsführer fahren recht nahe an die steil abfallenden Felsen heran, damit wir auch alle eine klasse Sicht auf die Tiere hatten. Da hilft das Superweitwinkel, um auch mal einen größeren Teil einer Insel gut aufzunehmen. Blende 8 – 11 sorgte für genügend Schärfentiefe, die Sonne und die ISO-Automatik für genügend kurze Belichtungszeiten
  • Das Tele hätte länger sein dürfen, einzelne Tiere zu porträtieren war mir nicht wirklich möglich. Heute würde ich mein geliebtes Sigma 150 – 600 mitnehmen, wie ich es schon bei den Robbenbabies auf Helgoland im Einsatz hatte. Das Tele nutze ich mit Blende 5,6, da ich die Tiere etwas freistellen wollte.

Also los!! 🙂

Islas Balestas: Die Tierwelt

Das haut dich um!

Du weißt gar nicht, wohin du deine Kamera zuerst richten sollst: Die Inseln sind durch Wind und Wetter ziemlich urig geformt, solche Bögen wie in der folgenden Abbildung findest du an mehreren Stellen auf den Islas Balestas. Obwohl sie nur etwa 0,12 km² groß sind, sind sie Heimat einer vielfältigen Fauna:

  • Guanotölpel
  • Guanokormorane
  • Meerespelikane
  • Inka-Seeschwalben und einige andere Vogelarten
  • Humboldt-Pinguine
  • Seelöwen
  • Südliche Seebären aus der Gattung der Ohrenrobben

Überall schroffe Felsen, bevölkert von tausenden Seevögeln. Auf jedem horizontalen Fleckchen in Seehöhe liegen hunderte Seelöwen und -bären! Da ist jede Auslösung ein Treffer. 🙂

Vom Boot aus kommst du sowohl der Insel, als auch den Tiere sehr nahe.

 

Islas Balestas: Seelöwen und Seebären

Robben – auf den ersten Blick sehen Sie alle gleich aus. Bei näherem Hinsehen wird aber klar, warum die Seebären und Seelöwen auf den Islas Balestas zu den Ohrenrobben gehören: Im Gegensatz zum Seehund (eine Hundsrobbenart) haben Sie außen liegende Ohren.

Auf den Islas Balestas liegen sie zu Hunderten überall dort herum, wo sie ihre Nase in die Sonne recken können. Egal, ob es Strandabschnitte sind, wie der in der nächsten Abbildung oder ein klitzekleiner Felsen – Hauptsache oberhalb des Wassers.

Seelöwen und Seebären teilen sich die Strandabschnitte und sonnen sich …

 

… da sie genau wie wir Menschen zu den Säugetieren gehören, die Sonnenlicht benötigen um Vitamin D zu bilden.

 

Seelöwe oder Seebär – ich kann es dir nicht genau sagen. Deswegen hinterlasse einen Kommentar, wenn du es kannst.

 

Die Seelöwen und Seebären sind ganz schön mitteilungsfreudig: Zwischen den Inseln schallt ihr Ruf hin und her, was wie ein 360°-Surround-Sound klingt. Ich habe versucht, die Kamera still zu halten. Bei dem Seegang war das praktisch unmöglich. Entschuldige bitte.

Oft schwimmen sie auch bis nahe an die Boote heran. An diesem Tag aber nicht.

 

Islas Balestas: Die Vogelwelt

Darf ich vorstellen: Die Guanoproduzenten auf den Islas Balestas. Vom großen Pelikan bis zu den kleinen Inka-Seeschwalben findet sich hier alles ein, was fliegen kann.

Pelikane gibt es an der Pazifikküste Perus überall, nicht nur auf den Islas Balestas. Bei diesem Exemplar handelt es sich um den besonders schicken Chilepelikan.

 

Die mit den Blaufußtölpeln verwandten Guanotölpel jagen wie alle Tölpel: Indem sie sich kopfüber in das Wasser stürzen. Diese wollten aber gerade nicht. 🙂

 

Trotz des guten Wetters: Humboldt-Pinguine sorgen ebenfalls für reichlich Guano auf den Islas Balestas. Sie leben an der Pazifikküste in Peru und Nordchile und auf den dort vorgelagerten Inseln entlang einer 4.500 km langen Küstenlinie zwischen dem 5. und 42. südlichen Breitengrad. Mit ca. 68 cm Körpergröße zählen sie zu den kleinsten Pinguinarten.

 

Wegen der vorgelagerten Felsen bieten die Islas Balestas dem Pazifik reichlich Angriffsfläche – kein Wunder, dass wir nur in Rettungswesten in die Boote durften.

 

Die Inka-Seeschwalbe: Was hier wie ein weißer Streifen im Gefieder aussieht, ist in Wirklichkeit ein schicker Schnurrbart.

 

In einigen Momenten hast du das Gefühl, der Himmel verdunkelt sich vor lauter Vögeln.

 

Guanokormorane bilden große Kolonien auf den Islas Balestas.

 

Vogelschwärme, wohin du siehst.

 

Islas Balestas: Rückfahrt und so

Nach etwa zwei Stunden kommst du wieder im Hafen von Paracas an.

Die Fahrt in den Schnellbooten schüttelt dich und deine Kameratasche ganz schön durch. Damit ist das ist nichts für Seekranke.

An der gesamten Pazifikküste siehst du in einiger Entfernung reichlich Schiffsverkehr. Direkt vor Paracas liegt auch das eine oder andere Schiff vor Anker. Da kannst du noch manch schönes Foto machen.

Die Fahrt zu den Islas Balestas wird also nicht langweilig. 🙂

Auf dem Rückweg fahren wir an einem Tanker vorbei. Sind das etwa …

 

… ja, sind es: Werden die sonnigen Plätze auf den Inseln knapp, muss es auch der Tanker tun. Das Leben findet einen Weg! 🙂

 

Die Schnellboote bringen uns zurück  – natürlich nicht, ohne nochmal einen Halt bei El Candelabra zu machen.

Die Islas Balestas waren einen Abstecher wert. Nicht nur für Fotografen bietet die Tierwelt atemberaubende Eindrücke. Ich meine das, wie ich es schreibe: Manchmal wusste ich nicht, wohin ich zuerst sehen sollte. 🙂

Das alles gepaart mit dem Konzert der Robben, dem perfekten Wetter und den kundigen Reiseführern ließ den Tag zu einem werden, an den ich noch lange zurückdenken werde.

Warst du auch schon mal in Peru oder gar an den Islas Balestas? Dann hinterlasse einen Kommentar, ich freue mich drauf. 🙂

Oder hast du Fragen? Dann frag! 🙂

 

32 Comments

  1. Hannelore Leyrer 25. März 2017
  2. Elke 25. März 2017
  3. Christian 25. März 2017
  4. Rita 25. März 2017
    • Karsten 26. März 2017
  5. Barbara 26. März 2017
  6. Marion 26. März 2017
  7. Kurt Bulling 26. März 2017
    • Karsten 26. März 2017
  8. Bärbel 27. März 2017
  9. Cornelia Herzfeldt 28. März 2017
    • Karsten 28. März 2017
  10. Christian 28. März 2017
  11. Marina 29. März 2017
    • Karsten 31. März 2017
      • Marina 6. April 2017
        • Karsten 6. April 2017
          • Marina 8. April 2017
          • Karsten 8. April 2017
  12. Silke 31. März 2017
    • Karsten 31. März 2017
  13. Michael Mogus 6. April 2017
    • Karsten 6. April 2017
  14. Brigitte 11. April 2017

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