Die Wahrheit über scharfe Objektive

86
245
objektiv-schaerfe

Objektiv Test: Ein paar harte Wahrheiten direkt zu Beginn, damit du direkt weißt, worum es geht:

    • Schärfe ist die am meisten überbewertete Eigenschaft der Objektive!
    • Objektivschärfe scheint etwas mit scharfen Fotos zu tun zu haben, aber das ist nicht der Fall.
    • Die Marketingabteilung der Objektivhersteller möchten Objektive verkaufen und fördern deshalb diese Ansicht. Ist leicht zu testen und die Ergebnisse in Charts und Grafiken zu zeigen. Schaut schön wissenschaftlich aus und MUSS doch deshalb wichtig sein. Oder ist ein Objektiv Test sinnlos?
    • Du machst viel bessere Fotos, wenn du lernst, mit dem was du hast gut zu fotografieren, anstatt dir Gedanken über dein Equipment zu machen.
    • Objektive waren seit den Anfängen der Fotografie (1822) immer scharf, vorausgesetzt, sie wurden richtig eingesetzt.
      Heute sind sogar die sog. “Plastiklinsen” und Kitobjektive, richtig eingesetzt, sehr scharf.
    • Ein Objektiv Test (Labortest) von Objektiven sagen rein gar nichts aus. Denn diese Tests in sterilen Umgebungen und das Fotografieren von Siemenssternen hat nichts mit dem Fotografieren on location zu tun. Es wird aber immer wieder gerne gemacht, weil die Leute da draußen (also auch du??) denken, es wäre wichtig. Außerdem kann man ja was zeigen und damit Zeitschriften verkaufen usw.
    • Ein Objektiv auf einer Kamera zu testen macht schon mehr Sinn, denn das ist das, was du tun möchtest. Oder willst du zukünftig nur Zeitungsseiten mit Kleingedrucktem oder Siemenssternen fotografieren?
    • Natürlich will keiner – auch ich nicht – ein unscharfes Objektiv kaufen. Erst recht keines, das durch einen Produktionsfehler nicht das macht, was es soll. Aber wenn zwei Objektive beide in Ordnung sind und das eine hat ein paar Punkte mehr in einem Objektivtest, als das andere, heißt das in keinster Weise, dass du mit dem “schärferen” bessere Fotos machst. Denn du als Fotograf bist für weitaus mehr Unterschied durch die Handhabung und Nutzung verantwortlich, als es dieses oder jenes Objektiv wäre.
    • Dieser Artikel ist für praktisch tätige Fotografen geschrieben und berücksichtigt, was in der Praxis wichtig ist. Wer nichts anderes hat, als die Fototechnik als Selbstzweck zu sehen, möge bitte woanders suchen – das bediene ich nicht!

Alles klar? Dann lies, warum das alles so ist. 🙂

objektiv test
Scharfe und gute Fotos? Wollen wir beide! Aber ist die Schärfe von Objektiven wirklich wichtig für ein gutes Foto?? Dieser Artikel verrät es dir! 🙂

 

Objektiv Test: Kenne deine Grenzen

Wenn ich Equipment neu kaufe, versuche ich es zuerst an seine Grenzen zu führen. Ich finde die Grenzen, mache eine Notiz darüber. Dann gehe ich raus und fotografiere. Ich denke nie wieder darüber nach.

Leider testen viele Leute Ihre Objektive und werden unzufrieden, weil sie denken, sie haben ein kaputtes Objektiv, wenn sie an die Grenzen geraten. Oder weil ihre Fähigkeiten nicht ausreichen, sie richtig zu nutzen.

Doch jedes Gerät hat seine Grenzen!! Und mit Digitalkameras kann sie heute jeder finden.
 Nur Idioten finden Grenzen und beklagen sich dann darüber, dass welche da sind. Die Deutschen sind 2014 ja auch nicht Weltmeister geworden, weil sie herumsaßen und sich über die Gründe beklagten, warum sie lange Zeit keine Weltmeister werden konnten. 🙂

Objektiv Test: Warum Objektivschärfe außerdem uninteressant ist

Zu analogen Zeiten bezeichneten viele Menschen ein Foto im Format 20 x 30 cm schon als „großen Abzug“. Weil solch ein Format Geld kostete,  versuchten Sie die Schärfe auf 10 x 15 cm Bildchen zu beurteilen. Dabei war mindestens ein 50 x 70 cm großer Abzug nötig, um Objektivschärfe überhaupt beurteilen zu können. Denn erst dann sind die Details groß genug im Bild, um die Auswirkung der Schärfe des Objektivs sehen zu können.

Schon damals waren sogar die einfachsten Kameras in der Lage, scharfe 20 x 30 Abzüge zu machen.

Das meiste Equipment war schon immer oft viel besser als die Fähigkeiten der sie nutzenden Menschen.

Beim Vergrößern der Negative auf Fotopapier wurde meist viel Schärfe “verschenkt”, weil das Vergößerungs-Objektiv schlecht war.

Die meisten Menschen heute haben einfach keine Ahnung, wie gut Equipment – auch einfaches – heute ist.

Unfaire Testbedingungen

Ein Objektiv kann unfassbar versagen, wenn du damit eine Ziegelwand oder Zeitung fotografierst. Am nächsten Morgen kannst du jedoch mit dem gleichen Objektiv den Schuss deines Lebens machen: Wenn du damit bei Sonnenaufgang im amerikanischen Yosemite-Park stehst, die Sonne bricht durch die Wolkendecke und für den Bruchteil einer Sekunde ist alles perfekt! Und du machst, wegen der grandiosen Landschaft und dem außergewöhnlichen Licht ein wahrhaft atemberaubendes Landschaftsfoto.

Warum?

Ziegelwände haben nichts mit realen Motiven zu tun. Ein Objektiv Test zeigt vor allem, dass Objektive bei großen Blenden (z.B. 1,4) besonders schlechte Werte aufweisen. Damit ist dann für den Testleser “bewiesen”, dass das Objektiv nicht gut oder perfekt ist.

Das echte Leben

Aber im echten Leben arbeiten nur wenige Fotografen in vollem Sonnenschein mit Blende 1,4!

Blende ab und das Objektiv ist überragend. Sogar in den Ecken!

In schwachem Licht, wo wir die Blende 1,4 brauchen, ist die Eckenschärfe meist uninteressant, weil es dort mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin dunkel ist.

Im echten Leben beeinflussen natürliche Faktoren ein Foto mehr als die Linsenschärfe. Im Labor jedoch bewegt sich nichts und alles ist flach. Nur Leute, die nichts Besseres zu tun haben, fotografieren flache Testcharts. Smartere Leute stecken die in einen Scanner und erhalten so perfekte Ergebnisse. 😉
Im echten Leben ist aber nie etwas flach und alles bewegt sich. Wenn nichts flach ist, dann ist auch nur ein Punkt perfekt scharf, während alles andere es nicht ist.

Die besten Objektive nach MTF-Kurve (das ist ein immer wieder gerne hergenommenes Element in Tests) sind die ganz langen Brennweiten (300/2,8, 400/2,8, 600/4 mit ED oder L-Serie). Doch zwischen uns und unserem Motiv liegt die Atmosphäre, Dunst, Staub – und die verderben uns wieder die schöne Schärfe. So sind auch diese schärfsten Objektive wiederum nicht scharf.

Ein scharfes Foto braucht gutes Licht, reine Luft, perfektes Scharfstellen auf das Motiv und einen Fotografen mit einer Vision.
Mangelnde Schärfentiefe, unsauberes Scharfstellen und Bewegungen des Motivs oder des Fotografen sind die Hauptgründe, warum Fotos nicht so scharf werden, wie sie sein könnten.

Objektiv Test – Fazit 1:

Objektivschärfe sollte uns also nicht kümmern in der echten Fotografie.

Praxistipp: Gute Fotografen vermeiden scharfe, kontrastreiche und wichtige Bildelemente in den Bildecken. Denn sie ziehen den Blick des Betrachter aus dem Bild heraus. Gute Fotos hingegen halten den Blick des Betrachters im Bild. Details am Rand mindern die Aufmerksamkeit und schwächen so das Bild. Falls Objektive am Rand unschärfer werden, ist das also egal, weil dort ohnehin nichts Wichtiges platziert sein sollte.

 

Objektiv Test: Wie du Objektive richtig einsetzt

(Ein Hinweis: Für die folgenden Ausführungen nehme ich das APS-C-Format als Beispiel. Für andere Sensorgrößen kommen andere Blendenwerte in Frage.)

Kenne die allgemeinen Grenzen von Objektiven und arbeite damit:

Die meisten Objektive haben ihre beste Schärfe, wenn du 2-3 Blenden abblendest von der größten Blende. Ein Beispiel: Ein Objektiv mit Blende 1,4 setzt du optimaler weise bei Blenden um 2,8 – 4 ein. Das verringert Aberrationen und Vignetten auf das Minimum. Verwende deshalb nie die offenste Blende, aber auch keine Blenden über Blende 16 (gilt für APS-C) wegen der Beugungsunschärfen.

Manche Leute flippen aus und denken, sie haben defektes Equipment, weil sie Objektive für etwas einsetzen, für das sie nie gedacht waren. Dabei schauen sie nur zu genau hin und finden dabei die Grenzen der Objektive (Du erinnerst dich: Jedes Gerät hat Grenzen!).

Über Objektive:

  • Nur Makroobjektive sind für das Fotografieren flacher Objekte gemacht. Alle andere Linsen sind für das Fotografieren sich bewegender dreidimensionaler Motive gemacht. Verschwende zu viel Zeit mit den Unschärfen der Ecken und du stirbst jung.
  • Normal- und Teleobjektive haben selten Abbildungsfehler. Nicht umsonst waren Normalbrennweiten über 100 Jahre lang praktisch das einzige Objektiv der meisten Fotografen.
  • Auch aktuelle, lichtstarke (und damit sehr teure) Zooms können in den Ecken bei zu großer Vergrößerung unscharf sein  (s.u: “Zu groß?!!”).
  • Wenn du auf einer großen Vergrößerung mit einer Lupe rumrutscht, darfst du dich nicht wundern, wenn das Objektiv nicht superscharf zeichnet. Große Vergrößerungen sind dafür da, aus größerer Entfernung betrachtet zu werden (s.u. “optimaler Betrachtungsabstand”).
  • Es ist normal, dass Superweitwinkel in den Ecken unscharf sind, wenn du mit Offenblende fotografierst. Ist aber egal, denn wenn du weit offen fotografierst, weil es dunkel ist, dann sind die Ecken meist auch dunkel.

Optimaler Betrachtungsabstand

Üblicherweise ist das Doppelte der Formatdiagonale der optimale Betrachtungsabstand. Du erinnerst dich an den Satz des Pythagoras? Damit errechnest du den, z.B. bei einem 60 x 90 cm Foto = 108 cm x 2 = 216 cm. Betrachte ein solch großes Foto aus diesem Abstand und es wird scharf sein.

Nimm dir eine Lupe, rutsch darauf herum und werde unglücklich. Muss ja jeder wissen, wie er sich seine Fotografie versaut!  😉

Kenne die Grenzen und arbeite damit. Der wahre Unterschied zwischen verschiedenen Objektiven ist der nutzbare Blendenbereich, in dem ein Objektiv perfekt arbeitet.

Deshalb (!!!) zahlen Fotografen viel Geld für bessere Objektive. Nicht, weil sie in einem Labor unter idealen Bedingungen besser sind. Sondern weil sie über einen größeren Blenden-Bereich optimal einsetzbar sind. Die Grenzen solcher Objektive liegen weiter außen, als die schlechterer Objektive. Dadurch sind sie vielfältiger einsetzbar, weil sie eben nicht so schnell an ihre Grenzen geraten.

Ein Beispiel:

Wir vergleichen ein Kitobjektiv 3,5-5,6/18-55 mm mit einem teuren Objektiv 2,8/18-55 mm. Dabei betrachten wir die aus Gesichtspunkten der Schärfe optimalen Blendenwerte und die sich daraus ergebenden optimal nutzbaren Blendenbereiche. Als kleinste Blende nutze ich die Blende 16, da weiteres Abblenden nur zu Beugungsunschärfen führen würde. Ok?

Spitzenleistung für 130 €. Aber nur, wenn du dieses Objektiv optimal einsetzt.

Ja, ich weiß, dass es unfair ist, ein Objektiv für 130 € zu vergleichen mit einem, das mehr als 10 x so teuer ist. Aber wenn es um Schärfe geht, müssen wir mal gnadenlos sein, ok?! 🙂

Machen wir es besonders dramatisch, indem wir für dieses Beispiel beide Objektive bei 55 mm Brennweite einsetzen. Gehen wir nun davon aus, dass beide Objektive um zwei Blenden abgeblendet werden, um ihre optimale Schärfe heraus zu kitzeln.

Bei dem günstigen Kitobjektiv erreichst du die optimale Schärfe also bei Blende 11.

1500 € sind viel Geld für ein Objektiv. Aber es ist auch vielfältiger einsetzbar.

Da musst du schon reichlich Licht haben, hohe ISO-Werte einsetzen (uiuiui, was machen die wohl mit der Schärfe??!) oder bei wenig Licht ein Stativ einsetzen. Der nutzbare Blenden-Bereich mit optimaler Schärfe liegt also zwischen 11 und 16. Mit zwei Blenden nicht gerade groß, oder?

Ganz anders bei der lichtstärkeren Variante: Hier kannst du schon bei Blende 5,6 rattenscharfe Bilder erwarten. Und der nutzbare Blendenbereich ist nun von 5,6 – 16 – mit 4 Blenden direkt doppelt so groß.

Objektiv Test – Fazit 2:

Du siehst, wenn du bei der Beurteilung von Objektiven nur auf die Schärfe schaust, schränkt dich das ganz schön ein. Es ist auch völlig unrealistisch, nur diese Werte zu nutzen!!!!!

Also verstehe mich nicht falsch: Du kannst natürlich alle Blenden deiner Objektive nutzen – auch die der Kitobjektive. Und du kannst natürlich damit auch knackscharfe Fotos machen. Was du aber auf jeden Fall verhindern solltest, ist es zu genau hinzuschauen. Doch ab wann schaust du “zu genau” hin??

Zu groß?!!

Kennst du die 1:1-Ansicht in Lightroom?? Wenn du die verwendest, schaust du “zu genau” hin.

objektiv test
In der 1:1-Ansicht von Lightroom sieht kein Foto, egal mit welchem noch so teuren Objektiv fotografiert, zu 100 % knackscharf aus.

Deshalb nutze ich die 1:1-Ansicht gar nicht!!! Das frustriert nur: Da gibst du eine Menge Geld für teure Objektive aus und es sieht immer alles leicht unscharf aus. Ich bleibe in der 1:2-Ansicht, da bekomme ich viel mehr Schärfe für mein Geld. 😉

Jetzt fragst du dich aber, warum es dann die 1:1-Ansicht überhaupt gibt?! Weil man hier und da, z.B. für die Retusche von Hautunreinheiten, mal ganz weit rein muss in’s Bild. Dann zoome ich kurz rein, mach meine Arbeit und schalte schnell wieder zurück auf 1:2 oder noch kleiner.

 

Ich bekenne, …

… auch ich mache nicht immer pefekt scharfe Fotos! Lass mich dir ein Beispiel zeigen, wo ich echten Bockmist gebaut habe.

Meine Nikon D800 ist eine tolle Kamera, aber was Scharfstellen anbetrifft, erwartet das Miststück einen gepflegten Umgang vom Fotografen. 🙂 So fand ich schnell heraus, dass keines meiner Objektive genau dort scharf stellt, wo es sollte. Wir Fotografen sprechen dann von einen Frontfokus, wenn die Kamera immer vor dem Punkt scharf stellt, auf den eigentlich scharfgestellt wurde. Ein Backfokus lässt die Kamera immer zu weit hinten scharf stellen.

All das wusste ich und hatte es für meine Objektive ausgetestet. Und natürlich auch in die Kamera einprogrammiert. So erkennt die Kamera immer das angesetzte Objektiv, stellt den Korrekturwert ein und macht so scharfe Fotos da, wo sie scharfgestellt sein sollten.

Bei diesem Shooting mit der wunderbaren Katja hatte ich aber das gesamte Autofokus-Korrektursystem ausgeschaltet!!! So konnte natürlich die Kamera nicht korrekt scharf stellen. Habe ich aber erst gemerkt, als ich meine Fotos zuhause auf den Rechner übertrug.

Ein Glück, dass es nur eine freie Arbeit war und kein Job – puuuuh!

objektiv test
Bockmist!!! Rein technisch betrachtet ist dieses Foto Mist: Ich hatte einen starken Backfokus, das Gesicht ist gar nicht wirklich scharf. Frage dich selbst: Ist das für dich ein gutes oder schlechtes Foto?! (Model: Katja – aus einem Boudoirshooting)

 

Objektiv Test: Größe zählt aber doch was!

Gar kein Mittelmaß und viel schäfer als jede kleinsensorige Kamera: Die Pentax hat einen Sensor mit 4,5 x 6 cm Größe. Kostet “nur” schlappe 14000 € – etwas viel, wenn es nur um Schärfe geht, oder?!

Innerhalb eines Sensorformats ist die erreichbare Schärfe durch das Sensorformat limitiert. Egal wie scharf also deine superbeste APS-C-Format-Kamera ist: Sogar eine mittelmäßige Mittelformat-Kamera ist immer wesentlich schärfer.

Falls Schärfe dein einziger Fokus ist, sorge dafür, dass du das größtmögliche Format nutzt. Kostet etwas, bringt aber auch mehr Schärfe. (Ich wiederhole mich aber gerne nochmal: Schärfe ist nicht alles!)

Aber erwarte nicht, dass innerhalb deines jetztigen Formats ein neues Objektiv mehr Schärfe bringt.

 

Objektiv test: Was wirklich an Objektiven zählt

Es gibt eine Menge Kriterien für den Objektivkauf:

  • Wie fühlt sich das Objektiv in den Händen an? Kann dir kein Objektiv Test sagen, musst du testen.
  • Stellt es gut scharf?
  • Zoomt es gut und gleichmäßig, oder liegen die Brennweiten zu eng aneinander?
  • Ist der Autofokus präzise? Und ist er immer präzise?? Bei 90 von 100 Fotos liegt der Autofokus ohnehin leicht daneben – bei einem guten Objektiv.
  • Hat das Objektiv einen Bildstabilisator? Ohne den werden Teleaufnahmen oft viel unschärfer! Arbeitet er gut? Oder „flattert“ er?
  • Ist die Linse zu groß und/oder zu schwer? Kannst du sie bei der geplanten Tour dabeihaben?
  • Sind alle Bedienelemente in optimaler Position?
  • Passen deine Filter? Und das ohne Vignettierung?
  • Ist es stabil gebaut?
  • Arbeitet die Linse mit Ihren Features auf deiner Kamera?

Doch Schärfe ist das letzte, worüber du dir beim Objektivkauf Gedanken  machen solltest!

 

Also, wen interessiert Schärfe?

All dies schreibe ich unter dem Gesichtspunkt, dass du heiß bist auf viel Schärfe und du natürlich ein scharfes Foto machen willst.

Ein scharfes Foto hat aber wenig damit zu tun, ob ein Foto gut ist. Viele großartige Fotografen nutzen sogar absichtliche Unschärfe, um eine besondere Bildaussage zu kreieren.

objektiv test
Für mich sieht dieser Blütenstempel einer Orchidee nach einem Bruchpiloten mit Lederhelm und Fliegerbrille aus. Ein gutes Foto? Oder schlecht, nur weil es nicht scharf ist??

Wenn man mal bei Auktionen und Bildverkäufen von Fotos als Kunstwerke nachsieht, sind es eher die technisch schlechteren Fotos, die die höheren Preise erzielen.

Scharfe Fotos sind langweilig! Von vorne bis hinten scharfe Fotos sind eher Amateurwerk, das meist zu viele Details zeigt. Vor allem, wenn viele Elemente, die nichts zur Bildaussage beitragen, verwirren und den Blick des Betrachters ablenken.

Ein gutes Foto hat eine Aussage und eine Wirkung.  Je weniger Dinge ein Foto aussagen will, umso stärker sagt es das, was es sagen will. Das Motiv will sich präsentieren. Schärfe von vorne bis hinten macht selten ein „starkes“ Foto. Ok, bei Landschaftsfotos, wo alles von vorne bis hinten scharf werden soll, ist das was anderes.

Weißt du, wo die Grenze der Schärfe in guten Fotos liegt? Ich habe es schon erwähnt: Nicht perfektes Scharfstellen, nicht optimale Schärfentiefe, Bewegung der Kamera oder des Motivs sind maßgeblich: DEIN kreativer Zugang zu einem Motiv macht mehr Unterschied für den Eindruck des gemachten Fotos, als ein kleiner, meist unsichtbarer Schärfezuwachs, durch den Wechsel zu einem „besseren“ Objektiv.

Objektiv Test – Fazit 3:

Schärfe von Objektiven? Mach dir  keine Gedanken darum!

Bitter, oder?! Wieder ein Punkt weniger, den du heranziehen kannst, wenn ein Foto nicht gut genug geworden ist. 😉

Was meinst du? Hinterlasse jetzt unten einen Kommentar.

86 Kommentare

  1. Toller Artikel und natürlich ist das Foto von Katja ein ganz Grosses! Wahnsinn, wie viel Zeit Du immer wieder investierst, um uns alle ein Stück schlauer und selbstbewusster zu machen. Danke Dir, ich habe wieder viel gelernt.
    LG die Crazy Old Cat Lady

  2. Hey hey – gut gebrüllt Löwe 😉
    Schärfe ist sicherlich nicht alles – wenn sie allerdings überhaupt nicht da ist, ist es auch schlecht. Mir ist mal ein Nikon Weitwinkelzoom vom Tisch gerollt. Seit dem ist es nicht mehr richtig scharf – nirgends.

    Das ist aber möglicherweise beim freundlichen Nikonservice zu beheben.

    Gruß und weiter so 🙂
    Klaus

  3. Ui Karsten, das ist irgendwie unheimlich… kannst du Gedanken lesen? Habe mich gerade heute sehr intensiv mit dem Thema “Objektiv” beschäftigt ( hatte allerdings nichts mit der Schärfe zu tun).

    Dank dir bin ich mit meinem jetzigen wieder im Reinen ????, also vielen Dank ????????!

    Liebe Grüße,
    Sandra

  4. Bin ich froh, dass ich dein Webinar am 29.Februar mitmache! Nach diesem Artikel bin ich nämlich nur noch ein???
    Ich dachte immer ich wäre einfach nicht in der Lage richtig scharf zu stellen. Und dann lese ich es gibt “Frontfokus” und “Backfokus” – noch nie was von gehört. Aberrationen, Vignetten, hää?

    Auf ins Webinar und herzlichen Dank für die Arbeit, die du dir mit diesen Artikeln machst!

    Gruss
    Sabine

    • Nein, im Webinar sprechen wir niemals über Probleme von Kameras. DA sind die DInger tolle Geräte, die wir zu unseren KAMERAdinnen machen. 🙂
      Im Ernst: Hier im Blog kann ich detaillierter auf solche Dinge eingehen, dafür schreibe ich das ja alles. Und versende es als Newsletter. 🙂

  5. Hallo,
    Danke für den Artikel. Während in vielen Fotozeitschriften seitenlange Tabellen mit Objektiv- oder Kamerawerten abgedruckt werden, die für viele eine Art Bibel darstellen, gehen andere hin und verkaufen jede Menge Fotobücher über New York mit überwiegend unscharfen Bildern. Mir wird in der Fotografie zuviel über Technik und Daten geredet, anstatt über Fotografie. Natürlich sollte man sich ein wenig darüber informieren, bevor man hunderte von Euro aus dem Fenster wirft. Aber was ich damit anstelle, liegt ausschliesslich bei mir. Auf den Bildern sieht man sowieso nicht womit sie gemacht sind. Was habe ich neulich mal gelesen “Nur das Bild zählt” ob mit Kitscherbe für 100 € oder 1500€ Zoom. Alles nebensächlich wenn mich ein Bild anspricht.

    grüße,
    Jürgen

  6. Danke Karsten….Du hast mich Deinen Ansichten entspannt…..es muss nicht immer alles super scharf sein…..ich finde es viel interessanter wenn etwas “Leben” in dem Foto ist…,Hund rennt…super scharf…Hintergrund verwischt….,,
    L.Gr. Sigrid

  7. Hi Karsten,
    super Artikel, vielen Dank. Ich glaube, ich mache mir zu viele Gedanken über Schärfe oder Unschärfe meiner Fotos. Vielleicht sollte ich alles etwas entspannter angehen .Wir haben heute herrliches Wetter hier und ich beabsichtige, Leberblümchen zu fotografieren. Gibt es schon im Teutoburger Wald. Blümchen scharf, Hintergrund unscharf. Mal sehen, ob ich mit meinen Fotos heute abend zufrieden bin.

    Gruss
    Bärbel

    • Egal, ob du zufrieden sein wirst, oder nicht: Um es herauszufinden musst du raus!
      Und auf jeden Fall wirst du fotografiert haben – und das ist ein Wert an sich! 🙂

  8. Hallo Karsten,

    Sehr informativer Beitrag zur Schärfe von Objektiven. Es kommt gut rüber, dass Technik nicht alles ist, sondern auch die Sichtweise jedes einzelnen. Weiter so….freu mich auf die nächsten Artikel:-).

    Viele Grüße
    Martina

  9. Hallo Karsten,

    vielen Dank für deine stets hochinteressanten Weiterbildungen. Modern ausgedrückt bin ich wohl jetzt ein follower von dir. 🙂

    Doch jetzt spitzt sich für mich die Spannung und Überprüfung deiner ganzen Tipps zu. Lightroom liegt noch frisch in der Verpackung zu Hause. Nun sitze ich hier in Dubai im Hotel, Kamera komplett vorbereitet, das Objektiv war noch fix zur Reinigung (übrigens Top-Service von Tamron), das Stativ und der Fernauslöser sind eingepackt und der Graufilter gemäß deines Tipps ist zum ersten Einsatz bereit. Morgen um 9.00 Uhr geht’s rüber nach Abu Dhabi zur weißen Scheich-Zayid-Moschee mit greller Mittagssonne, wo das alles aufgefahren wird. Und wehe dir, ich habe auf dem Foto Menschen drauf! — ganz breites Grins.

    Bitte setze deinen Newsletter-Unterricht genauso fort!

    Viele Grüße,
    Kay

  10. hallo Karsten – bin treue leserin deiner kommentare – die sind alle bereichernd, sowohl technisch als auch künstlerisch – danke – bis zu dem nächsten mal – bitte höre damit nicht auf

    viele grüsse
    Lilli

  11. Hallo Karsten,

    also dieser Artikel hat mir eine ganz andere Sichtweise zum Thema gegeben.
    Dafür meinen herzlichsten Dank.
    Ich bin soooo froh diese Homepage gefunden zu haben, um endlich meinen Wissensdurst möglichst “alles aus einer Hand” stillen zu können.
    Bin mir sicher, daß ich mit Deinen künftigen Newslettern viel lernen kann. Werde also auch zu den “treuen Lesern” gehören.

    VG, Monika M.

  12. Hallo Karsten,

    habe das Thema hier noch mal für mich aufgegriffen. Habe mir vor ein paar Tagen ein neues Objektiv 100 – 400 mm, f/4,5-5,6. Habe damit schon ein bischen probiert. Die Brennweite von 400 mm + Crob sollte mir bei einer Safarie gute Dienste leisten. Ich gehe davon aus das man nicht allzu nahe an die Tiere rankommt.

    Irgendwie fühlt sich diese Brennweite ein bischen befremdlich an. Auch das Schärfeergebnis ist eher bescheiden (nun natürlich nur aus meiner Sicht) Ich stehe ja von natur aus auf scharfe Motive (bezogen natürlich nur auf das Motiv).

    Gibt es denn noch Tips und Tricks für lange Brennweiten, die zu besseren Ergebnissen führen könnten. ?

    Der derzeitige Vollmond hat mich ebenfalls ermuntert die 400 mm mal auszutesten.
    Habe natürlich an die Okular-Abdeckung gedacht 🙂
    So richtig gut fand ich das Ergebnis nicht.
    Ich hatte mal mit einer Bridgekamera mit digitalem Zoom bis 215 mm bessere Fotos geschossen als jetzt mit den 400 mm.

    Wäre schön wenn es zum Thema “Besonderheiten bei langen Brennweiten” etwas zu lesen gäbe.

    Schönes WE, Monika

    • Monika, meine Glaskugel ist gerade kaputt! 😉 Ohne das Foto gesehen zu haben, sag ich nichts …
      Aber wahrscheinlich wirst du sehr von meinem Newsletter über die Kehrwertregel profitieren, der nächste Woche erscheint. 🙂

  13. Wer keinen Blick hat, dem nützen auch die teuersten Objektive nichts – aber Sie haben recht, irgendwie müssen die teuren Flaschenböden ja verkauft werfen.

  14. Interessanter Artikel mit breiter Aussage und großer Wirkung auf dem Betrachter der üblichen subtilen verstaubten heutigen Fotografie die zualle dem noch Konsum durchströmt ist.

  15. Danke für den Beitrag. Ich bin auch so einer, der gerne seine Bilder in der 1:1 Ansicht in Lightroom unter die Lupe nimmt, und dann irgendwie enttäuscht die Kiste wieder ausmacht.
    Werde jetzt mal mit einer anderen Sichtweise an die Sache rangehen 😎 und die Kiste danach zufriedener ausschalten 😉

  16. Obwohl ich sagen muss, dass mit meinem neuen Canon 10-18 (für schlappe 200 eur) dieses Wochenende selbst in der 1:1 Ansicht viele gute Fotos dabei sind …… da war ich positiv erstaunt . Aber trotzdem werde ich diese Ansicht nicht mehr als Hauptkriterium für die Beurteilung meiner Bilder nehmen 😀

  17. Vielen Dank auch von mir! Sie sprechen mir aus der Seele!
    Ich persönlich war eigentlich immer begeistert von der (relativen) Qualität meiner Kit-Objektive. Und als ich für eine 500mm – Festbrennweite für 150€ (neu) eine sehr positive “Rezension” geschrieben habe, kamen schon Kommentare, die mich daran zweifeln ließen, ob ich überhaupt Augen im Kopf habe.
    Dass man bei dem Preis an Grenzen stößt sollte eigentlich klar sein. Aber es hat halt auch nicht jeder das nötige Kleingeld.
    Grüße – Dr. Richard Hofmann

  18. Interessante Ansichten, die ich zum Teil voll unterstützen kann.

    Ich bin vor 2 Jahren komplett von Canon FF auf Olympus MFT umgestiegen, was meine Kollegen aus dem Fotoclub anfangs mit sehr viel unverständnis aufgenommen haben. Ich hatte zu den Anfängen von MFT auch keinen Gedanken daran verschenkt, hatte mir dann aber 2011 eine Lumix G3 zum „spielen“ gekauft. Dabei habe ich dann festgestellt, dass die Ergebnisse nicht schlecht sind. Außerdem gab es systembedingt keinen Front- oder Backfokus, was mich auch immer genervt hat!

    Der letzte Test war dann mit der Olympus E-M5II und etlichen Drucken in A2. Keiner in meinem Club konnte die Bilder eindeutig der Canon (21MP, FF) oder Olympus (16MP, MFT) zuordnen! Auf dem Bildschirm in 100% kann man die Bilder vielleicht noch zuordnen, bei Drucken in A2 aber nicht mehr. Mehr brauche ich nicht

    Die Objektive machen aber schon einiges aus. Auch wenn die heutigen Objektive viel besser geworden sind und ich auch einige „günstige“ Linsen aus Gewichtsgründen einsetze, sind die Ergebnisse mit den besseren (und teureren) Objektiven doch meist besser. Aus dieser Erfahrung komme ich zu dem Ergebnis, dass es schon noch deutliche Unterschiede bei den Objektiven gibt.

    Hängt aber auch stark von den Motiven ab: Landschaftspanoramen oder auch Architektur verträgt keine unscharfen Ränder und Ecken. Was bei Portraits überhaupt nicht auffällt kann bei einem Gebäude, Innenraum oder einer Landschaft schon massiv stören!

    Daher gilt für mich: Eine gute MFT kann durchaus bessere Bilder liefern als eine Vollformat, speziell wenn schlechte Objektive an der Vollformat im Einsatz sind. Und davon gibt es aus der Historie noch verdammt viele…

    • Ja, das ist ein Thema, das immer wieder an mich herangetragen wird: “Vollformat-Kameras machen doch bessere Bilder!” – Bullshit! 🙂
      Der Fotograf macht die Bilder besser, niemals die Kamera!!!
      Und am fertigen Foto sieht keiner, mit welchem Sensorformat du ein Foto gemacht hast.
      Weitermachen!!! 😉

  19. Toller Artikel, der mir die Augen geöffnet hat, insbesondere beim Punkt der Grenzen, die jedes Objektiv hat und die man kennen sollte, ebenso wie seine Stärken. Hatte mich monatelang mit diversen Kommentaren zum Zeiss E-Mount 16-70mm auseinandegestzt, die immer wieder die Schärfeleistung des Objektivs kritisierten. Dies hat mich bis jetzt immer von einem Kauf abgeschreckt. Würde mich trotzgem interessieren, ob diese Objektiv angesichtes des hohen Preises wirklich empfehlenswert ist.

    • Danke, Jan. 🙂

      Ich habe mir für das Objektiv mal gerade die 1 Stern Bewertungen bei Amazon angesehen: Alles Quatsch! Ich könnte dir zu jeder Bewertung ausführlich erklären, weshalb der jeweilige Rezensent so schlechte Fotos damit gemacht hat. Ich habe aber nicht die Zeit dafür, deshalb muss ich mich beschränken auf diese Aussage: Wenn du keine Ahnung von Fotografie hast und das Objektiv falsch einsetzt, solltest du keine Bewertungen schreiben.

      Eine gewisse Grundbildung in der Fotografie sollte dafür mindestens vorausgesetzt werden! Doch leider darf heute jeder drauflosschreiben wie es ihm passt.

      Und weil viele immer noch glauben, die Kamera würde das Foto machen, kaufen sie sich immer teurere Objektive, weil sie denken, dass dadurch ihre Fotografie besser werden müsste. Tut sie aber nicht, denn Fotografie hat erstaunlich wenig mit Kameras zu tun. Es bleibt dabei: Der Fotograf macht das Foto – die Kamera ist “nur” dafür da, dieses Foto festzuhalten, damit du es anderen zeigen kannst.
      Und wenn das Equipment immer besser wird, der Fotograf aber nichts an sicht tut, dann wird sich auch nichts an seiner Fotografie ändern. Wie auch?!

      Da ist es eine viel bessere Idee, ein klein wenig Geld in die eigene Ausbildung zu investieren (wahrscheinlich viel weniger, als die Optik kostet) und mit dem Kitobjektiv weiter zu fotografieren. Und das schreibe ich nicht, weil ich zufällig mit Fotokursen mein Geld verdiene. Sondern weil ich anderen helfen möchte, besser zu fotografieren.

      Ich habe fertig! 😉

  20. Danke für diesen Artikel der einen wieder auf den Boden zurückholt!

    Ich habe erst vor kurzem – zum Aufstieg vom 1″ Segment- eine Sony SLT gebraucht gekauft.
    Wann immer man etwas über Objektive liest stolpert man ständig über den Schärfebegriff und ständig funkt einem dann dieser Gedanke dazwischen wenn man dabei ist, sich das nächste Objektiv auszusuchen.
    Der suggerierte Tenor: nur extra-scharf taugt, alles andere ist für die Tonne 🙁
    In Wirklichkeit war ich jedoch sehr angetan und überascht davon, was schon das Kit-18-55 schärfemäßig leisten kann… wenn man sich der Grenzen bewusst ist.

    Fabian

    • Gern geschehen, Fabian! 🙂
      Ja, Kitoptiken sind der Wahnsinn, wenn man sie richtig einsetzt – und die Grenzen beachtet.
      Ich selbst bin grad auf der Suche nach einer 40 Jahre alten Optik, die ich an meiner Sinar ansetzen will. Die kostet mehr, als manches vollständige Kamerasystem mt zwei Optiken – und doch gebe ich es gerne her, denn ich weiß, was das Objektiv kann. 🙂

  21. Hallo Karsten,
    habe dein Artikel zufällig entdeckt. Ich gebe Dir Recht – es gibt keine “unschärfe” Objektive. Aber… Es gibt viele dezentrierte Objektive. Und das ist, was die meisten Kunden unter “unscharf” meinen. Und wenn auf einem Foto vom Ziegelwand und Blende 1,8-2,8 sehen die Mitte und eine Seite relativ harmonisch aus (und ich meine damit – nicht unbedingt gleich scharf!), aber die andere Seite sieht ziemlich unscharf im Vergleich zu den anderen Seite aus, dann schreiben die Leute negative Rezensionen auf Amazon und schicken Objektive zurück. Was ich durchaus nachvollziehen kann bei Objektivpreisen ab 800 Euro aufwärts.
    Danke für tollen Artikel!

  22. Hallo, ich habe ein Problem, vielleicht kann mir jemand helfen?!
    Sony 16-80 mm, 1:3,5-4,5 ZA, Stangenantrieb defekt, Fokusführung muß mit Modifikations Kit repariert werden, KV 960,- € wobei ein neues nur 740,- € kostet.
    Anzahlung für KV und Versand bereits 50,- € geleistet, wobei die bei unreparierter
    Rücksendung verloren sind, aber was soll ich mit einem defekten Objektiv?
    Bei “Verschrottung” erhalte ich 25,- € zurück. Was soll ich tun? gibt es kostengünstigere Reparaturfirmen oder Amateure, die so etwas machen?
    Danke im Voraus für eine Rückmeldung.

  23. Hallo,
    ist ein super Artikel. Man vergisst schnell, dass die Schönheit eines Fotos immer im Auge des Betrachters liegt und nicht am benutzten Werkzeug.

    Wollte mir ein neues Objektiv zu legen aber nach dem Artikel, werde ich erstmal meine alten Schätzchen wieder mehr nutzen und sehen was die Person hinter der Kamera so drauf hat. *lach*

    Weiter so…..

  24. Hi Karsten,
    ich mag deinen praktischen Ansatz zum Thema, anstatt der ganzen Datenklopperei, die von vielen Autoren bevorzugt wird. Wer Fehler wirklich sucht, wird immer welche finden. 🙂 Rasche Frage zum Thema dazu und deine Einschätzung: Ich habe eine Canon 80D also mit ASP-C Faktor, habe mir aber in den letzten Jahren zwei Vollformat Objektive gekauft, weil ich sicherlich in Zukunft mal auf Vollformat umsteigen werde (wenn das Kleingeld angesammelt ist). Nun kommt es mir manchmal so vor, als seien die Bilder mit den teureren Vollformat L-Objektiven keineswegs besser als mit dem EF-S 60mm Makro Objektiv, das ich auch noch nutze. Kann es sein, dass ASP-C Sensoren im Durchschnitt schärfere Bilder mit Objektiven machen, die nur für diesen Sensortyp gebaut wurden als mit L-Objetiven oder bilde ich mir das einfach nur ein. 🙂
    Danke für deine Einschätzung!
    Liebe Grüße
    Ludger

    • Den Unterschied wirst du nur sehen können, wenn du die Objektive an ihre Grenzen führst. Und dann musst du noch ganz genau hinsehen!
      Wenn du tagsüber bei Sonnenschein fotografierst und die Blende schließt ist der Unterschied nicht wahrnehmbar.
      APS-C-Optiken sind sehr viel besser als ihr Ruf. Kommt daher, dass viele denken, sie müssten sich besseres Equipment kaufen, um besser zu fotografieren. Also kann doch eine APS-C-Optik gar nicht so gut sein, wie eine für das Vollformat. Weit gefehlt!:-)

  25. Ich muss gestehen, ich bin hier gelandet, weil ich nach einem Testbild gesucht habe, um die Schärfe meines Objektivs zu testen… mea culpa.

    Dein Artikel hat mir tatsächlich die Augen geöffnet und ich habe mich leider ganz schnell dabei ertappt, wie ich mein bisheriges Verhalten in deinen Schilderungen wiedererkannte (100% Ansicht – oder sogar noch näher – und nach Unschärfen suchend, usw.).

  26. Danke KARSTEN KETTERMANN!

    Deine Arbeit: Die Wahrheit über scharfe Objektive
    ist sehr Lehrreich und lässt Tief blicken,

    Freue mich,
    das es Menschen gibt,
    die sich mit solchen Themen auseinander setzen.

  27. Hallo Karsten,

    Danke für die aufschlussreichen Informationen, die in vielen Aufnahmesituationen zu anforderungsgerechten Ergebnissen führen werden. Ich bin auf der Seite gelandet, um herauszufinden, ob die hohen Abbildungsleistungen z.B. der Vollformat-Sensoren (D 850 oder 5DS) von Macro-Objektiven überhaupt hinreichend „bedient“ werden können oder ob (die in Tests festgestellte😉) Linienanzahl eines Objektivs den Informationsgehalt limitiert. Oder hat das eine mit dem anderen gar nichts zu tun?

    Danke und Grüße,
    Karsten

    • Ich mache mir über solch akademischen Fragen eher weniger Gedanken. Tests und die darin gefundenen Ergebnisse haben rein gar nichts damit zu tun, ob ein Foto gut ist oder nicht. Denn sogar sehr unscharfe Fotos können sehr gut Fotos sein.
      Wann werden denn solche Bildinformationen in der Praxis überhaupt wahrgenommen? Vom Fotografen, wenn er in der Bildbearbeitung die 100%-Ansicht anschmeißt und sich daran ergötzt. Sieht das irgendjemand anderes in der Präsentation im Netz oder als Abzug? Nein.
      Interessiert das irgendjemanden, außer den Fotografen selbst, der natürlich für sein Geld ein gutes Ergebnis verlangt? Nein.
      Wird ein Foto besser durch eine bessere Kamera? Nein.
      So lange du kein meisterhafter Fotograf bist, der mit jedem Schuss ein atemberaubendes Foto herzaubert, bist DU der limitierende Faktor. Machst du langweilige Fotos, werden die durch eine bessere Kamera nicht besser.
      Fazit: Kauf dir eine Optik, die für deine Kamera keine Beleidigung darstellt und dann fotografiere. Lerne beide gut kennen und optimal einzusetzen, dann schenke deinem Motiv die maximale Aufmerksamkeit und hol in der Bildoptimierung das Maximum aus deinen Fotos raus. DAS macht deine Fotos gut – und nicht die Anzahl der Linienpaare pro Millimeter.

  28. Hallo Karsten,

    ich bin total begeistert von Ihren Artikeln und Stellungnahmen! Da ich wohl oder übel zu den Tiefenschärfe-Junkies zähle, mache ich mir das Leben manchmal selber schwer. Seit wenigen Wochen habe ich eine neue Nikon D7500 und erlerne nun die Kamerafunktionen erst richtig. Ihre wunderbaren Erklärungen helfen mir viel dabei. Schade, dass Sie soooo weit weg von mir sind sonst würde ich einen Fotokurs bei Ihnen besuchen.
    Liebe Grüße aus dem Süden (vom Bodensee)!
    Christine

  29. Hallo Karsten,
    ich muss dir doch bei dem Punkt der Schärfeerfordernis in der Ana!ogfotografie ein wenig wiedersprechen: hier war es eben nicht so, dass man sich aus Preisgründen nur Bilder bis 24 x 36 cm ansah. Es gab die Möglichkeit von Diafilmen, welche meist auch von Profis genutzt wurden. Hielt man Diavorträge, so wurde häufig auf 2 x 2 m Leinwände und größer projiziert. Ich kann dir sagen, ein Canon FD 50 mm 1.4 war auch bei Blende 2.0 noch sehr kontrastarm und nebelig unscharf. Ein 50 mm 1.2 war dann bei f 2.0 schon eine andere Welt. Das konnte wirklich jeder sofort sehen (und kritisch anmerken). Und wer kauft schon eine Festbrennweite mit f 1.4, um mit 2.8 zu fotografieren?
    Genau in diesem Bereich, also dort wo Offenblenden gefragt sind, gibt es nach wie vor große Unterschiede. Allerdings, man kann auch die leichte Unschärfe eines EF 50 mm STM bei f 1.8 genau als solche nutzen, wenn man diese z.B. bei Gegenlichtporträts gestalterisch nutzt.

    Grüße von Stefan

    • Hallo Stefan,

      ich sehe den Widerspruch nicht. 🙂

      Zum einen muss ich natürlich für eine klare Aussage, die sich gegen unnötigen Suchen nach vermeintlichen “Schwächen” von Objektiven richtet, etwas generalisieren. Dabei fallen natürlich kleinere Anteile der Fotografengemeinde (hier die Diafotografen) unter den Tisch.
      Denn wenn wir uns erinnern, wie oft kleine Abzüge gemacht wurden und wie oft wirklich mal ein Diababend veranstaltet wurde, sind die Verhältnisse klar:
      Laut Wikipedia lag der Anteil der verkauften Diafilme im Jahre 2001 bei 7%. Als Quelle gibt sie einen Artikel der Stiftung Warentest auf test.de an. In der Blütezeit lag der Anteil auch mal höher, aber nach meiner Einschätzung sicherlich immer deutlich unter dem des Negativfilms.

      Außerdem wird – vor allem das Kleinbild-Dia bei der Projektion auf eine Leinwand zig-fach vergrößert, was bekanntermaßen jeglichen Mangel sofort deutlich aufzeigt. Allein dem Umstand, dass solche Projektionen auch meist aus einem größeren Abstand betrachtet wurden, ließ dann doch so einiges wieder ganz ordentlich erscheinen. Jeder, der mal auf einer recht kleinen Leinwand (wie z.B. 2×2 m) eine Mittelformat-Projektion gesehen hat, wird dem zustimmen. Der kleinere Vergrößerungsfaktor der größeren Dias ist einfach durch nichts zu schlagen.

      Du hast aber auch recht, dass offenblendig nicht alle Objektive gut sind. Die einen sind etwas weniger schlecht, als die anderen – doch wirklich klasse ist keines! Daher meine Aussage, dass Objektive eigentlich nicht dafür gemacht wurden offenblendig genutzt zu werden. Wird aber heute zwar gerne gemacht, die Qualität geht dabei aber in den Keller, da bin ich dabei.

      Anekdote am Rande: Gerade letztes Jahr habe ich noch mit meinem Technikdozenten einer Fachhochschule über das Thema gefachsimpelt. Nach seiner Aussage – und der Mann ist immerhin Ingenieur für Fototechnik – sind Zeiss Otus Objektive die einzigen, die dafür konstruiert wurden, offenblendig eingesetzt zu werden. Als besonders abschreckendes Beispiel für Versagen bei Offenblende nannte er genau das von dir als “besser” genannte 1,2/50 von Canon. Aber warst ja klug und hast diese Optik ebenfalls nur abgeblendet als besser genannt. 😉

  30. Hallo Karsten,
    es stimmt soweit alles was Du schreibst, jedoch:
    es gibt Leute, die mögen Schokopudding mit Mandeln, andere lieben den Rollmops. Und dann gibt es jene Leute, die daraus den Schluß ziehen daß Rollmops mit Schokoladenpuddig das Maß aller Dinge sei.
    Geknippst habe ich seit meinem 12. Lebensjahr und in den letzten 25 Jahren vor der Rente war ich professionell in der Dokumentation tätig. Mein Fazit: kaum jemand macht sich Gedanken darüber WAS fotografiert werden soll. Kaum jemand informiert sich vorher über die Grundlagen für sein Anliegen. Letztlich wird zum Segen der Industrie gekauft was gut und teuer ist, und was vor allem etwas her macht. Der Romantiker wird dann mit allerlei Tricks und Hilfsmitteln die Schärfe eines teuren Objektivs vernichten und es dann soften nennen, während ein Reprograph durch technische Möglichkeiten noch den letzten Tic in die Aufnahme hinein bekommen möchte. Es ist eben so, daß die Aufgabenbereiche und Möglichkeiten in der Fotografie ( die rein persönlichen Auffassungen lasse ich mal aus ) so weit gefächert sind daß es lohnt sich vorher gründlich zu informieren. Es spart Geld, Zeit und Nerven.

    • Zu wissen, was man will und braucht ist immer eine gute Idee!! 🙂
      Eben darum, weil viele die Kamera nur zum “Spielen” nutzen, habe ich diesen Artikel geschrieben. Die Kamera und alles andere Equipment sind und bleiben unwichtige Nebensache, so lange der Kopf hinter der Kamera nicht weiß, was er will.

  31. Bei diesem Thema sollte man vor allem den Zusammenhang zwischen Auflösungsvermögen von Objektiven + Sensoren und dem Auflösungsvermögen von den darzustellenden Medien verstehen. Ein Foto kann man mit unterschiedlichem Betrachtungsabstand auf einem Handy, ausgedruckt auf Fotopapier, auf einem 65″ 8K HDR TV, auf einer Großbildleinwand und weiteren Medien betrachten. Wenn ich also die technischen Hintergründe kenne, muss ich mir lediglich die Frage beantworten: auf welchem zukünftigen Medium soll mein Foto dargestellt werden können und wie sind die Grenzen von diesem Medium, denn nicht nur Idioten finden Grenzen. Dann kann man sich auch ausrechnen, ob das Auflösungsvermögen bzw. die physikalische Schärfe ausreichend ist. Hierbei muss man u.U. auch das Freistellen berücksichtigen. Wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt, sollte man darüber hinaus auch Kenntnisse über den Schärfeeindruck und den Einfluss von Schärfe besitzen. Zudem sollte man sich mit Schärfe als gestalterisches Mittel befassen. Wer das alles verstanden hat, kann SELBST beurteilen, welche Gewichtung das Schärfekriterium hat. Wen das alles nicht interessiert, weil man einfach nur gerne fotografiert, der kann sich beim Objektivkauf auch professionell beraten lassen, anstatt in irgendwelchen Test-Zeitschriften zu wühlen oder sich die Datasheets der Hersteller durchzulesen. Ich kann die Intention des Beitrags verstehen und er zielt vermutlich auch auf eine bestimmte Lesergruppe. Ich hätte es trotzdem schöner gefunden, wenn die Thematik etwas tiefgründiger und sachlicher verpackt worden wäre.

    • Hallo Jonas,

      vielen Dank für die Ergänzung. All das ist mir natürlich klar.:-)

      Die Zielgruppe für diesen Artikel kann ich ganz klar nennen: All jene, die meinen, dass gute Fotos nur mit bestem Equipment zu machen sind.

      In der Sache korrekt bin ich immer, sachlich kann und will ich aber nicht. Da musst du dir jemand anderes suchen. 😉

  32. Hallo,
    es wird sehr viel, sehr überbewertet um viel Geld zu verdienen. Warum soll es bei Objektiven anders sein?!
    Mein einziges Objektiv ist ein gebrauchtes MFT Olympus Objektiv 40-150 mm F4.0 – F5.6 für alles weitere Festbrennweiten. Am liebsten fotografiere ich mit der Festbrennweite. Ich finde man setzt sich viel intensiver mit der Bildgestaltung auseinander. Gruss Paul

  33. Jetzt erst – drei Jahre später! – lese ich diesen Artikel und kann Dir, Karsten, nur voll und ganz zustimmen. Und schön, daß dieses in der Fachpresse stets breit getretene Thema hier einmal auf den Prüfstand gestellt wird.
    Gegen eine gute, will heißen: zielgerichtete Bildschärfe ist ja nichts einzuwenden – je nachdem, was im Bild wirklich wichtig ist. Logischerweise ist das so.

    Es heißt, daß eine steigende Sensorauflösung eine adäquate Objektivleistung erforderlich macht. Das ist nur teilweise richtig. Denn wer in früheren Zeiten wie ich zum Beispiel unter anderem auch mit einem Fuji Sensia Chrome-Film gearbeitet hat, weiß, daß bereits analoge Filme (hier: Diafilme) Auflösungen resp. Detailzeichnungen erreichten, für die rein rechnerisch eine Sensorauflösung von rund 80 MPix erforderlich wäre. Unglaublich, aber wahr. Und das im Kleinbildformat, in der heutigen Zeit “Vollformat” genannt. Nun ja, davon sind die Vollformatgeräte alle weit entfernt. Mir reichen die 24,5 MPix meiner D3x immer noch völlig aus. 😉
    Und ja: Auch mit einem Vollformat-Kitobjektiv aus der Analogzeit macht dieser Sensor knallscharfe Bilder, wenn man es darauf anlegt. Die besten Fotos macht allerdings aus meinem Linsenpark ein Telezoom aus dem Jahre 1977, ein rein manuelles Gerät, ein Schiebezoom, welches damals sündhaft teuer war und in dem Ruf steht, bis heute (2019) im Bereich der 80-200 mm-Klasse das Beste zu sein, was der Hersteller jemals gebaut hat. Ich habe nicht das komplette Objektivsortiment von Nikon durchprobiert, aber die Aussage könnte stimmen. Dagegen sehen die von mir getesteten Telezooms neuerer Bauart in diesem Brennweitenbereich alt aus, wenn man den richtigen “Dreh” (im wahrsten Sinne des Wortes) heraus hat. 😉

    Zurück zur Schärfe. Ich bin größtenteils in der Landschaft unterwegs, auch im Hochgebirge. Und wer die Zwei- und Dreitausender der Alpen erwandert oder erklimmt, weiß ein gutes “Reiseobjektiv” sehr zu schätzen. Ich werde einen Teufel tun und eine Komplettausrüstung dort hinaufschleppen. Gute, atemberaubende Bilder gelingen trotzdem, auch mit einem 24-120mm. OK, es hat einen Stabilisator eingebaut… 😉

    Und selbst bei Landschaftsaufnahmen finde ich persönlich eine durchgehende, konstante Schärfe nicht immer wichtig, solange das Kernmotiv gut inszeniert ist. Ich habe kürzlich ein Experiment gemacht und versucht, ein Ölgemälde eines sehr bekannten deutschen Impressionisten nachzuempfinden. Ich bin also an einen Ort gegangen, welcher mit jenem auf dem Ölgemälde vergleichbar ist, habe auf das richtige Licht gewartet (eine Gegenlichtaufnahme mit direktem Sonnenlichteinfall in’s Objektiv, den ich durch das Gipfelkreuz teilweise blockiert habe) und dann, als sich die Lichtsituation jener auf dem Gemälde anzunähern begann, eine ganze Serie “geschossen”. Das Resultat: Der Malstil Caspar David Friedrichs wurde von Kamera und Objektiv verdammt gut getroffen. Mit einer 14.000,- EUR teuren Linse wäre die Aufnahme nicht besser geworden, nur teurer… 😉

    Viele Grüße!

    • Hallo Laurenz,
      Danke für das Lob. 🙂
      Ja, wenn man logisch denken würde, käme man selbst drauf. 🙂
      Danke für deinen ausführlichen Bericht. Das klingt nach Einsatz! Wenn mehr davon in der Praxis ankäme, würde “man” sich auch nicht mehr so viele Gedanken über Objektivschärfe machen müssen…

      • Da hast Du recht. 😉

        Ich meine, natürlich ist es so, daß man bei hochauflösenden Sensoren für eine feste Kameraunterlage sorgen muß. Daran führt kein Weg vorbei, denn was z.B. eine 14 MPix-Kamera noch als “scharf” durchgehen läßt, verzeiht eine 24 MPix-Kamera (und aufwärts) nicht. Ist das der Fall, so kann ich selbst mit einem sogenannten “Altglas” atemberaubende Bilder machen. Und was bei allen Diskussionen meist oder zumindest sehr oft vergessen wird: Ein Foto steht und fällt mit dem Motiv, mit der Inszenierung.

        Gut Licht! 🙂

  34. Hallo Herr Kettermann,
    danke für diesen Beitrag. Er bestätigt mein Denken in jeder Weise, gerade das Ding mit der 100 % Sicht und die darauffolgende Unschärfe-Unzufriedenheit. Ich fotografiere manchmal an meiner MFT mit einem alten Zuiko weil ich diesen unperfekten Look mag.
    Werde mich hier weiter umsehen. Allzeit gutes Licht wünscht

    Rüdiger Kau

  35. Wir sollten die optische Leistung eines Objektives nicht mit der fotografischen Leistung dessen verwechseln, der oder die hinter der Kamera steht.
    Warum sollte ich ein Objektiv erwerben, das sich z. B. als mehr oder weniger schlecht zentriert herausstellt? Ein leider (zu) häufig anzutreffender Mangel quer durch alle Preisklassen. Auch Zonen verringerter Schärfe / Kontrast innerhalb des Bildfeldes treten mitunter fertigungsbedingt auf. Das steht aber weder in der Bedienungsanleitung noch ist der Preis reduziert! Ich teste JEDES Objektiv bevor “Geld fliest” und habe selbst hochpreisige Optiken zurückgegeben.
    Wer seine Bilder von der Aufnahme über Bearbeitung bis hin zum großformatigen Druck selber herstellt, sieht sehr wohl diese Auswirkungen und erkennt (so er will) diese Mängel. Das hat erst einmal nichts mit der Wahl des Motives , der eingesetzten Brennweite, der Belichtungszeit und ggf. einer falsch eingesetzten Blende zu tun. Detailreichtum, dort wo er gefordert wird, kann im Nachhinein nicht erzwungen werden, wenn die Optik zu geringe Mikrokontraste liefert (Matsch…); sollte jedoch “Weichheit” die Bildaussage unterstützen, lässt sich diese im Nachhinein realisieren.

    “Gut Licht” und Grüße aus DD

    • Klar, schlechte Optiken will keiner und “Montagsmodelle” gab es schon immer.

      Wenn du aber eine Optik hast, die in Ordnung ist, leg los und fotografiere – das ist der Kern meines Artikels. Leider geschieht das heute allzu selten, so dass die betroffenen Personen es an ihrer fotografischen Weiterentwicklung mangeln lassen. Statt dessen bleiben Diskussionen über technische Details – wie die Objektivschärfe – dann das Einzige, was diese Personen noch mit der Fotografie zu tun haben. Schade eigentlich…

      Technik als Selbstzweck finde ich langweilig. Gute Fotos hingegen nicht – egal, was es dafür braucht! Scheint so, als hättest du deinen Weg dahin gefunden. Wo kann ich mir deine Ergebnisse ansehen?

  36. Hallo Karsten,
    danke dir für die tollen Erklärungen. Ich hab noch viel zu lernen 🙂
    Deine Tipps gelesen zu haben ist das eine, aber sie verinnerlicht zu haben, braucht bei mir wohl etwas Zeit und Übung.
    Einen Korrekturhinweis habe ich, in der Rechnung mit der doppelten Formatdiagonalen kommst du auf 108cm, das Ergebnis ist aber nur die einfache Diagonale, richtig sollte 216cm sein 😉
    VG Heiko

  37. Interessanter Ansatz.
    Allerings bei allem Respekt schon etwas arg polarisierend.
    Aber so macht man das, wenn man gelesen werden will – so etwas wie “Die Wahrheit über….” catcht natürlich Aufmerksamkeit, und ein extremer Standpunkt zieht immer.
    In der Richtung “Alle anderen sehen es praktisch falsch, nur ich habe ‘die Wahrheit'” 😉
    Das sind erlaubte, wirkungsvolle Stilmittel, die ich nicht kritisieren will.
    Allerdings: Etwas mehr Ausgewogenheit wäre aus meiner Sicht schon angebracht, aber das kann ja jeder für sich selbst relativieren.
    Schärfe ist nicht alles und wird oft überschätzt, und hat wenig bis gar nichts damit zu tun, ob eine Komposition gut oder schlecht ist, das ist richtig.
    Ganz unwichtig ist sie allerdings auch wieder nicht.
    Hervorragend komponierte Aufnahmen kommen natürlich umso besser zur Wirkung, je besser – ja, und auch manchmal sogar schärfer 😉 – ein Objektiv abbilden kann. Auch wenn ein gutes Bild mit nicht so guter Technik immer noch gerne angesehen wird, keine Frage.

    Ich hatte vor ein paar Jahren auch mal die Probe aufs Exempel gemacht.
    Einige mit sehr (bis zum Rand) scharfen Optiken aufgenommene Fotos und welche mit schwächerer Optik, die am Rand und in den Ecken Unschärfen hatten, auf 20x30cm ausbelichten lassen (bei 400 dpi).
    Der Unterschied war doch deutlicher als ich mir gewünscht hatte, mich persönlich stört es schon, wenn beispielsweise bei Landschaftsaufnahmen an den Rändern noch nicht-bildunwichtige Teile zu sehen sind, die aber nicht wirklich scharf sind.
    Von daher bevorzuge ich schon Objektive, die auch eine gewisse Qualität im Randbereich liefern, wenn man das so will. Bei Porträts etwa braucht man das natürlich weniger…

    Wo ich auf Schärfe achte, ist beim Kauf eines neuen Objektivs. Wenn ich z.B. einen Tausender für ein Objektiv ausgebe, will ich schon ein gutes Exemplar. Und das kriegt man oft nicht beim ersten mal. Dezentrierung, manchmal klappt auch das Zusammenspiel mit dem AF der Kamera nicht so gut… Oft musste ich ein zweites oder sogar drittes mal tauschen (Mein Rekord war vor vielen Jahren ein Canon 17-40/4 – ich hatte mir in den Kopf gesetzt, ein perfektes Exemplar zu kriegen, und das war erst beim siebten Exemplar der Fall, kurz bevor ich aufgeben wollte ;-))
    Aber sobald ich überzeugt bin, ein gutes Exemplar erhalten zu haben, ab diesem Zeitpunkt ist mir die Schärfe auch relativ egal, danach gibt es keine Tests von Ziegelsteinen mehr 😉

    Mindestens genauso wichtige Eigenschaften eines Objektivs sind natürlich seine Farb- und Kontrastdarstellung, und seine Zeichnung – also wie “schön” unscharfe Bereiche gerendert werden. Diese “Bildsprache” ist für mich eine der wichtigsten Eigenschaften, gerade beim Spiel mit Schärfe/Unschärfe.

    • Danke für deine Ausführungen, Emanuel.

      Ich habe meinen Text ganz oben noch um zwei weitere Punkte ergänzt. Ich will natürlich auch keine kaputten Optiken kaufen – doch darum geht es in diesem Artikel nicht.
      Ich habe ihn geschrieben, um all jede zu ermutigen, mal endlich Fotos zu machen, anstatt nach Fehlern bei ihren Optiken zu suchen.

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein