Nachtfotografie: Irenes erste Feuerwerksbilder

Letztlich erhielt ich eine Email von Irene wegen ihrer Feuerwerksbilder.

Sie hatte beim Gewinnspiel Nachtfotografie mein neues Buch gewonnen und sich riesig gefreut. Offensichtlich hat Sie auch meinen Rat befolgt: „Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es!“ (Zitat: Erich Kästner) und hat die Kamera zur Hand genommen.

Sie schrieb:

Hallo Karsten,
habe gestern erstmals von einem Feuerwerk Fotos geschossen. Was soll ich sagen: Ich konnte mich nicht mehr einkriegen, wie toll die geworden sind. Ich war stolz auf mein neues Können – bei dir gelernt! Im Anhang schicke ich Dir ein paar Fotos!!!
Viele liebe Grüße und Danke für Deine tollen Beiträge …
Irene

Die Feuerwerksbilder waren klasse, deshalb habe ich Sie um ein Interview gebeten. Hier ist es:

Hallo Irene, magst du dich kurz vorstellen?

Mein Name ist Irene Kersten und wohne in einem kleinen Städtchen, der Flößerstadt Lychen. Das liegt in der Uckermark/Brandenburg, ca. 100 km nördlich von Berlin. Hier wohnen ca. 3500 Einwohner.
Seit 12 Jahren bin ich Rentnerin und gestalte mein Leben noch sehr aktiv (Rentner haben niemals Zeit, dazu zähle ich auch)! Bin ein positiv denkender Mensch und spontan für alles Schöne zu haben – kann schweigen und zuhören! Nach der Wendezeit habe ich als Bankkauffrau gearbeitet, bis dann die „60“erschien.

 

Seit wann fotografierst du und was?

In meinen jüngeren Jahren gab es leider nicht die Möglichkeit, sich mit dem Fotografieren zu beschäftigen. Auf meine erste kleine Kamera – Name fällt mir im Moment nicht ein – die aber schon mit automatatischem Belichtungsmesser ausgestattet war, bin ich schon sehr stolz gewesen (1966 etwa). Da ich damals gern alles in Bildern festhielt, Familie, Urlaub usw., – das wurde ja alles auf Film festgehalten – musste ich ja immer gut überlegen, was ich fotografieren wollte.
Mit einer kleinen Digitalkamera – seit 2008, ging es ja dann viel schneller, schöne Fotos zu machen.
Seit einem Jahr habe ich eine Canon 750D, bei der ich immer noch am „Studieren“ bin.
Ich liebe alles was schön und interessant ist, dazu zählen Landschaften, Blumen, Sonnenuntergänge und sogar einen doppelten Regenbogen habe ich neulich eingefangen. Mit den Nahaufnahmen habe ich mich auch schon angefreundet und schon gute Mitive eingefangen, z. B. Pusteblume mit Tau.

 

Wie bist du zur Nachtfotografie und zum Gewinnspiel gekommen?

Habe mich am 16.08.2016 für deinen Fotokurs-Newsletter eingetragen. Ich wollte mich mit der Fotografie mehr beschäftigen, um gute Hinweise zu bekommen und um gute Ergebnisse zu erzielen, in Bezug auf die neue Kamera.
Da ja regelmäßig deine Newsletter kamen, wusste ich auch schon über Nachtfotografie etwas mehr.  Und dass du ein Buch in Arbeit hast!
Als du dann zu einem Gewinnspiel aufgerufen hast, war ich natürlich sofort dabei: Ich sollte zwei Bilder per E-Mail schicken, was ich natürlich auch tat. Denn ich kam gerade aus meinem Südafrika-Urlaub, wo ich dann des Nachts fotografiert hatte. Davon habe ich dann zwei geschickt und eins kam in den Lostopf.

 

Beschreib mal den Lesern, wie es war, im Gewinnspiel gezogen zu werden. Du hattest mir zwischendurch so eine süße Email geschickt…

Als mir mitgeteilt wurde, dass ich einen Preis für mein Bild erhalte, konnte ich meinen Augen nicht trauen. Ich habe das Buch als Geschenk erhalten, es kam sogar passend zu meinem Geburtstag – so ein Zufall. Eine sehr schöne Geburtstagsüberraschung!
Als ich im Anschluß dann noch sah, wie es gezogen wurde, konnte ich vor Lachen nicht mehr an mich halten. Du hast  nämlich alle  Namen der Teilnehmer auf je einen Zettel geschrieben und ihn zusammengknüllt. Deine Hündin war die Glücksfee und sollte dann ein Knäuel nach dem anderen holen. Als erstes wurde mein Name vorgelesen und ich sah es sogar auf meinem Bildschirm. Mit so viel Überraschung habe ich nicht gerechnet – danke nochmals. 🙂

 

Und, wie ist das Buch?

Das Buch ist leicht verständlich geschrieben, mit vielen guten Ratschlägen. Es ist umfassend und du hast an alle Wenn- und Abersituationen gedacht. Die praxisnahen Beispiele und Hinweise kann ich gut umsetzen, für mich als Anfänger sind sie gut nachvollziehbar. Weil ein größeres Fest in unserem Städchen anstand, habe ich mich gleich mehr mit dem Thema „Feuerwerk aufnehmen“ beschäftigt. Ich konnte die richtigen Einstellungen für das Feuerwerk dem Buch entnehmen und in die Praxis umsetzen.

 

Erzähl uns von deinem ersten Feuerwerk und wie du zu den tollen Feuerwerksbildern gekommen bist.

Das ersten Feuerwerk mit der Kamera zu erleben, konnte ich gar nicht abwarten. Ich habe sämtliche Einstellungen an der Kamera schon zu Hause vollzogen. Es waren auch in dem Buch schon viele Tipps für die Vorgehensweise beschrieben worden, diese haben mir sehr geholfen, dass ich da ruhig an die Sache rangegangen bin.

Ich hatte mich zusätzlich mit einem Stativ und Fernauslöser (Zubehör für die Nachtfotografie) ausgestattet und machte mich auf den Weg.Ich kam mir wie ein Profi vor, dem war natürlich ganz und gar nicht so … !!!  „Aber Kopf hoch und durch“, dachte ich mir, „jetzt oder nie.“

Nachdem ich mir schon vorab einen Platz ausgesucht hatte, ging ich auch dort hin und war sogar von der Polizei bewacht worden, nein Spaß, die haben auch nur ihre Stellung bezogen und hatten an der Stelle einen guten Überblick über das Geschehen. Bei einem Flößerfest ist bei uns dann die Hölle los, das größe Spektakel an zwei Tagen.
Habe mich natürlich nicht in die Menschenmenge gedrängelt, sondern außerhalb der Begrenzung gestanden. Es war etwas erhöht und dachte, „hier hast du einen guten Platz“. Es war aber auch ein wenig Glück dabei, denn ich konnte es nur erahnen, ob ich die Kamera richtig positioniert habe. Es war ein Baum im Vordergrund, der natürlich nicht zu übersehen war. Der hat aber noch etwas Abwechslung mit aufs Bild gebracht.

Mit viel Musik vom Festplatz konnte ich die Wartezeit sehr gut überbrücken. Ich war ein bisschen innerlich aufgeregt, was mich da heute erwarten würde. Dann wurde angesagt, dass gleich das Feuerwerk beginnt. Mittlerweile hat sich nämlich die Kamera mit Tau bedeckt und ich hatte kein größeres Tuch dabei, um sie davor zu schützen. Langsam stieg die Anspannung bei mir und es ging endlich los.

Da ich ja den Fernauslöser angeschlossen hatte, konnte ich mich auf das Feuerwerk konzentrieren und erfreuen und drückte wie wild auf meinen Auslöser. Ruck zuck ist ja so ein Feuerwerk vorbei und ich hätte keine Möglichkeit mehr gehabt, noch etwas am Standort oder sonst was zu verändern. So schaute ich mir auch nicht groß die Feuerwerksbilder vor Ort an, sondern fuhr nach Hause, um sie dann zu sichten. Ich traute meinen Augen nicht, was ich da vollbracht hatte! 🙂 Ich war hin und weg von dem Ergebnis. So ein Glück konnte ich kaum begreifen. Meine Gefühle überschlugen sich und ich konnte mich kaum beruhigen.“Ich habe alles richtig gemacht“, dachte ich und freute mich wie ein kleines Kind.

Mein Lebensgefährte mußte meine Freude teilen und freute sich natürlich mit mir, denn er weiß, wie sehr ich mich im Moment mit der Kamera und der Nachtfotografie beschäftige.
In der darauf folgenden Woche, habe ich natürlich meinen besten Freunden und Bekannten meine Feuerwerksbilder präsentiert, denn sie wissen, wie gerne ich fotografiere.

 

Und wie geht es weiter? Was planst du in der nächsten Zeit?

Ich überlasse im Moment alles eher dem Zufall, denn eine Reise ist erst im November geplant, wo ich etwas Spannendes fotografieren kann. Muß mich noch mit den Nachtfofografie-Lichtspuren beschäftigen, ein spannendes Kapitel für mich. Da will ich mich eventuell mal in eine größere Stadt begeben, schauen wir mal, was sich so ergibt.

 

Danke, Irene – für das Interview und die tollen Feuerwerksbilder.

Gerne. 🙂

 

Ergebnisse: Die Feuerwerksbilder von Irene

Und hier kommen sie nun – tadaaaaa – Irenes ersten, selbstgemachten Feuerwerksbilder.

 

Einstellungen

Ich habe noch nach den Werten gesehen, die Irene für diese Fotos verwendet hat. Sie hat bei allen Fotos mit ISO 100 und Blende 11 gearbeitet. Die Belichtungszeiten lagen zwischen 6 und 12 Sekunden und die Brennweite bei 28 mm.

Damit hat sich sich an meine Werte im Buch gehalten. Du könntest sie aber auch im Artikel über das nachts scharfstellen nochmal nachlesen.

Irene benutze eine Canon EOS 750D mit dem 18-55-mm-Kitobjektiv – also durchaus kein Profikram. Das beweist mal wieder, dass du auch mit Kitobjektiven wunderbare Fotos machen kannst – wenn du weißt, wie es geht. Denn der Fotograf macht das Foto – nicht die Kamera!

Hinterlasse einen Kommentar, wenn du Fragen hast oder Irene zu den schönen Fotos gratulieren magst – oder mir für das tolle Nachtfotografie-Buch. 😉

2 Comments

  1. Silke 2. September 2017
    • Irene Kersten 5. September 2017

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