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Bildbearbeitungsprogramm: Meine Empfehlung

Du suchst ein Bildbearbeitungsprogramm? In diesem Beitrag findest du meine Empfehlungen.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der ich das Zubehör für die Bildbearbeitung erkläre:

  1. Der Monitor
  2. Farbkolorimeter
  3. Bildbearbeitungsprogramm (dieser Artikel)

Und wenn du dich fragen solltest, ob Bildbearbeitung überhaupt sein muss, lies dir Schritt 2 in diesem Artikel durch, in dem ich erkläre, wie du optimal Fotografieren lernen kannst.

 

Bildbearbeitung – die Definition

Der Begriff Bildbearbeitung umfasst wirklich alles, was du überhaupt mit Fotos in einem Bildbearbeitungsprogramm anfangen kannst. Also die Teilbereiche Bildoptimierung, Montagen, Retuschen bis hin zur Komplettveränderung von Bildern, Textintegration und die verschiedensten Zusatzinformationen, die du in den Dateien speichern kannst (Pfade, Kanäle, Notizen uvam.).

Die Bildbearbeitungsprogramme leisten unterschiedliche Teilbereiche aus den o. g. Themen. Schauen wir uns die Unterschiede an:

Bildbearbeitung: Photoshop und seine Derivate

DAS Bildbearbeitungsprogramm dafür heißt Adobe Photoshop. Als Industriestandard bietet es den größten Funktionsumfang aller Bildbearbeitungsprogramme. Damit kannst du alle oben genannten Teilbereiche erledigen.

Es gibt aber auch Photoshop-Abkömmlinge, angefangen vom für Amateure vollkommen ausreichenden Photoshop Elements bis hin zum kostenlosen, aber sehr spröde bedienbaren Gimp, mit denen du ebenfalls extrem vielfältig Bildbearbeitung erledigen kannst.

Deine Lernkurve bei diesen Bildbearbeitungsprogrammen ist extrem flach, d. h. du erlernst es nicht besonders schnell. Du benötigst selbst bei intensivem Einarbeiten mit jeder freien Minute, die du erübrigen kannst, einige Monate, bis du einigermaßen etwas kannst.

Gemeinhin verstehen die meisten unter Bildbearbeitung das stundenlange Herumschrauben an Fotos. Oft zum Zwecke der Rettung misslungener Fotografierversuche. Aber auch, um mithilfe digitaler Arbeitsweise Kunstwerke zu schaffen. Das kann einem gefallen, muss es aber nicht. Allzu oft wirken diese Fotos auch nicht mehr natürlich und sehr artifiziell.

Aber Bildbearbeitung muss nicht so aufwendig sein. Nach meiner Erfahrung wünschen sich die meisten Fotografen ohnehin, nicht allzu viel Zeit vor dem Computer zu verbringen. Das kann ich sowas von gut verstehen!!! 🙂

Daher mein Rat: Wenn es dir nur darum geht, aus deinen Fotos das beste zu machen, lass diese Bildbearbeitungsprogramme links liegen.

 

Bildoptimierung: Lightroom und Alternativprogramme

Den Unterschied zwischen dem Original links und dem in Lightroom bearbeiteten Foto rechts sieht man, oder?!

Ich persönlich optimiere meine Fotos, um das Beste aus ihnen herauszuholen. Bevor du lange rätselst: Genau darum geht es in diesem Artikel, in dem ich Bildbearbeitungsprogramme zur Bildoptimierung vorstelle.

Bildoptimierung bedeutet für mich, das Foto in Helligkeit, Kontrast und Farbigkeit optimal einzustellen und mit kleinen Retuschen störende Elemente zu beseitigen. Damit bin ich sehr weit entfernt von der von vielen als völlig überzogen wahrgenommenen, verändernden Bildbearbeitung mit tiefem Griff in die Farbtöpfe. Deshalb nenne ich das auch, die Fotos zu optimieren und nicht etwa bearbeiten.

Bildoptimierung geht schnell, meist bist du pro Foto in ein paar Sekunden fertig, nur manchmal brauchst du bis zu einer Minute. Trotzdem ist Bildoptimierung so mächtig, dass sie die Qualität deiner Fotos massiv verbessern kann!!

Du willst also unbedingt deine Fotos optimieren.

Als Apple im Jahre 2005 für die Bildoptimierung und -verwaltung das revolutionäre Bildbearbeitungsprogramm Aperture vorstellte, wollte man damit den klassischen Arbeitsablauf eines Fotografen (Verwalten -> Auswählen -> Entwickeln -> Präsentieren) nachempfinden.

Ein Meilenstein, eine disruptive Technologie, welche die bisher nötige Photoshopperei auf den Kopf stellte!

Mittlerweile ist Aperture vom Markt und Adobe hat mit Lightroom ein Bildbearbeitungsprogramm geschaffen, das in seinem Bereich ähnlich wie Photoshop die uneingeschränkte Marktführerschaft übernommen hat. Doch die Konkurrenz schläft nicht!

Bis zum Erscheinen von Lightroom hatte ich einige Bücher zum Thema Photoshop und Photoshop Elements geschrieben und ich war verdammt schnell in diesen beiden Bildbearbeitungsprogrammen. Nachdem ich erst einmal den Nutzen von Lightroom erkannt hatte, habe ich ab dem nächsten Tag nur noch mit Lightroom gearbeitet. Heute erledige ich 95 % meiner Arbeit in Lightroom, nur für erweiterte Montagen und Retuschen nutze ich noch Photoshop. Meine Arbeit erledige ich fünfmal schneller und habe früher Feierabend – chapeau! 🙂

Auch, wenn Gerüchte immer wieder anders lauten: Du kannst JPGs und RAW-Formate darin bearbeiten – und zwar identisch!

Lightroom erlernen

Die Lernkurve ist bei Lightroom und seinen Alternativen sehr steil. In meinen Präsenz-Workshops brauchte ich immer nur sechs Stunden, um zu vermitteln, was die Teilnehmer wissen mussten. Danach konnten sie ihre Fotos eigenständig verwalten und optimieren. Solche Workshops habe ich durch meinen Lightroom-Onlinekurs ersetzt, der den großen Vorteil bietet, Lightroom in deinem Tempo und zu den Zeiten zu lernen, wenn du fit im Kopf bist. Außerdem kannst du alles mehrfach anschauen, was in einem Präsenzkurs nicht so wirklich funktioniert – so lernt man heute optimal!

ZUM LIGHTROOM-KURS

 

 

Adobes lästiges Abomodell

Adobe fährt mittlerweile einen sehr eigensinnigen Kurs, was den Kauf von Lightroom anbetrifft. Du kannst Lightroom/Photoshop mieten als Version Classic CC für einen Monatsbetrag von etwa 13 €. Das stößt vielen sehr sauer auf!

Leider versucht man, so mein Gefühl – wo es nur geht – zu verheimlichen, dass es weiterhin eine Lightroom-Kaufversion gibt. Außerdem nennt Adobe diese Lightroom 6, was eine veraltete Version suggeriert. Denn die Mietversion im Abo liegt in Version 7 vor. Die Unterschiede zwischen 6 und 7 sind aber praktisch bedeutungslos.

Auch wenn ich selbst vorerst weiterhin Lightroom nutzen werde, haben viele heute schon das Bedürfnis, sich nach Alternativen umzusehen. Diese habe ich hier zusammengetragen.

 

Bildbearbeitungsprogramm: Lightroom-Alternativen

Hier trage ich dir alle Alternativen zu Lightroom zusammen, die mir über den Weg laufen. Dieser Artikel wird dauernd aktualisiert, also schau mal wieder vorbei.

Mein Tipp: Fast jede Software erhältst du in einer Testversion. Lade sie dir herunter und probiere sie aus, bevor du Geld ausgibst. Das Ausprobieren kann schon mal einige Stunden in Anspruch nehmen. Doch nach so einem Vergleich weißt du, welche Lightroom-Alternativen am besten zu dir passt.

 

Meine empfohlene Alternative zu Lightroom: Luminar 2018

Luminar ist ein klasse Bildbearbeitungsprogramm mit großem Funktionsumfang. In Kürze wird auch eine Bildverwaltung darin verfügbar sein. Dann ist es eine erstklassige Alternative zu Lightroom. Mit dem Gutscheincode “KETTERMANN” sparst du nochmal 10 € auf den ohnehin nicht sehr hohen Preis von 69 €.

Ich arbeite selbst zwischendurch damit und kann Luminar sehr empfehlen!

Besonders für Einsteiger sehr empfehlenswert ist, dass du erstmal nur mit den Grundeinstellungen arbeiten und alles andere aus der Benutzeroberfläche ausblenden kannst. Später kannst du dann bei Bedarf weitere Funktionen einfach einblenden. So passt sich Luminar perfekt an dich an. 🙂

Du kaufst das Programm einmalig und kannst es beliebig lange nutzen. Einmal pro Jahr im Herbst gibt es zwar eine neue Version, aber du musst die nicht kaufen. Wenn du nach einigen Jahren die dann aktuelle Version kaufen willst – weil der Zuwachs an Funktionen es rechtfertigt – kannst du das zum reduzierten Preis tun.

 

Capture One

Mit rund 350 € nicht gerade billig, aber mit einem ähnlichen Funktionsumfang wie Lightroom. Viele Profis halten dieses Bildbearbeitungsprogramm sogar für besser als Lightroom. Daher sicherlich die professionellste Alternative zu Lightroom!

 

DxO PhotoLab

Ab 129 € ist das Bildbearbeitungsprogramm verfügbar, aber immer noch ohne Verwaltungstool.

 

RawTherapee

Dieses Bildbearbeitungsprogramm ist kostenlos, hat aber auch gegenüber Lightroom einen deutlich eingeschränkten Funktionsumfang. Für die Verwaltung und Bildoptimierung eines Hobbyfotografen ist dieses Bildbearbeitungsprogramm aber durchaus ausreichend ausgestattet.

 

Polarr

Eigentlich ist das Bildbearbeitungsprogramm kostenlos, aber Mitglieder erhalten für 24 $ im Jahr einen erweiterten Funktionsumfang. Ohne Bilderverwaltung.

 

darktable

Ebenfalls kostenloses Bildbearbeitungsprogramm und stark an Lightroom angelehnt. Ist deutlich im Funktionsumfang gegenüber Lightroom eingeschränkt, dafür aber auch für exotischere Betriebssysteme verfügbar.

 

ON1 Photo RAW

Dieses Bildbearbeitungsprogramm mit Verwaltungsoption kostet ab 99 $ und bietet Teilfunktionen aus Photoshop.

 

Corel AfterShot Pro 3

Bietet ebenfalls eine Verwaltung und ist aktuell für 59 € zu haben.

 

Exposure X3

Dieses Bildbearbeitungsprogramm mit Verwaltungsoption kostet ab 199 $.

 

LightZone

War mal kostenpflichtig, kostet nun nichts mehr. Weil es aber Geld einbringen sollte, wurde es professionell entwickelt und daher hat dieses Bildbearbeitungsprogramm einen großen Funktionsumfang.

 

Silkypix Developer Studio

Kostet derzeit reduzierte 130 € und will eine vollständiges Bildbearbeitungsprogramm sein.

 

Hast du eines oder mehrere dieser Bildbearbeitungsprogramme schon selbst ausprobiert? Dann fühle dich herzlich eingeladen, deine Erfahrungen mit mir und den anderen Lesern in den Kommentaren zu teilen!

Auch für Ergänzungen bin ich dankbar. 🙂

 

20 Kommentare

  1. Manfred Klimmeck

    Hallo Karsten,

    gibt es einen Grund, warum das Programm AFFINITY nicht erwähnt wird. Dies kostet in der Kaufversion für MAC nur ca. 55€ und für das iPAD sogar nur ca 25€.

    Ich tue mich noch sehr schwer mit dem Handling – vielleicht ist dies ja auch der Grund für Dich, dies nicht vorzustellen – glaube aber, dass mehr als nur die wesentlichen Funktionen vorhanden sind.

    Beste Grüße

    Manfred

    • Affinity ist ja eher ein Photoshop-Derivat. Daher hat es in dieser Aufstellung nichts zu suchen. Ist aber nicht schlecht! 🙂

  2. Brigitte

    Hallo Karsten,
    Danke für den tollen Artikel. Ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Bildbearbeitungsprogramm. Mit Lightroom konnte ich mich bisher nicht anfreunden. Luminar gefällt mir da schon besser. Wollte aber vielleicht noch die Version mit der Verwaltung der Bilder abwarten.

    Liebe Grüße Brigitte

    • Das ist keine so schlechte Idee. Soll ja bald kommen.

  3. Andreas

    ich habe zwar auch noch lightroom 4 , nutze aber jetzt nur noch darktable. In der aktuellen Version vermisse „ich“, als Amateur, nichts. Die Bedienung mag anfangs etwas sperriger als LR sein jedoch habe ich, dank der „Favorites“, meinen Workflow beschleunigen können.

    Andreas

  4. Miriam

    Hallo Karsten, ich lese immer sehr aufmerksam deine Blogartikel. Vielen Dank, dass du dir immer so viel Mühe machst, uns weiterhin das Fotografieren beizubringen 🙂 Eine Frage habe ich heute zur Kaufversion von Adobe Lightroom, also Lightroom 6. Ich habe eine Canon-Kamera, deren RAW-Format, CR2, Lightroom 6 m.W.n. nicht laden kann. Also muss ich die RAWs in das dng-Format konvertieren und kann die Fotos erst dann bearbeiten. Habe ich einen Qualitätsverlust bei den Fotos in dng? Ist ein Kauf dann trotzdem zu empfehlen? Danke dir für deine Antwort.
    Herzlichst, Miriam

    • Gerne, Miriam. 🙂
      Durch das “Umwandeln” hast du keine Nachteile. Es passiert auch praktisch nichts mit dem Bild an sich, sondern das Foto wird praktisch nur in einen anderen für LR “verständlichen” Container gepackt.

    • rudi

      Welches Kamera-Modell ist es denn??

    • Wolfgang

      Hallo Miriam,
      ich weiss nicht, welche Kamera Du hast aber LR6 kann eigentlich alle
      aktuellen Canon Raw-Dateien öffnen. (selbst EOS 5D Mark 4). Hast Du das
      letzte Update (6.1.4 ?) ?
      Gruß
      Wolfgang

  5. Geli

    Hallo Karsten,

    ein toller Artikel – wie immer! Die ersten Programe habe ich mir gleich mal auf die Schnelle angesehen bzw. Screenhots betrachtet und werde mir die eine oder andere Testversion noch genauer anschauen.

    Ich nutze bisher spezielle Funktionen aus verschiedenen Programmen, aber für meine täglichen Weboptimierungen seit Jahren den ganz simplen, kostenlosen ImageViewer von Faststone.org. Der ImageViewer ist eine Kombi aus Bildverwaltung, -betrachter und -optimierer. Mit sehr guten Stapelverarbeitungsfunktionen und kleinen Optimierungs- und Korrekturmöglichkeiten. Schon die Autokorrektur arbeitet hier so gut, dass sie mir meist genügt. Vor allem gefällt mir die (auch für Anfänger) sehr intuitive Oberfläche, dass man die Bilder aus dem Vollbildmodus heraus bearbeiten kann, denn die Menüs sind an allen vier Bildschirmseiten versteckt und werden per Mausover sichtbar. Auch während der Bearbeitung sind die Menüs sehr klein gehalten und die Vorher-/Nachher-Ansichten hat man nicht nebeneinander, sondern kann die Vorher-Ansicht per Klick zum Vergleich in den Vordergrund holen, sodass man das zu bearbeitende immer voll vor sich hat. Wenn nicht viel zu machen ist und es schnell gehen muss, wird das immer meine erste Wahl bleiben, denke ich.

    VG
    Geli

    • Danke für den Hinweis, Geli. 🙂
      Den kannte ich noch gar nicht. Ist aber auch kein Wunder: Der tut es ja nur unter Windows.;-)

  6. rudi

    moin, Karsten, für die schnelle, “alltägliche” Verarbeitung meiner Fotos benutze ich “ACDSee Ultimate 2018”. Vielseitige Bildbearbeitung mit guter, individuell einstellbare Benutzeroberfläche und guter Bildverwaltung mit diversen Funktionen, wie u.A. Duplikate finden, Geotaggen. Zwar nicht kostenlos, gibt aber öfter Rabatt- oder Upgradeaktionen. Empfehlenswert.
    An weiterführende Detail-Bearbeitung kommt man an “Lightroom” wohl nicht vorbei.
    fG Rudi

  7. Markus

    Hallo, vielen Dank, sehr informativ! Wenn man umsteigt von Adobe auf Luminar oder Capture One, klappt dann der Import des bisherigen Katalogs? Und kann man Plug Ins nutzen wie die Nik Collection (ich hänge sehr an Silver Efex Pro), oder sind die überflüssig? Schönen Gruß Markus

    • Manche der vorgestellten Programme benötigen gar keinen Katalog, sondern greifen direkt auf die Festplatte und die unter dem Betriebssystem erstellte Struktur zu.
      Viele Programme haben für Zusatztools wie die Nik Collection eine Plugin-Schnittstelle.
      Wenn du so sehr daran hängst, kann das ja gar nicht überflüssig sein! 😉

  8. Christian_MS

    Zu gimp: Meiner Meinung nach sind die aktuellen Versionen gar nicht mehr so spröde.
    Look und Bedienung sind an Photoshop angelehnt und auch der Funktionsumfang ist mehr als ausreichend, besonders wenn man sich zusätzlich das G’Mic Plugin installiert.

    • Ich bekenne: Es ist schon einiges her, als ich mir Gimp das letzte Mal zugemutet habe. Vielleicht sollte ich da mal wieder reinschauen… 🙂

  9. Sabine

    Hallöle, ich arbeite mit DXO PhotoLab und bin damit überaus zufrieden. Die Bedienung ist sehr intuitiv und die Ergebnisse sind klasse. Zur Verwaltung nutze ich ACDSee, das mit CXO PhotoLab zusammenarbeitet. Wenn ich – was extrem selten ist – mehr machen möchte, als das Foto zu optimieren nutze ich PaintShop Pro.

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