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Lightroom Presets: Unverzichtbar oder Quatsch?

Lightroom Presets, auch Vorgaben genannt, können dir die Arbeit in Lightroom vereinfachen – oder dir auch zusätzliche Arbeit machen.

Was sind Lightroom Presets?

Mit Lightroom werden einige Presets mitgeliefert.

Innerhalb von Lightroom kannst du bestimmte Einstellungen an den Schiebereglern als Vorgabe abspeichern. Hast du in Zukunft ein ähnliches Foto, brauchst du nur diese Vorgabe anklicken, damit sie auf ein anderes Bild angewendet wird. So kannst du dauerhaft bestimmte Bearbeitungen speichern, um sie jederzeit wieder auf ein Foto anwenden zu können.

Du kannst solche Vorgaben aber auch kaufen oder kostenlos aus dem Internet laden. Such doch mal bei Google nach  Lightroom Preset und schon werden wir über 3 Mio. solcher Lightroom Presets in den Suchergebnissen angezeigt.

Lightroom Presets: Das Problem

Egal ob kostenfrei oder kostenpflichtig, alle Anbieter zeigen dir Beispielfotos, auf die das jeweilige Lightroom Reset angewendet wurde. Und die demonstrieren sollen, was das Lightroom Preset mit dem Bild macht.

Das ist schon beachtlich, was da manchmal gezeigt wird! Hier mal ein Beispiel für ein kostenpflichtiges Produkt.

Da kommt schnell der Gedanke auf: “Das will ich auch, das lade ich herunter!”

Und dann bist du plötzlich enttäuscht und verwundert, wenn du feststellen musst, dass dieses Preset bei deinen Fotos gar nicht die gewünschte Wirkung zeigt. Denn was dir keiner der Anbieter solcher Lightroom Presets verrät ist, dass dein Bild nur unter einer einzigen Voraussetzung so aussehen kann, wie das Beispielfoto:

Fotos die du mit einem Lightroom Preset bearbeiten willst, sollten nach Möglichkeit sehr ähnlich aussehen, wie das Beispielfoto, mit dem das Lightroom Preset beworben wurde. Sieht dein Foto deutlich anders aus, ist es etwa aus anderen Tonwerten aufgebaut, sehr viel heller oder dunkler als das Beispielfoto, dann wird das Ergebnis deutlich anders ausfallen.

Ga-ran-tiert!!!!

Das kann manchmal ganz schön frusten, ich weiß!

Lightroom Presets: So war es bei mir

Als ich die Vorteile von Lightroom vor ein paar Jahren erkannte , war ich auch ganz versessen auf Lightroom Presets. Doch nach wenigen Tagen musste ich feststellen, dass der oben beschriebene Effekt auftrat. Also besorgte ich mir noch viel mehr Lightroom Presets in der Hoffnung, dass ich nun für alle Fälle ausgesorgt haben könnte.

Doch dem war nicht so!

Nun hatte ich so viele Lightroom Presets auf meinem Rechner, dass ich bei jedem Foto mehrere 100 Presets durchprobierte, bis ich eventuell eines fand, das für dieses Foto passend war und ein gutes Ergebnis brachte.

Auf der Suche nach dem richtigen Lightroom Preset verbrachte ich sehr, sehr, seeeeehr viel Zeit. 🙁

Also kam mir irgendwann die Erkenntnis, dass Lightroom Presets nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen  etwas Arbeit ersparen können. Die Sucherei in meinen Presets hat mich tatsächlich unendlich viel Zeit gekostet.

Doch gibt es eine Alternative? Ja klar! 🙂

Die Alternative zu Lightroom Presets

Nicht nur die Grundeinstellungen, sondern wirklich ALLE Einstellungen kannst du als Lightroom Preset speichern.

Anstatt lang und mühsam nach dem richtigen Preset zu suchen, habe ich mir stattdessen angewöhnt, gleich direkt die Schieberegler in Lightroom manuell zu nutzen.

Bereits mit dem Einstellen der Grundeinstellungen von Lightroom kann ich so viel Gutes tun, um fast jedes Foto schon sehr weitreichend zu optimieren. Doch es gibt ja noch so 1 … 2 … weitere Schieberegler in Lightroom. 😉 Wenn ich die zusätzlich zu den Grundeinstellungen nutze, perfektioniere ich natürlich das Ergebnis.

Ja, das ist am Anfang etwas mühsam und dauert ein paar Sekunden länger, als ein Preset anzuklicken. Auf Dauer wird dir die Kenntnis um die manuellen Einstellungen aber so viel mehr Zeit sparen, dass du am Ende des Jahres mit der gesparten Zeit einen tollen und langen Urlaub machen kannst.

Isso! 😉

Aber lass dich etwas trösten: Nur die ersten 1000 Fotos machen Arbeit, danach beginnt der Spaß. 🙂 Und nun verdreh nicht die Augen: Ein Hochzeitsfotograf macht diese Anzahl Fotos schon mal innerhalb eines Tages frisch. 🙂

Schau dir mal das folgende Video an, in dem ich die erfahrene Hochzeitsfotografin Doris Tews interviewe. Auch sie arbeitet nicht mit Lightroom Presets, sondern macht die Einstellungen innerhalb von Sekunden selbst. Wir haben uns auf einige wenige Arbeitsschritte konzentriert und zeigen, dass ein natürliches Foto keine Lightroom Presets benötigt und es trotzdem super schnell geht.

 

Lightroom lernen? Der Werbeblock

Du willst auch in Zukunft das Beste aus deinen Fotos herausholen? Du willst schnell, einfach und intuitiv sowohl das technische als auch das kreative Potential der Bildbearbeitung für dich nutzen? Lightroom ist bisher ein Buch mit 7 Siegeln für dich und du willst es verständlich erklärt bekommen?

Dann buche jetzt meinen Lightroom-Onlinekurs.

Lightroom Presets willst du nach dem Onlinekurs nicht mehr kaufen, weil du deine Fotos wie hier empfohlen “mal eben” manuell fertig machst.

Versprochen!

Und das selbstverständlich völlig risikolos mit meiner 3-monatigen Geld-zurück-Garantie.

Lightroom Presets: Gibt es eine Berechtigung?

Gibt es nun doch noch eine Berechtigung für Lightroom Presets? Na klar, aber Presets wie oben beschrieben anzuwenden, macht nur mehr Arbeit.

Es gibt grundsätzlich drei wirklich gute Anwendungsfälle für Lightropom Preses:

  1. Du kannst Lightroom Presets hingegen sehr gut benutzen, um immer wiederkehrende Arbeiten zu automatisieren. Zu nennen wäre beispielsweise die Anwendung der Objektivkorrekturen, eine Entrauschung, die Kamerakalibrierung oder andere, eher spezielle Arbeiten.
  2. Auch wenn du immer wieder exakt die gleiche Art Fotos machst, sind sie wirklich gut nutzbar.
  3. Natürlich kannst du dich auch von Presets inspirieren lassen: Wende einfach ein Preset auf ein bisher nicht bearbeitetes Foto an, und du kannst sehen, welche Veränderungen das Preset am Bild vornimmt. Nun kannst du analysieren, welcher Schieberegler welche Veränderung bewirkt und daraus Rückschlüsse für deine eigene Bearbeitung ziehen.

Doch das ist ja ein Thema für einen weiteren Blogartikel, in dem ich dir erkläre wie du dir mit den Lightroom Presets viel Arbeit ersparen kannst. Natürlich nur wenn du Interesse hast! 😉

Also hinterlasse jetzt ein Kommentar, damit ich weiß, dass dich das Thema interessiert. 🙂

20 Kommentare

  1. Udo Endruscheit

    Kann ich nur bestätigen. Selbst bei den mitgelieferten Presets von Lightroom kann man ins Schleudern kommen. Eine Unzahl von Presets kann doch nur für Leute gut sein, die gar keine Vorstellung haben, wie ihr Bild aussehen soll und mehr oder weniger nur rumprobieren.

    Bei dem Produktlink aus dem Artikel sind Bildbeispiele zu sehen, bei denen ich das “After”-Bild für eine fürchterliche Verschlimmbesserung halte. Beste Beispiele für die fehlende Vorstellung vom fertigen Bild.

    Ich nutze Lightroom seit etwa fünf Jahren, seit einiger Zeit in Verbindung mit Photoshop CC. Ausschließlich “manuell”. Ich bin bisher noch nicht auf die Idee gekommen, mir weitere Presets zuzulegen.

    Ich glaube, Presets richten sich an Leute, denen die Disziplin und die Überlegung für einen wirklichen Workflow fehlt. Nur dann kann ich mir eine gute Freeware aussuchen und muss nicht mit Lightroom arbeiten.

    Danke für die tollen Lightroom-Beiträge!

    • Gerne, Udo. 🙂
      Ja, was du schreibst, ist wahr: Eine Vision geht vielen ab. Doch ich muss zugeben, das kommt auch nicht von heute auf morgen. Und wenn man dann den leichten Weg gehen will, müssen es halt Presets sein …

  2. Danke Kasten für den Betrag,
    grundsätzlich stimme ich euch zu! Was ich aber gerne mache ist ein Preset aufzurufen an meine Bedürfnisse anzupassen und dann als neues Preset abzuspeichern, klar wird auch dieses nicht immer auf alle meine Fotos passen aber eben besser zu meinem Stil und mit ein paar kleinen Änderungen z.B . bei der Belichtung ist dann doch einiges an Zeit gespart grad wann es um Farblooks geht!
    LG bis bald
    Vossi

    • Hey Vossi,
      das ist ja auch einer der Anwendungsfälle, die ich ausdrücklich empfehle: Presets zu analysieren kann dich wirklich nach vorne bringen. Als Anregung mag ich die Dinger auch! 🙂

  3. Rainer Stang

    100% Zustimmung. Wieviel Zeit habe ich investiert um festzustellen das es “zu Fuß” besser, individueller und schneller geht.
    Und Hand aufs Herz. Der überwiegende Teil meiner Bilder optimiere ich mit vielleicht 6-7 Einstellungen.
    Und diese ganz besonderen Bilder, an denen ich mich auch wirklich gerne lange aufhalte……
    Da hilft mir ein Preset eh nicht.
    Nach ganz viel probieren habe ich also 90% aller Presets wieder herunter geschmissen, da sie mich nur ablenken.

    Also, Daumen hoch für das Thema und den Bericht.
    Gruß
    Rainer

    • Rainer, ich wusste, dass ich in guter Gesellschaft bin! 😉 Danke dir.

  4. Thomas Riedel

    Hallo Karsten – wieder ein klasse Beitrag. Als ich ihn gelesen habe, musste ich ein wenig schmunzeln – hatte ich mir anfangs doch auch jede Menge Presets besorgt und viel Zeit damit verbracht. Kostenlose Presets und auch kostenpflichtige. Ich habe sie zwar immer noch in meinem Lightroom und dort natürlich auch in Gruppen geordnet, allerdings empfinde ich sie ebenfalls inzwischen nur noch als “Anregung”/Inspiration. Die meisten benutze ich gar nicht mehr –

    Es gibt allerdings noch ein Thema von Presets, ( habe ich auch in dem Video zufällig gesehen ) was ich gerne einsetze. Ich sehe das für mich aber nur als einen ersten Schritt – letztendlich gestaltet und entwickle ich mir die Bilder so, wie ich sie persönlich sehe.

    Gute Hilfe leisten mir da diverse Videos und Onlinekurse von einem coolen, erfahrenen Typen der schon jede Menge Fotos entwickelt hat und mit super Tips einem hilfreich zur Seite steht ?

    Ich finde, jeder sollte seinen eigenen Stil entwickeln – wie ihr schon in dem Video gesagt habt: Man muss da nicht mit jeder Mode mitgehen. Wobei mir bei den Hochzeitsfotos das erste tendenziell vorher besser gefällt. Ist aber nur meine persönliche Meinung.
    Das Video bestätigt wieder sehr gut, dass man auch ohne Presets auskommen kann.

    Also nochmal schönen Dank für diesen wertvollen Blog und: Weiter machen ?
    Stay hungry, stay foolish

    Schöne Grüße
    Thomas

    • Hallo Thomas, danke, ich geb’ mein Bestes! 🙂

  5. Uli

    Hallo Karsten,
    ich möchte keine Fertigprodukt eines anderen Fotografen, sondern ich möchte Wissen und auch verstehen, wie ich zu meinem Wunschergebnis komme. Nur dann kann ich mich auch weiterentwickeln. Da sind deine Videos und Newsletter sicherlich die bessere Alternative.
    Gruß
    Uli

    • Das nehm’ ich mal als Kompliment, danke schön. 🙂

  6. Uwe

    Der Beitrag spricht mir aus der Seele!

    Ja, ich habe auch viele, viele Presets. Und ich nutze sie gern mal um mal schnell mit der Maus drüber zu fliegen und im Navigator-Fenster die Preview zu sehen. Man kann sich da durchaus gute Bearbeitungsideen holen.

    Ansonsten habe ich eine recht begrenzte Anzahl an Presets, mit denen ich arbeite. Genaugenommen pro Kamera exakt eines: Mein jeweiliges Default-Preset. Die habe ich mir erstellt aufgrund der Parameter, die ich meistens verwende/anwende. Die lasse ich beim Import schon zuweisen und habe damit jeweils eine gute Ausgangsbasis, mit der ich im Allgemeinen schnell zum Ziel komme.

    • Ja, diese Arbeitsweise meinte ich. Beim Import regelmäßig wiederkehrende Bearbeitungsschritte anzuwenden, ist sehr sinnvoll. 🙂

      • Andrea Spielmann

        Hallo Karsten,

        genau das brauche ich! Bisher habe ich als blutige Lightroom-Anfängerin alles immer wieder neu und händisch gemacht und gedacht: schön wäre es, das irgendwie zu automatisieren. Wahrscheinlich kommt das in Deinem Kurs auch, Karsten, aber so weit bin ich ja leider noch nicht gekommen. Aber: heute Abend geht es ernsthaft los!!!!

        LG, Andrea (die mit dem guten Vorsatz für 2017, LR-Expertin zu werden ;-))

  7. Michal Mogus

    Hallo, wieder ein interresanter Artikel, den den ich mir zweimal angeschaut habe. Es ist schon ein großer Unterschied zwischen Vista und Windows Fotogalerie und jetzt mit dem Lenovo Foto Master, mit dem ich mich gerade beschäftige. Dann kommt so ein Beitrag und der ist wieder ganz was anderres. Grüße Michael

    • Hi Michael, ja, man bleibt immer dran. 🙂

    • Danke für die Quelle. Falls wer Interesse hat… 🙂

  8. Hans Jürgen Zolnir

    Hallo erstmal, alles mal wieder super.
    Ich würde gerne wissen kann man mit LR auch seinen eigenen Schatten aus seinem Bild entfernen?

    Gruß

    Hans Jürgen

    • Danke, Hans Jpürgen. 🙂
      Deinen Schatten bekommst du nur in LR aus dem Bild, wenn er sehr klein und die Umgebung optimal für Retuschen geeignet ist. Es ist also nicht unmöglich, aber tendenziell sind Photoshop und seine Derivate (z.B. Gimp) besser dafür geeignet.,

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