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Geheimnisverrat: Gute Fotos sind eine Überwindungsprämie!

„He, du!“

„Wer, ich?“

„Psssst!“

(leiser) „Wer, ich?“

„Genaaaaau…“

„… möchtest du ein schönes Foto kaufen?“ (öffnet eine Mantelseite)

C U T  !    C U U U U U U T  ! ! ! !

 

Kennst du noch Schlemihl, den etwas dubiosen Verkäufer im Trenchcoat aus der Sesamstraße?! Fast legendär sind seine Versuche, Buchstaben, Zahlen oder sogar Luft zu verkaufen. Und heute sollst DU ein gutes Foto kaufen – neeeeeeee!

Geht nicht, gibt’s nicht, nada, niente, never ever – nicht mal bei Schlemihl (ostjüdisch für Narr oder Pechvogel)!!! Gute Fotos kannst du nicht kaufen (es sein denn du bist Sammler und kaufst Fotos anderer Fotografen), die musst du MACHEN – und zwar selbst.

Dazu gehört Überwindung!

Die besten Fotos entstehen, wenn du bereit bist, sie zu fotografieren. Du musst willens sein,  das perfekte Foto zu machen. Dazu gehört zwar auch eine Kamera und weiteres Equipment. Und du musst vorher Fotografieren gelernt haben. Aber das alles ist nichts wert, wenn du es nicht einsetzt!!!

Also: Mach dir die Knie dreckig, sprich Leute an die im Weg stehen, klettere auf Bäume, lege dich  ins nasse Gras, stehe morgens um 4 Uhr auf, verzichte auf das pünktliche Abendessen.

Überwinde Dich, geh raus und fotografiere!!!

Klasse Fotos gibt es nur mit Einsatz!

Natürlich braucht es manchmal viel Überwindung, stundenlang in der Gegend herumzulaufen, auf der Suche nach einem interessanten Motiv. Und noch mehr, wenn du dreimal in Folge kein tolles Motiv findest. “Normale”, nicht fotografierende Leute machen das nicht. Aber der einzige Weg, um herausragende Fotos zu machen, ist es, wenn DU Wege gehst, die kein anderer für erkundenswert hält.

Gehe zur gleichen Zeit an die gleichen Plätze, wie alle anderen, und du bekommst die gleichen Fotos. Rausgehen und andere Wege beschreiten, und das zu anderen Zeiten sorgt manchmal dafür, dass du trotz der Überwindung kein gutes Foto machst. Aber manchmal machst du halt auch eins. Das verschwendet viel Zeit und ist manchmal echt anstrengend. Aber je öfter Du es tust, umso mehr werden sich Fotos auf deiner Festplatte sammeln, die außergewöhnlich sind und die kein anderer hat.

Mein Vorschlag: Hör jetzt auf zu lesen, schnapp dir deine Kamera und geh raus zum Fotografieren. Überhaupt solltest du deine Abende nicht vor dem Computer verbringen, um dir Fotografieren “anzulesen”. Wenn dich ein Thema interessiert, dann recherchiere kurz, lies wie es geht und probiere es aus.

DU hast es gut: Ich musste das alles auf teurem Filmmaterial lernen und mir alle Einstellungen aufschreiben!

Kennst du das Sprichwort “Probieren geht über Studieren.”?  Daran ist was Wahres!!!

Nur beim Fotografieren lernen wir, ob das gerade Recherchierte funktioniert. Aber niemals durch Weiterlesen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Es ist wie beim Schwimmen lernen: Lies die weltweit besten 50 Bücher darüber, wie man Schwimmen lernt. Kannst du dann Schwimmen?? Nein! Es ist dann doch etwas ganz anderes, ins Wasser zu gehen: Armzug – Beinschlag – Armzug – Beinschlag – Armzug – Beinschlag – … du verstehst?!!!? 😉

Unter den Klassikern der besten Tipps für gute Fotos steht deshalb dieser Satz ganz, ganz, ganz oben:

Gute Fotos sind eine Überwindungsprämie!

Danach kommt erstmal gaaaanz lange nichts – wirklich!

Mit großem Aufwand in den Stadtpark?! Na klar!!

Ich verrate dir ein Geheimnis: Als Kind und Jugendlicher war ich unheimlich schüchtern. In den ersten 5 Jahren meiner Fotografie habe ich mir ständig Gedanken darum gemacht, was andere wohl über mich denken. Wenn ich mal wieder Standpunkte in wildesten Verrenkungen einnahm, nachts am Ostseestrand fotografierte oder mich vor einen Theaterbühne rumdrückte. Kennst du das auch?? Bestimmt!

Sollte dich das auch hemmen, höre meinen Rat: Mach dir nicht zu viele Gedanken darüber. Denn es ist nicht wichtig, was andere über dich denken. Und wenn du ehrlich bist, geht dich das auch überhaupt gar nichts an! 🙂

Wofür brauchst DU beim Fotografieren die meiste Überwindung?

Hinterlasse einen Kommentar, vielleicht habe ich ja einen tollen Tipp für dein Überwindungsproblem … 🙂

 

Nachtrag: Ein tolles Video mit sich verrenkenden Fotografen auf der Suche nach dem besten “Standort”. Unfassbar lustig! 🙂 Danke an Thomas für den Tipp.

 

29 Kommentare

  1. Cornelia Herzfeldt

    Hallo Karsten, du hast mich mit dem Fotio Virus angesteckt und ich habe fast immer meine Kamera dabei. Ich lese nicht mehr”wild” rum, ich suche mir ein Thema und lege los. Nur leider habe ich momentan meist nur die Wahl zwischen Regentropfen oder Schnee. Kann nur noch besser werden.
    Danke für deine Unterstützung.
    Ganz liebe Grüße
    Conny

    • Recht so, recht so!!! 😉
      Das Wetter wird besser, bestimmt! 🙂 Weitermachen! 🙂

  2. Thomas

    Hallo Kartsen,
    ich fühle mich da sehr angesprochen und müsste mich viel öfter überwinden aber ich habe auch schon schöne Überwindungsprämien.
    Zum Beispiel letztes Jahr im Herbst früh morgens um 6:00 Uhr im Wildpark Vosswinkel bei strahlendem Sonnenaufgang im Herbstwald mit Stativ und 600er Tele auf dem Rücken gannz alleine in dem riesigen Park sehr schöne Aufnahmen vom röhrenden Hirsch gemacht 🙂
    Ich denke immer an deine Anweisungen Fotokurs “nun Thomas knie dich doch mal hin, beweg dich mal ” genau das ist es 🙂

    Ich wünsche euch ebenfalls schöne Überwindungsprämien.

    Gruss
    Thomas

    • Hi Tom, ein gutes Beispiel. Mach weiter so!!! 🙂

  3. Bärbel

    Hallo Karsten, es hat mich Überwindung gekostet, mit dem Stativ “herumzulaufen”. Aber siehe da – beim Park-Leuchten in der GRUGA war ich nicht allein! Vielleicht hat es mir geholfen, dass viele andere genau so farbige Fotos im Dunkeln machen wollten!? Ich habe beobachtet, teilweise geschmunzelt und auch nachgemacht. Und so sind einige wirklich tolle Fotos entstanden! Vielen Dank für deine Tipps und Anregungen. LG Bärbel

    • Hi Bärbel, ich schreibe das ja nicht umsonst – sonder aus eigener, oft leidvoller Erfahrung. Schön, wenn es bei dir geklappt hat. 🙂

  4. Michael

    Hallo Karsten
    Wie oben schon geschrieben ist auf Deutsch gesagt im moment scheiß Wetter! Dann kommt bei mir und bestimmt bei vielen anderen Hobbiefotografen dazu daß Sie sich wegen ihrer Krankheit besonders aufpassen müssen damit wier uns nicht Erkälten. Das schänkt viel ein und heist dann lieber im warmen bleiben.Ich mach deshalb oft auch Bilder aus dem Fenster oder vom Balkon wenns gerade passt.
    Gruß Michael

    • Ach komm, Michael, dein Immunsystem will trainiert werden. 😉
      Aber ich gebe dir recht: Derzeit sind in unserem Lande nicht allzu viele schöne Motive zu finden. Allzu grau-braun ist alles.
      Aber vielleicht ist es genau das, was besonders klasse aussieht, wenn man es zum Thema macht…
      Versuch’s mal! 🙂

  5. Sabine

    Lieber Karsten, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen: die Überwindung … DIE ÜÜBERWIIINDUNG …

    Ja, ich arbeite daran 😉

  6. thorsten sander

    ich kann mich nur anschliessen man muss sich nur überwinden . gestern war wieder so ein tag wollte gerne zum eishockey .mein innere schweinehund sagte nein heute werden keine fotos gemacht.. schade

    • Lebt der immer noch?? Ich dachte, der ist ausgestorben! 🙂

  7. Patricia Klein

    Hallo Karsten. Ja das wetter wird nun herrlich, gerade viel Sonnenschein und wärmer. Ich muss mir ehrlich gesagt, noch eine Kamera besorgen und dann geht’s los! Ich hab auch schon eine Bekannte motiviert, die gerne mitmachen will! Ja und der Sommer wird ja auch viel unter dem Motto “Los geht’s mit der Kamera” stehen. Danke und bis bald! Patricia

  8. Bärbel

    Ich hab gar nicht gedacht, dass das Thema Überwindung ein so gemeinsames ist !?!

    So ein Austausch tut gut.

    • Ich gebe jetzt seit über 20 Jahren Fotokurse und habe einigen 1000 Menschen das Fotografieren beigebracht. Da kannst du dir vorstellen, dass ich einen ganz guten Einblick darin habe, welche Probleme die meisten Hobbyfotografen quälen… Außerdem war ich ja selbst mal einer! Aber es freut mich sehr, auch dich damit erreicht zu haben! 😉

  9. Martin

    Ja, die Motivation ist immer so ein Problem, außerdem kommt dann beim Hobbyfotografen noch die Arbeit dazu, die eigentlich immer dann zuschlägt, wenn gerade tolles Wetter ist und man eigentlich gern eine Fototour oder ähnliches machen würde.

    Oder nach einem langen Dienst kommt man nach Hause und ist zu müde, um noch los zu ziehen, oder, oder oder…

    Sich ein Thema zu setzen ist mit Sicherheit eine gute Idee, manchmal ergibt sich das Thema aus dem geplanten Ziel (oder umgekehrt^^), so kann man sich überlegen, mal den nächstgelegenen Zoo zu besuchen, um ein paar Tierportraits zu schießen, oder an einen Strand oder Fluß/Bach, um Langzeitbelichtungen zu machen, im Park kann man seine Kinder oder den Partner portraitieren, oder dazu in ein Studio gehen (es gibt ja auch Mietstudios), oder man zieht einfach mit Kamera und verschiedenem Zubehör ziellos durch die Gegend und hält Ausschau nach geeigneten Motiven.
    Vielleicht kann man sich mit Freunden verabreden und einen Fotowalk machen, das motiviert auch und man hat Leute zum direkten Ideenaustausch – coole Sache, sowas.

    • Hey Martin,

      jaja, die liebe Arbeit… 🙂

      Aber wofür arbeitest du?? Ich hoffe doch, um dir ein Leben zu ermöglichen, das es wert ist, gelebt zu werden. Und wenn die Fotografie dazu gehören soll…

      Aber du hast doch schon passende Ansätze. Du musst es nur tun!

      Viel Spaß dabei! 🙂

  10. Nicky Wahle

    Richtig , richtig toller Artikel . Da habe ich mich wiedererkannt. Ich habe mir nämlich auch sehr lange Gedanken darüber gemacht, was andere wohl beim fotografieren über mich denken.
    Und ich habe mich gefragt , ob es wohl nur mir so geht ?
    Schön zu wissen , dass dem nicht so ist.
    Toll Karsten – weitet so ! 🙂

  11. So dann werde ich auch mal was schreiben über …die Überwindungsprämie….

    Kurz vor meinen Urlaub noch zufällig den Karsten getroffen. Ich brauchte noch Graufilter in drei Dichten. Was kannst du mir empfehlen?
    Sagte mir der liebe Karsten “Kaufe die von B+W!”
    Ich: “Lieber Karsten … die sind ganz schön teuer.”
    Karsten: “Rede nicht – kauf sie.” Der Mann scheint mich schon gut zu kennen. 😉

    Also kaufte ich sie mir, ich muss sagen wieder ein guter Tipp vom Karsten. Gute Verarbeitung, passt alles – super.

    Dann gab er mir noch einen Tipp für meinem Urlaub: Früh aufstehen!
    Erzählte mir was von blauer Stunde, da kann man gute Fotos machen.

    Im Urlaub früh auf stehen? Warum das? Ok, wenn er meint…

    Der Urlaub war schon gut über eine Woche alt, ich fotografiere schön in der Mittagssonne. Die Bilder? Naja … könnten besser sein!
    Wie bekomme ich bessere Fotos? Ja, da war doch noch Karstens Rat mit der blauen Stunde.
    Ich zur meiner Frau. Ja sie war auch mit im Urlaub am Bodensee und der Rheinfall von Schaffhausen ca. 50 km von uns entfernt.
    “Schatz, ich steh morgen früh um 4 Uhr auf und fahre zu den Wasserfällen!”
    Was sagte Meine?? “Du bist verrückt, was willst du so früh da??”
    Ich: “Die blaue Stunde ist da, da kann man – ich glaube – gute Fotos machen sagt der Meister Kettermann.”
    Sie: “Du und der Kettermann! Mach was du willst ich schlafe schön aus.”
    Also ich die 50 km gefahrenen siehe da: Ich war ganz alleine da – nur die Wasserfälle und ich.
    Wieder ein guter Tipp!!
    Als die Bilder im Kasten sind zurück und mit meiner Liebsten frühstücken. DU glaubst es nicht: Meine Frau war von den Bildern der blaue Stunde sehr angetan!
    Sie: “Jaaaa, hat der Ketterman wieder mal Recht gehabt.”

    Das war ein kleiner Betrag zu … Überwindungsprämie. 🙂
    Ich wollte euch ein Bild zeigen. Geht aber nicht vielleicht kann der Karsten das machen?

    • Hahaha, super Thorsten, danke. Du hast mir den Tag versüßt!!! Eine wirklich lustige Geschichte.
      Ich sag’s doch: Überwinde dich und du machst die besseren Fotos. 🙂
      Schick mir das Foto per Email, dann setze ich es gerne hier ein.

  12. Irene

    Hallo Karsten, da ich als “Neue” jetzt auch von Dir lernen möchte, habe ich mich natürlich auch schon sehr viel mit dem fotografieren beschäftigt. Immer wenn ich etwas interessantes sehe, habe ich meinen Fotoapparat gezückt. Für tolle Motive glaube ich, habe ich einen Blick. Es aber dann noch besser zu machen, ist eine Herausforderung. Ich finde es sehr schön, wie es auch anderen Hobbyfotografen geht. Es kostet mich nicht allzu große Überwindung los zu gehen oder zu fahren, denn nur so kann man was erreichen. Ich finde die Kommentare von Dir und den Hobbyfotografen sehr interessant und man kann von jedem Bericht etwas mitnehmen. Ich muß mich leider erst noch durch Deine ganzen “Geheimnisse” der Fotografie lesen!!! Es sind sehr sehr schöne Aufnahmen und es lohnt sich, daran dann seine Freude zu haben.
    Vielen Dank, dass ich dabei sein darf.
    LG Irene

    • Hi Irene und herzlich willkommen.
      Dann wünsche ich viel Spaß beim Geheimnisse entdecken. 🙂

  13. Eva

    Einige Posen kommen mir bekannt vor, habe mich auch schon in den Dreck gelegt. Deine Motivation ist klasse. Tolle Anregungen waren auch dabei. Ich geh dann gleich mal los testen. Und vorallem Geheimnisse entdecken.

    • Ich wünsche viel Spaß dabei. 🙂

  14. Jörg

    Hallo Karsten. Genau mein Thema. Es gibt viele Projekte, die ich noch machen will. Aber dann ist da der Zeitfaktor, die Unwissenheit, wie man diese Dinge setzen soll und der Gedanke, was andere finden, wenn ich mit Stativ und Kabelauslöser losziehe. Man sollte wirklich darüber stehen, aber ich bin auch eher von der schüchteren Sorte. Allerdings habe ich bei meinem letzten Zoobesuch deinen Tip (unwissend :-)) umgesetzt. Denn ich habe kurz im Internet geforscht, wie man am besten Zoofotos macht und bin dann losgezogen, um im Zoo Duisburg vor allem die Tiger zu fotografieren. Die Ergebnisse sind ganz okay geworden, finde ich.

    Zwei Tipps habe ich noch: Erstens auf den Fahrten zum Arbeitsplatz und den Dienstreisen nehme ich die Kamera mit und kann so den Zeitfaktor ein wenig umgehen. Und zweitens habe ich zuhause eine beschreibbare Magnetwand, auf der ich meine geplanten Projekte notiere, sodass ich meine Ideen immer vor Augen habe und sie anschließend nach getaner Arbeit abharken kann.

    Noch mal vielen Dank für den Artikel.

    LG
    Jörg

    • Jaja, die liebe Zeit… die muss immer herhalten… 🙂

      Jörg, die folgenden Zeilen sind nicht an dich persönlich gerichtet, sondern allgemein an alle, die “zu wenig Zeit” haben:

      • Ich finde – und da nehme ich mich nicht aus – wir tun alle viel zu wenig von den Dingen, an denen unser Herz hängt. Würden wir das, lebten wir in einer besseren Welt, davon bin ich überzeugt.
      • Im Durchschnitt sieht jeder Deutsche 223 Minuten täglich fern (ich ergänze mal meine private Beobachtung: oder hält sich mit anderen Dingen vom seinem Leben fern). Nimm nur die Hälfte davon und du hast jeden Tag zwei Stunden zum fotografieren.
      • Am Ende deinen Lebens wirst du dich nicht ärgern, weil du zu wenig gearbeitet hast. Sondern um andere Dinge.
      • Mach dir die Kamera zur Kameradin und habe sie immer dabei (mit deinem Tipps hast du natürlich auch gute Vorschläge gemacht). Dann tust du es einfach!

      Nur ein paar Gedanken zum Thema.:-)

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