Farbraum: sRGB oder Adobe-RGB?

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Der Farbraum …. unendliche Weiten der Farbigkeit. Hier spricht Captain James T. Kirk auf dem Weg durch die unendlichen Weiten der Farbigkeit und auf der Suche nach der sechzenmillionsten Farbe.

Wir schreiben das Jahr 1996. Vor wenigen Wochen hat sich der örtliche Fensterrat der Microsoft-Galaxie mit Vertretern der HewlettPackard’schen Produktionsstätte für Tintenpiesler getroffen und dem Universum Heilung versprochen: Endlich sollten Fotos auf allen Geräten im ganzen Universum gleich aussehen! Man will dafür den sRGB-Farbraum einführen und allen soll geholfen sein.

Doch kann man diesen Typen trauen? Haben die Kritiker recht, die den Farbraum als unzureichend bezeichnen? Gibt es wirklich eine Alternative zu dem von Experten bevorzugten Adobe-RGB-Farbraum? Das soll unsere Reise klären!

Okay, ich komme mal wieder runter. 🙂

Thema heute: Farbräume

Kirk sei leise!

Hier kommen die harten Fakten nach über 20 Jahren Erfahrung mit dem Farbraum und meine Empfehlungen für dich:

An deiner Kamera kannst du zwei verschiedene Farbräume einstellen: den Adobe-RGB-Farbraum und den sRGB-Farbraum. Welchen davon du verwendest, hat Auswirkungen auf die Weiterverarbeitung und wie gut die Fotos letztendlich beim Betrachter aussehen.

Adobe-RGB-Farbraum

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Der Adobe-RGB-Farbraum

Der Adobe-RGB-Farbraum (Rot, Grün, Blau) ist für professionelle Ansprüche gedacht, also für Fotografen, die Werbeagenturen beliefern oder einen besonderen Workflow verfolgen.

Dort wird meist mit dem größeren Adobe-RGB-Farbraum gearbeitet. Denn Agenturen haben andere Ansprüche an Fotos, weil die Ausgabe später auf großen Druckmaschinen läuft. Diese drucken nämlich mit den Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (das sog. CMYK) und wenn vorher die Farben in Adobe-RGB vorliegen, können diese Farben sehr gut von den Druckfarben wiedergegeben werden. Nur sehr stark gesättigte Farben bereiten Probleme. Doch die Profis in den Agenturen und Druckereien können das durch eine optimierte Farbseparation in den Griff bekommen.

Insofern handelt es sich hier um eine durch und durch professionelle Arbeitsweise, was die Farbumwandlung betrifft. Das hat nichts damit zu tun, ob der Fotograf sehr gut (im Sinne von professionell) fotografiert. Es geht hier nicht um Bildqualität, sondern “nur” um die Weiterverarbeitung im professionellen Umfeld.

sRGB-Farbraum

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Der sRGB-Farbraum

Der sRGB-Farbraum hingegen ist der kleinste gemeinsame Nenner: Er ist viel kleiner als der Adobe-RGB-Farbraum, was erstmal wie ein Nachteil klingt.

Doch dafür bietet er einen unglaublichen Vorteil: Er umfasst “nur” die Farben, die Monitore, Beamer und Displays wiedergeben können. Damit ist sichergestellt, dass dein Foto auf möglichst vielen dieser verschiedenen Geräte möglichst gleich ausschaut. Weil er kein CMYK umfassen muss, darf er auch kleiner sein.

Dieser Farbraum wurde notwendig, weil Bildbearbeitung irgendwann nicht mehr nur den Profis in Agenturen vorbehalten war und das Veröffentlichen von Bildern im Internet ganz normal wurde. Du ahnst es schon: Das war Mitte der 1990er Jahre, ungefähr zu der Zeit, als die Digitalfotografie für den wohlhabenden Normalbürger verfügbar wurde. Digitalkameras waren damals echt teuer!

Dadurch hatte man damals sicherstellen wollen, dass Fotos auf den Millionen Computermonitoren da draußen (im Internet) möglichst ähnlich – im Sinne von fast gleich – angezeigt werden. Und das funktioniert bestens – für kalibrierte Monitore.

Hintergrundinfo:

Nur wenn ein Monitor in seiner Helligkeit und Farbigkeit auf genormte Sollwerte eingestellt (also kalibriert) ist, sehen Fotos auf unterschiedlichen Monitoren sehr ähnlich aus. Hast du hingegen zwei sehr unterschiedlich hell eingestellte Monitore, sehe die Fotos natürlich auch unterschiedlich hell aus – da macht auch der sRGB-Frabraum nichts dran!

100%ig gleich kann ein Foto auf zwei unterschiedlich eingestellten Monitoren niemals aussehen, oft nicht mal auf zwei Monitoren des gleichen Modells und desselben Produktionstages.

Im Groben und Ganzen funktioniert die “gleiche Wiedergabe” auf möglichst vielen Geräten allerdings doch: Wenn zwei Fotografen sich auf ihren Monitoren das gleiche Foto ansehen, sehen beide weitestgehend das gleiche Foto.Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Monitore jeweils auf sRGB kalibriert sind.

Sobald diese Fotografen sich dann entscheiden, ihre Fotos zu veröffentlichen (auf Websites, in den Sozialen Medien usw.), liegt die Wiedergabe der Farbigkeit und Helligkeit ihrer Fotos nicht mehr in ihrer Hand. Der Betrachter draußen im Internet hat mit Glück auch einen kalibrierten Monitor – dann ist alles super. Doch wenn der Monitor irgendwie zu hell und zu grün eingestellt ist, dann sieht das Foto halt zu hell und zu grün aus. Das ist die bittere Wahrheit, mit der alle Fotografen weltweit leben müssen.

Wichtig ist es halt nur, dass du als Fotograf deinen Monitor nicht zu hell und zu grün eingestellt hast (also einen nicht kalibrierten Monitor verwendest)! Denn was würdest du tun?! Du siehst bei der Bildbearbeitung ein Foto, das zu hell und zu grün aussieht. Also machst du es dann in der Bildbearbeitung dunkler und nimmst Grün raus. Dadurch schlägt die Farbigkeit aber in die Komplementärfarbe Magenta um. Und so würden alle Betrachter da draußen deine Fotos sehen: dunkel und magentastichig. Nicht schön!

Weil die Kalibrierung so ein wichtiges Thema für uns Fotografen ist, folgt ganz bald ein weiterer Artikel dazu.

Wir können also durch die Kalibrierung nur unser Bestes tun, damit unsere Fotos da draußen möglichst gut aussehen. Was danach geschieht, liegt nicht mehr in unserer Hand.

Empfehlungen: Der optimale Farbraum

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Für die meisten Fotografen ist der sRGB-Farbraum der Richtige.

Doch welchen dieser Farbräume solltest du nun verwenden?

Das Wort “professionell”, das ich beim Adobe-RGB-Farbraum verwendet hatte, suggeriert, dass jeder diesen Farbraum verwenden sollte, der seine Fotos möglichst optimal aussehen lassen möchte.

Doch dem ist nicht so!

In beiden Farbräumen kannst du deine Fotos tiptop aussehen lassen!

Der Adobe-RGB-Farbraum erfüllt einfach nur andere Anforderungen, die Werbeagenturen an die Fotos von Profifotografen haben. Er ist zwar größer, aber dadurch nicht besser oder schlechter – nur anders.

Solange du als Hobbyfotograf unterwegs bist – egal auf welchem Level, ob Anfänger oder Semiprofi – ist der sRGB-Farbraum für dich der Richtige. Mit ihm sehen deine Fotos sowohl im Internet, auf deinem Fernseher und auch bei der Videobeamer-Präsentation perfekt aus.

Aber auch, wenn du deine Fotos auf preiswerten Desktop-Druckern (also nicht auf teuren, kalibrierten High-End-Druckern) ausdruckst oder in einem Labor entwickeln lässt, ist der sRGB-Farbraum perfekt geeignet. Denn die Maschinen der Labore sind ebenfalls auf sRGB kalibriert. So erhältst du die Fotos genau so, wie du sie an deinem Monitor eingestellt und gesehen hast. Auch viele Profis, die nur für Endkunden arbeiten, arbeiten ebenfalls im sRGB-Farbraum. Denn auch ihre Endkunden zeigen Fotos gerne in den sozialen Medien oder bestellen Abzüge in einem Labor.

Also nichts wie ran an deine Kamera und checken, ob du sRGB eingestellt hast. Dafür findest du im Menü der allermeisten Kameras einen Menüpunkt “Farbraum”, in dem du sRGB einstellen kannst. Mach das und vergiss das alles wieder – du wirst es nie wieder umstellen müssen. 🙂

Perfekte Fotos machst du heute nur dann, wenn du deine Fotos bearbeitest. Den richtigen Farbraum für deine Anforderungen einzustellen, ist dafür der erste Schritt!

Was sagst du: Wusstest du überhaupt, dass du den Farbraum einstellen kannst? Oder hast du das schon längst erledigt? Lass mich im Kommentar  wissen, wenn du eine Frage zum Thema hast.

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Ich helfe dir – egal, ob Profi oder Hobbyfotograf – dabei, so zu fotografieren, wie du es dir schon immer vorgestellt und erträumt hast. Ob du also den Einstieg in die Fotografie suchst oder als Fortgeschrittener immer wieder an die gleichen Grenzen stößt: Ich unterstütze dich auf deinem Weg und zeige dir, wie du deine Vision von individueller Fotografie realisieren kannst. Ich habe Fotografie studiert, bin Buchautor für Fotografie und Bildbearbeitung und Fototrainer.

67 Kommentare

  1. Hallo Karsten.

    Warum soll ich mich schon von vornherein auf einen kleineren Farbraum festlegen ?
    Man kann doch jederzeit von dem größeren Farbraum (Adobe-RGB), in den kleineren
    Farbraum ( sRGB) konvertieren.

    Mein Eizo Monitor kann 99% Adobe_RGB darstellen. Falls man wirklich mal in CMYK
    wandeln möchte, geht das mit sRgb ohne Verluste auch nicht.

    Sehe die Notwendigkeit nicht, warum ich schon in der Kamera den kleineren
    Farbraum einstellen soll.
    Vergib mir doch nichts wenn ich AdobeRGB wähle.

    Hab ich da was missverstanden ?

    LG
    Gerd

    • Die Frage ist, wie du deine Fotos am Ende präsentierst:

      Online oder auf Fernseher/Beamer? Dann wird das Mehr an Farben, die du in der Datei hast, nicht angezeigt, weil die Geräte es nicht können.

      Im Abzug? Dann wird das Mehr an Farben, die du in der Datei hast, nicht angezeigt, weil die Papiere sie nicht wiedergeben können.

      Im Druck auf einem Tintenstrahl-Drucker? Einen Drucker, der sRGB oder gar AdobeRGB komplett darstellen kann, gibt es nicht. Schon aus rein physikalischen Gründen können die Farben von einer reflektierenden Fläche wie Druckerpapier niemals so leuchtend sein, wie die leuchtende Fläche eines Monitors.

      Wenn du in Zukunft also deine Fotos ausschließlich auf deinem 99%-Adobe-RGB-Monitor ansehen willst, kannst du in der Kamera Adobe-RGB wählen. In allen anderen Fällen ist es sinnlos.

  2. Endlich eine vernünftige Erklärung zu Adobe RGB und sRGB. Sicher bin ich einer von vielen, die auf eine derartig verständliche Aufklärung gewartet haben. Danke!

  3. Danke für die aufschlussreiche Erklärung. Hatte mich für Adobe RGB entschieden, Kamera umgestellt (weil man will ja Profi sein) und mich gewundert, warum die Gesichter auf den Fotos, die ich via Email gesendet habe, aussahen wie bei Leichen…. Die Rot- und Orangetöne waren fast weg.
    Nun stelle ich wieder auf sRGB, zum Glück habe ich alle Fotos als RAW.

  4. Hi Karsten,
    super Erläuterung, rückt so einiges ins rechte Licht!
    Hab ich eigentlich den Hinweis übersehen, dass die Farbraum-Einstellung an der Kamera nur dann einen Sinn hat, wenn ich die Fotos in JPG weiter verarbeite oder hast Du ihn weggelassen? 😉
    Viele Grüße
    Klaus

    • Du meinst, weil du im Photoshop-RAW-Konverter noch das an die Bildbearbeitung mitgegebene Profil einstellen kannst?

      Ich finde, diese Einstellung macht für jeden Amateur sehr viel Sinn, daher bin ich auf akademische und damit wenig praxisrelevante Fragen nicht eingegangen – und habe den Hinweis weggelassen. Denn in der von mir empfohlenen Software Lightroom ist es ohnehin unerheblich, welches Profil du mitgibst – die Fotos werden ohnehin intern in einem viel größeren Farbraum verarbeitet.
      Bei der Ausgabe daraus musst du nur darauf achten, wieder in sRGB auszugeben – wie von mir an anderer Stelle empfohlen.

  5. Servus, mich hat das Thema auch aktuell erwischt, fotografiere auch immer (seit Jahren) im RGB & Raw Modus. Hatte gestern als “gute Nacht Geschichte” ein neues Foto Buch gelesen und war ganz entsetzt das man den sRGB einstellen soll. Das erste heut früh gleich mal “gegoogelt” und auf deine Erklärung gestossen… mit einem Aha Effekt!
    Danke !!
    Ich nutze auch Lightroom quasi von Beginn an und hab mal gelesen man soll in “LR” den “ProPhotoRGB” einstellen!
    Was hat jetzt der auf sich?
    Wenn ich mir die Frage Erlauben darf?
    Besten Dank schon mal.
    Jedenfalls war deine Erklärung, die verständlichste. Wenn ich das so lese wohl nicht nur für mich!
    An der Stelle nochmal DANKE!
    Viele Grüße Andy

    • Gern geschehen, Andreas. 🙂

      Der ProPhotoRGB-Farbraum ist extrem groß und stellt – stark vereinfacht – alle theoretisch möglichen Farben dar. Das ist gut, wenn du mit digitalen Fotos arbeitest, denn diese nutzen ja die existierende Farben unserer Umwelt.

      Intern arbeitet Lightroom im Entwicklungsmodul mit diesem sehr großen Farbraum, um keine Farbe “herausfallen” zu lassen. Erst bei der Ausgabe stellst du dann den gewünschten Farbraum ein, um dann die geforderten Anforderungen deines Bedarfs zu decken. Aus Gründen, wie oben im Artikel erwähnt, stellen Amateure hier in den allermeisten Fällen sRGB ein, für Professionelle Anwender wird AdobeRGB genutzt.

      Nebenbei: In den meisten anderen Modi verwendet Lightroom zur Anzeige AdobeRGB – nur das Entwicklungsmodul nutzt ProPhotoRGB.

  6. Hi Vielen Dank für die einfache Erklärungen.
    Damit ich deinen Beitrag und die Kommentare richtig verstehe: Ich habe einen Monitor mit 99% sRGB. Es ist völlig OK im RAW Modus zu fotografieren und diese Fotos dann zu importieren und nach der Bearbeitung in sRGB abzuspeichern?

    Hast du übrigens auch eine Erklärung zu den Farbräumen wie 110% sRGB oder 125% sRGB? Ich versuche mich über das Internet schlau zu machen, aber ich verstehe es nicht wirklich. Der sRGB Farbraum wurde ja mal definiert, also es wurde vereinbart wo die Grenze von 100% srgb ist. Wie kommt man dann auf über 100%? Die Fläche kann sich ja zum Beispiel verschieben, mehr ins Rote oder mehr ins Grüne. In beiden Fällen wäre der Farbraum grösser als 100% aber deckt unterschiedliche Bereiche ab.

    Danke für deine Beiträge auf deiner Seite. Sind sehr verständlich erklärt.
    Gruss, Mariano

    • Mehr als 100 % definiert nur, dass mehr als im sRGB-Raum vorhanden sind.
      Die Angabe ist aber Augenwischerei, so lange kein Hersteller dazuschreibt, welche Farben dazukommen. Ein Narr, wer hier erwartet, dass der Farbraum gleichmäßig in alle Richtungen erweitert wird. 😉
      Also dein kritisches Hinterfragen hat sich gelohnt. 🙂

      Eine Angabe “deckt 90 %” oder “99 % des sRGB-Farbraums ab” ist hingegen legitim und hilfreich. Der nur 90 % abdeckende Monitor ist logischerweise “schlechter”, was die Anzahl der Farben des sRGB-Farbraums anbetrifft.

  7. Nach langem durchforsten des Internets endlich ein super verständlicher Beitrag!

    Jetzt hätte ich jedoch eine Frage in Bezug auf das Ausdrucken von Fotos wie beispielsweise Fotoalben etc.
    Mein Vater fotografiert nebenberuflich Hochzeiten (5-8 im Jahr) für welcher er dann Fotoalben erstellt.
    Jetzt wollte er mal seinen 15 Jahre alten NEC ersetzen.
    Da er aber nicht mehr als 450 Euro ausgeben will und in der Preisklasse die Auswahl der Adobe Rgb Monitore eher mau ist, haben wir uns schon überlegt ob es überhaupt sinn macht und wir nicht doch nur einen Monitor kaufen sollen, welcher 100% srgb abdeckt.

    Nach deinem Beitrag also würde meinem Vater einen srgb Monitor auch völlig reichen?

    Viele Grüße
    Philipp

    • Hallo Philipp,

      genau, der würde reichen. Hast du meine Empfehlung für einen guten Monitor dazu gesehen?

      Nur mal so: Wenn die alte Kiste 15 Jahre auf dem Buckel hat, gibt die ohnehin keinen wie auch immer gearteten Farbraum mehr wieder – das ist dann der Irgendwas-Farbraum. 😉 Denn Monitore altern.
      Ich würde mal behaupten, dass jeder aktuelle, einigermaßen sRGB abdeckende Monitor um ein Vielfaches bessere Ergebnisse liefert! 🙂

      • Hallo Karsten,

        zuerst einmal danke ich dir für deine Antwort, damit haben wir unsere Entscheidung schlussendlich getroffen. 🙂

        Deine Empfehlung habe ich gesehen und da ich den Bildschirm schon im voraus auf dem Schirm hatte, hat sich auch unsere Wahl damit bestätigt.
        Nur wird es wohl der 27 Zoll WQHD von Viewsonic werden.
        Danke für deine Hilfe! 🙂

        Viele Grüße
        Philipp

  8. Sehr guter Artikel! Folgende Frage werden sRGB BIlder auf Bildschirmen mit 100% AdobeRGB korrekt angezeigt oder gibt es dabei auch Farbverschiebungen?

    • sRGB hat im Vergleich zu AdobeRGB weniger Farben im Farbraum. Es gibt also Farben, die theoretisch auf dem Monitor angezeigt werden könnten. Da sich diese aber nicht im sRGB-Farbraum befinden, werden sie auch nicht angezeigt.

  9. Hi Karsten,

    ist es sinnvoll zwei Bildschirme unterschiedlich zu kalibrieren? Zum Beispiel einen für die digitale Ansicht und einen für den Druck? Ich arbeite viel für den Druckbereich, erstelle aber auch Grafiken für digitale Zwecke (Präsentationen, Social Media, etc.) Dafür nutze ich einen iMac und einen IPS Eizo-Bildschirm.
    Generell ist Adobe RGB als Standard-Einstellung für Print-Dateien im InDesign dafür geeigneter als sRGB? Richtig oder verstehe ich das falsch? Ich suche gerade nach einer optimalen Arbeitsweise und probiere mich da noch durch..

    Was kannst du empfehlen?

    • Hallo Johanna,
      als ich noch für den Printbereich gearbeitet habe, hatte ich an meinem Mac zwei Profile, die für unterschiedliche Ziele kalibriert waren. Eines für den Druck, eines für Fotografie.
      Vor der Bearbeitung für den jeweiligen Bereich habe ich dann nur das Profil geändert, das war’s. 🙂

  10. Ein schöner Artikel,
    Danke dafür. Aber eine kleine weiterführende Erläuterung sei mir noch erlaubt:
    Ich besitze einen Eizo CG Monitor, dieser kann auch AdobeRGB darstellen. Für die normale Bildbearbeitung, also Bilder fürs Web oder zum verschicken, wird bei mir bei der Bearbeitung der Monitor auf sRGB eingestellt. Beim Export der Bilder aus Lightroom nutze ich dann auch nur sRGB als JPEG-Ausgabe. Falls ich jedoch Bilder selbst drucke (Pixma Pro 10-S) stelle ich den Monitor auf AdobeRGB um, passe die Bilder entsprechend an und speichere sie auch als AdobeRGB Tiff, da der Drucker den erweiterten Farbraum darstellen kann!

    Gruß Dirk

    • Danke für das Lob, Dirk. 🙂

      Wenn du als Arbeitsfarbraum AdobeRGB einstellst, heißt das lange nicht, dass dein Drucker dies wiedergeben kann. Kein Drucker kann den vollständigen AdobeRGB-Farbraum wiedergeben. Es ist einfach nicht möglich, dass gedruckte Farben, die Licht reflektieren, den Farbraum eines mit Licht arbeitenden Monitors wiedergeben.

      Beachte dazu bitte das Video direkt über deinem Beitrag, in dem ich exemplarisch für eine anderen Drucker erläutere.

      • Hallo Karsten,
        Es ist zwar korrekt, dass der Drucker nicht den “vollen” Adobe-RGB (und auch nicht den vollen sRGB)-Farbraum darstellen bzw. abbilden kann. Jedoch profitiert der Drucker definitv vom erweiterten Farbraum von AdobeRGB. Siehe den folgenden link:
        https://www.cambridgeincolour.com/tutorials/sRGB-AdobeRGB1998.htm
        Da ist das ganz gut dargestellt (normaler Drucker vs. High-End Ink Jet vgl. mit meinem Pixma Pro). Somit ist mein Vorgehen schon sinvoll. Beim letztendlichen Druck wird dann eh noch über Eizos ColorMatch je nach Papier eine Anpassung der Farben von mir durchgeführt.

        LG Dirk

        • Ich habe ja auch nicht behauptet, dass das nicht sinnvoll ist. 🙂
          Das Vorgehen ist halt etwas für fortgeschrittene User, die ich mit diesem Artikel explizit nicht anspreche.

  11. Hallo Karsten,

    tolles und wichtiges Thema und für viele sicherlich eine erste gute und brauchbare Erklärung. Allerdings ist das Thema deutlich komplexer und so wie du es schreibst, wenn auch richtig, nur die halbe Wahrheit. Den um mit den Farbräumen richtig zu arbeiten, muss man doch das eine oder andere im Bereich Farbmanagement wissen.

    So vermisse ich z.b. das L*a*b-System, ohne dem eine Umwandlung und Übersetzung gar nicht möglich wäre. Dann fehlt die ganze Thematik der Bildschirm kalibrierung, vor allem aber die Profilierung. Schön das man zwar nun weiss, was sRGB und Adobe RGB ist, ohne eine Profilierung, bei der selbst das Umgebungslicht eine Rolle spielt, wirst du keine Farbecht haben. Während die Bildschirmkalibrierung noch relativ einfach ist, stellt sich dann auch schon direkt die nächste Frage, was denn nun mit Ausdrucken passiert. Gerade Hobbyleute drucken auf ihrem Drucker mal eben was aus oder gehen zu DM. Die Enttäuschung ist mangels wissens gross. Aber das Thema Drucker kann auch nicht ohne das Thema Papier abgehandelt werden. Und auch hier sprechen wir über Profilierung, mind. aber mal über generische ICC Profile. Und der eine oder andere wird auch sicher wissen wollen, wie aus dem RGB ein CMYK für den Drucker wird.
    Und wenn man z.b. die Kamera im Adobe RGB hat, freut sich zwar der Computer, weder der Monitor aber nur sRGB darstellen kann, ist das auch wieder blöd.

    Um das mal abzukürzen. Du reisst ein Thema an, führst es aber nicht zu Ende. Es gibt ne Menge, was du noch aufarbeiten könntest, dann wäre der Blog Eintrag perfekt.

    • Danke für deinen Beitrag.
      Offensichtlich hast du die schon vorhandenen Beiträge noch nicht entdeckt, die von dir angesprochene Themen zum Inhalt haben. Und einige gibt es noch nicht, denn es gibt eine Zukunft. 🙂

  12. Hallo Karsten,
    ich beschäftige mich zur Zeit mit der Anschaffung eines neuen Monitors. Über Vor- und Nachteile der verschiedenen Farbräume habe ich gelesen. Die Bedeutung von Kalibrierung ist mir bekannt. Was ich nicht verstehe ist, warum es nicht Monitore gibt, die nur AdobeRGb oder nur sRGB Räume darstellen können. Es wäre doch in der Herstellung (und beim Kauf) preiswerter, wenn nur ein Farbraum “verbaut” ist. Und der Käufer entscheidet sich (vorher), welchen Monitortyp für ihn in Frage kommt.

    • Gute Frage. Da muss ich passen.
      Aber warum gibt es einen Fiat Panda und einen Maybach? Beide bringen dich trocken von A nach B, die Frage ist, wie du dich dabei fühlst… Darüber entscheidet dann auch der Käufer.

  13. Hallo Karsten,

    was ich noch nicht ganz verstanden habe … die Sache mit der Einstellung in der Kamera. Ja, man kann dort Adobe RGB und sRGB einstellen, aber in welcher Weise ändert das die reinen Daten? Ich würde mal vermuten, dass die Einstellung zumindest für die RAW-Daten unerheblich ist. Also bleiben die JPG-Dateien. Letztlich enthalten die ja cuh erstmal nur eine Aneinanderreihung von Pixeln, die aus rot, grün und blau “bestehen”, und zwar – und das ist möglicherweise die erste Stolperstelle – mit jeweils 8 Bit Auflösung (also 0 bis 255). Oder gibt das JPG-Format auch 10 Bit her (also 0 bis 1023)?

    Die eigentliche Frage ist: Egal, ob 8 oder 10 Bit pro Farbe … werden beim Abspeichern der Datei in der Kamera als JPG je nach eingestelltem Farbraum unterschiedliche Farbwerte pro Pixel berechnet? UNd wenn ja, gilt das vor allem für die Randbereiche des sRGB-Farbraums, während es “in der Mitte” mehr oder weniger gleich bleibt?

    Mit anderen Worten: Wenn die Kamera im sRGB-Modus z.B. ein Pixel mit [0, 255, 0] abspeichert, also 100% grün und sonst nichts – könnte es sein, dass bei einer Einstellung von AdobeRGB ein [0, 242, 0] herausgekommen wäre, weil der auf dem Chip erfasste Grün-Wert quasi hinter der sRGB-Grenze liegt, aber noch innerhalb des Adobe-RGB-Farbraums? Das würde natürlich bedeuten, dass die Bilder jeweils unterschiedlich aussehen, weil ja die Farbpixel rein zahlenwertmäßig unterschiedlich vorliegen.

    Umgekehrt würde das natürlich genauso gelten: Eine 80%-Farbe im Pixel würde bei sRGB als 80% vom sRGB dargestellt und bei Adobe-RGB als 80% von Adobe-RGB, was natürlich ein Unterschied ist, wenn man sich das in der “Fußsohle” anschaut, also in der Farbraumdarstellung.

    Nachmal zurück zur Frage: Liege ich mit meinen Vermutungen oben richtig? Auf diesen Aspekt warst Du nämlich zumindest in diesem Artikel nicht eingegangen.

      • Hi Karsten,
        lass mich Dich hier ein wenig korrigieren. Denn deine Antwort ist nur bedingt richtig.

        JPEG, TIFF, PNG usw sind lediglich übertragbare Containerformate. Nachrichtentechnisch benötigen sie noch eine Referenz für die Informationen die darin enthalten sind. Diese Referenze wird dann beim codieren und decodieren genutzt um das Signal bzw. Bild wieder korrekt darzustellen. Das heißt man braucht einen Encoder und einen Decoder.

        Wenn man die Kamera in der Hand hat und ein Foto schießt und die Kamera RAW und JPEG ausgeben soll, dann passiert folgendens:

        1. Die Sensordaten werden mit 14 Bit A/D Wandlern abgetastet und als RAW im RAM der Kamera zwischengespeichert und danach auf der Speicherkarte abgelegt. (Dazwischen sind noch einige Noise Reduction Vorgänge beim abtasten usw, aber das lassen wir jetzt mal weg). Nun liegt das Bild als RAW Datei in der Speicherkarte.

        2. Die RAW Datei wird nun von einem Programm in der Kamera-Firmware, nennen wir sie die JPG-Engine, genommen um daraus ein betrachtbaers Bild zu generieren. JPG hat eine Gesamtkapazität von 24Bit (8Bit+8Bit+8Bit). Diese Kapazität ist aufgeteilt in die Farben RGB weil der Sensor auch die Farben RGB raus gibt.

        2a. Habe ich nun AdobeRGB eingestellt, welcher der größere Farbraum ist, ich also mehr Farben bei gleicher Kapazität wiedergeben möchte, dann muss die JPG Engine den AdobeRGB Farbraum zum encodieren benutzen. Dafür ist in der Kamera-Firmware eine Look-Up-Table (LUT) oder Abbildungsfunktion hinterlegt. Diese LUT oder Abbildungsfunktion repräsentiert den AdobeRGB Farbraum, indem die RGB Werte dort so verteilt sind, dass sie mit den „Rohfarben“ der Kamera, die im Bereich von AdobeRGB liegen, entsprechend korrespondieren. Da Adobe RGB aber mehr Farben hat als sRGB, wir aber trotzdem auf 8 BIt abbilden wollen (also nur eine endliche Menge an Farben darstellen können mit 8 bzw. 24 BIt), sind die Abstände der Farbpunkte in der „AdobeRGB Farbraum-Wolke“ weiter auseinander, da sie eine größere „Wolke aufspannen“. Nun macht die JPG Engine aus dem RAW File eine JPG Datei und schreibt in den Container rein, dass die Daten mit einem AdobeRGB Decoder bzw. einer AdobeRGB LUT decodiert werden müssen.

        2b. Habe ich JPG eingestellt, dann ist der Farbraum kleiner und die Farbpunkte in der JPG Wolke liegen näher beieinander. Das heißt ich muss weniger Farben mit der gleichen Kanalkapazität (bzw. Container-Kapazität), also 8 Bit bzw. 24 Bit, abbilden. Das ist natürlich besser, weil dann habe ich feinere Abstufungen. Nun steht in der Datei drin, dass es mit sRGB decodiert werden muss.

        3. Mache ich nun ein Bild mit der Kamera während sie auf AdobeRGB eingestellt ist und direkt danach das Selbe Bild wenn die Kamera auf sRGB eingestellt ist, dann kommen für jeden Pixel auf dem Bild definitiv unterschiedliche Werte im JPG raus.
        Nur im Falle von einem Bild das rein rot, grün oder blau ist, steht in den JPG Daten für jeden Pixel das Selbe drin. Aber dennoch kommen andere Farben raus wenn ich es korrekt decodiere und darstelle.

        Nach deiner Antwort „Die Daten werden nicht verändert. Es wird nur ein Farbprofil angehängt“ wäre es dann sowieso egal ob die Kamera auf sRGB oder AdobeRGB eingestellt ist. Aber weil tatsächlich codierten Farben unterschiedlich sind bzw. verteilt sind, sind auch die Pixelwerte unterschiedlich. Und deshalb wird in die Datei rein geschrieben mit welchem Farbprofil es korrekt dargestellt wird.

        Pauschal könnte man jetzt behaupten, dass es wenig Sinn macht einen großen Farbraum (wie AdobeRGB) mit 8Bit pro Farbkanal zu codieren. Denn dort tritt bei sehr feinen Farbverläufen im Bild eher Banding ein. Aber umgekehrt macht es mehr Sinn in AdobeRGB, trotz JPG Containerformat und damit 8Bit, aufzunehmen, wenn man drucken möchte, da die Verteilung von Adobe RGB anscheinend manche Druckerprofile besser einschließt und man die druckbaren Farben besser ausnutzen kann. Den Nachteil mit der etwas gröberen Farbabstufung nimmt man dann in Kauf.

        Deshalb passt der sRGB Farbraum auch besser zum JPG Format, da 8 Bit.

        Ich rate generell dazu wenns einem wirklich um Farben geht, dann nur mit RAW Dateien und TIFF Dateien an einem BIldschirm mit 100% AdobeRGB (oder 100% P3) arbeiten, sodass man die Farben auch sehen kann. Und dann am Ende das TIFF mit dem jeweiligen Farbprofil des Druckers verheiraten.

        • Hallo Umut,

          vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.

          Dass du so viel Hintergrundwissen niederschreibst, ist sehr löblich. Allerdings geht es etwas am Thema dieses Artikels vorbei.

          Wie du vielleicht gemerkt hast, wollte ich mit dem Artikel Hobbyisten weiterhelfen, ohne ganz tief in das Farbmanagement einzusteigen, eine Entscheidung für ihre tägliche Praxis zu treffen. Ich hatte auch darauf hingewiesen, dass es durchaus auch andere Workflows gibt (bei denen man dann aber deutlich tiefer ins Farbmanagement einsteigen muss!).

          Am Ende des Artikels gebe ich die Empfehlung, dass für die Wiedergabe an Monitoren u.ä. sowie beim Ausdruck auf unkalibrierten Druckern und Laboren sRGB die beste Einstellung ist. Damit das noch besser herauskommt, habe ich den ursprünglichen Text etwas angepasst und um dies ergänzt: “… auf preiswerten Desktop-Druckern (also nicht auf teuren, kalibrierten High-End-Druckern)”
          Ich hoffe, so geht das nun auch für dich klar?!

          Und damit dein letzter Absatz nicht falsch verstanden wird, noch dieser Hinweis (nicht an dich, Umut, sondern an alle anderen, die das lesen):
          Dieser Hinweis setzt den Willen zur kompromisslos-besten Qualität voraus und die Geldbörse, die daraus resultierenden Mehrkosten und den Aufwand zu tragen.
          Das wären

          • ein deutlich teurerer Bildschirm,
          • ein hochwertiger Fine-Art-Printer mitsamt Kalibrierung auf eine festgelegte Papier-Tinten-Kombination,
          • bei Verwendung mehrerer Papiere auch mehrere individuell erstellte Profile. Die allein kosten oft schon mehr als mancher günstige Tintenstrahl-Drucker.

          Doch das alles ist am Ende nichts wert, wenn nicht ein sehr gut geschulter Blick vorhanden ist, der diese Unterschiede überhaupt wahrnehmen kann.

          • Hi Karsten,

            Dank für deine Antwort! Ich denke der Artikel war auch ohne Änderung sehr gut verständlich 😉 …ich würde sagen ich habe da etwas über die Ziellinie hinaus geschossen 😉 … aber ich dachte es ist nicht verkehrt wenn der ein oder andere den es interessiert noch ein bisschen mehr Verständnis mitnehmen kann.

            Und ja es erfordert nicht nur die entsprechende Geldbörse, sondern es gibt kaum Druckdienstleister (auch im Bereich FineArt) die wirklich das Farbmanagement bis hin zur Druckerkonfiguration und -kommunikation vollständig beherrschen.

            Deine Empfehlung mit sRGB und JPG kann ich nur bestätigen und hier nochmal bestärken für 99% aller Fälle. Und insbesondere für Familien-, Alltags- und Urlaubsfotos.
            Denn sRGB ist, wie Du auch schon schreibst, der kleinste gemeinsame Nenner von Kamera bis Drucker über alle Hersteller hinweg, wo keine bösen Überraschungen lauern. Zumal er eigentlich auch völlig ausreicht für 98% der Fälle.

            Ebenso kommt es in 2% der Fälle (für Private und Hobbyfotografen) auf die Farben im Bild an. Sind dort keine Farben enthalten die in den AdobeRGB Farbraum hinein ragen, ist sRGB sowieso ausreichend.
            Sind im Bild allerdings sehr sehr feine lange (im Farbraum lineare) Farbverläufe, dann sieht man den Unterschied zwischen 8Bit sRGB JPG Ausdruck und 12Bit AdobeRGB TIFF Ausdruck (mit Frabraumtransformation zum Druckerfarbraum) definitiv auch ohne geschultes Auge. Sogar 8Bit vs 12Bit, beides in sRGB, macht dann auch einen sichtbaren Unterschied.
            Man muss aber dazu sagen, dass jeder Druckerhersteller hier seine eigenen, teils sehr guten, Tricks hat zum interpolieren und zur Tiefpassfilterung, sodass der Unterschied je nach Drucker wieder fast unsichtbar wird ^^ …richtig schön werden halt Fotos mit sehr vielen türkisen Farben, wenn man diese in aRGB und TIFF sauber ausdruckt. Das gibt schon einen gewissen Wow Effekt, ist aber wirklich sehr aufwändig und kostspielig.

            Sehr viele Dienstleister die mit FineArt werben sind sich nicht bewusst wie sie ihre Drucker eigentlich ansteuern und was da passiert nachdem sie auf Drucken klicken…

            Viele Grüße
            umut

          • Hallo Umut,

            wenn mir irgendwann mal langweilig wird, finde ich sicherlich die Zeit, einen Artikel für hochwertiges Drucken zu schreiben. 😉

            Ich habe selbst in meiner Druckpraxis noch niemals negative Ergebnisse wie von dir beschrieben gesehen. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass für mein Spezialgebiet Porträt die Wiedergabe von Hauttönen einen sehr viel höheren Stellenwert hatte.

            Ich bin aber interessiert: Kannst du mir diesen Unterschied im Druck zwischen 8-Bit-sRGB- und 12-Bit-AdobeRGB-Tiff-Ausdruck zeigen? Oer gar ein Testchart zur Verfügung stellen (man muss ja nicht immer selbst bei Null anfangen)? Dann würde ich das gern mal über dem eigenen Drucker laufen lassen…

          • Hi Karsten,
            Du kannst relativ einfach in GIMP ein beliebiges Testchart in TIFF welches die Adobe RGB Farben abdeckt nehmen. Ich meine mich zu erinnern, dass GIMP eingebaute Farbtemplates zum testen hat.
            Aber du kannst jedes beliebige Bild was viele Farben im türkisen Bereich hat öffnen, was allerdings als TIFF aus dem RAW generiert vorliegt im aRGB Farbraum.
            Danach ein Bild mit sRGB zu JPG exportieren.
            Und ein Bild mit aRGB zu TIFF (Gimp schreibt zwar 16 Bit dran, aber das ist der maximale Dynamikbereich den TIFF kann. Soweit ich mich erinnere liegen 10 und 12 Bit LUT’s für AdobeRGB im Speicher von GIMP und er sollte eigentlich die höher abgetastet Farbtiefe nehmen) exportieren.
            Beide Bilder nacheinander öffnen und natürlich jeweils den Farbmodus am Bildschirm auf aRGB bzw sRGB umschalten um es mal separat zu betrachten. Besser wäre natürlich der Monitor könnte direkt im Farbraum des Drucker darstellen

            Dann den Print Simulator einschalten und mit dem Zielfarbraum des Druckers nacheinander präsentieren:
            https://docs.gimp.org/2.10/en/gimp-imaging-color-management.html

            Am einfachsten ist es natürlich zwei Mal getrennt zu drucken, falls der passende Drucker neben Dir steht.

            Ich weiß nicht welchen Drucker du hast, aber in der Druckerkonfiguration musst du jegliche Optimierungen ausschalten und ebenso jegliche Skalierung des Bildes ausschalten. Das Bild muss 1:1 mit der eingestellten PPI des Druckers gedruckt werden.

            Viele Grüße aus dem Urlaub

  14. Hallo Karsten,
    Eine interessante Seite mit vielen wertvollen Infos hast Du da!
    Ich habe auch mal eine Frage in Bezug auf den sRGB-Farbraum und CMYK-Druckprofile. Wenn ich Fotos im kleinen sRGB-Farbraum aufnehme (Kamera oder Scanner), sodann im sRGB-Modus bearbeite und dann zum Schluss für den Druck in ein CMYK-Druckprofil separiere, schafft ein sRGB-Monitor, wie zb der von Dir empfohlene Viewsonic, eine CMYK-Proof-Darstellung auf dem Bildschirm, die dem Druckerzeugnis weitgehend entspricht, oder muß man damit rechnen, dass die Darstellung verfälscht ist, weil durch die Seperation Farbtöne entstanden sein könnten, die mit sRGB nicht darstellbar sind, obgleich das Bild ja ursprünglich im sRGB-Farbraum aufgenommen wurde?
    LG Till

  15. Danke Dir, für die ausführliche Darstellung!

    Aber eigentlich bedeutet das doch nur, dass ich bei der sRGB-Aufnahme weniger Farben im CMYK-Druck nutzen kann, als mit einer Adobefarbraum-Aufnahme (nämlich solche nicht, die zwar im CMYK-Druckprofil vorhanden sind, jedoch vom sRGB nicht abgedeckt werden). Der Farbraum, der von der großen Schnittmenge erfasst wird, müsste doch eigentlich auf einem CMYK-Proof über den 100%-sRGB-Bildschirm korrekt dargestellt werden. Oder ist es so, dass bei der Farbseparation Farben, die mit dem sRGB-Aufnahmegerät (Kamera oder Scanner) aufgenommen wurden, teilweise in die Teile des CMYK-Farbraums verschoben werden, die nicht vom sRGB abgedeckt werden und dadurch im Proof auf dem 100%-sRGB-Bildschirm nicht mehr sichtbar wären?

    • Die Farben bleiben immer sichtbar, die verschwinden nicht. 🙂 Allerdings werden sie verändert wiedergegeben.
      Für deine weiteren Recherchen such mal nach dem Begriff Color Matching und – falls du dich als Fotograf überhaupt mit CMYK-Druck auseinandersetzen musst – steig da tiefer ein. Denn das ist kein Thema, das man mal “eben so” nebenbei begreift.
      Nebenbei und abschließend: Nur weil dein Desktop-Drucker mit CMYK druckt, musst du nicht separieren!

  16. Danke Dir 🙂

    Ich mache Ausstellungskataloge in geringen Auflagen bei Digitaldruckanbietern. Zumeist SW-Bilder, die vom Filmmaterial gescannt werden und denn im CMYK-Modus mit Dublexfarben aufgepeppt werden um mehr Tiefe zu geben. Manchmal sind darüberhinaus allerdings auch farbige Kunstwerke von Kollegen dabei.
    Jetzt stehe ich vor der schwierigen Entscheidung: sRGB-Monitor (günstig) oder Adobe-RGB-Monitor (teuer).
    Bei der Gelegenheit hab ich nämlich vor, mir einen neuen Workflow anzugewöhnen: einen ohne unendlich viele Probedrucke 😉
    Es wird wohl denn doch ein Adobe-RGB-Monitor, in der Hoffnung dann Ruhe zu haben…

    Liebe Grüße aus dem Rheinland
    Till

    • Dann kalibrier die ganze Kette durch, dann hast du Ruhe. Und einen Adobe-RGB-abdeckenden Monitor halte ich dann für Pflicht.
      Ob das aber bei gelegentliche Minijobs wirtschaftlich sinnvoll ist, musst du selbst entscheiden.

  17. Hallo Karsten,

    ich habe ein Bild zunächst im Farbraum AdobeRGB und dann im sRGB gespeichert. Das eher auch zufällig, um zu sehen, ob es und welche Unterschiede es gibt. Ich war erstaunt, wie unterschiedlich es am Monitor wirkt und bin dann über google auf deinen Artikel gestoßen. Klasse und verständlich formuliert, zudem für mich sehr hilfreich!
    Liebe Grüße, Michael

  18. Hallo Karsten,
    danke für die tolle Erklärung. Ich hatte mich (als Laie / Amatuerfotograf) damit bisher nie beschäftigt. Meine bisherigen Bilder sind sRGB und ich bin damit soweit auch glücklich. Ich betrachte sie hauptsächlich am Monitor (iMac) und auf TV-Geräten. Eher selten mache ich einen Ausdruck. Dass ein und dasselbe Bild zum Beispiel auf 2 verschiedenen Samsung-TVs farblich nicht identisch aussieht … naja, das ist halt so und hat ja auch nix mit dem Farbraum zu tun. So weit so gut.
    Meine eigentliche Frage ist: Ich möchte nun meine Dias von einem Dienstleister digitalisieren lassen. Einer schreibt, dass er im Adobe-RGB-Modus scant. Kann es sein oder muss ich damit rechnen, dass die resultierenden TIFF’s / JPEG’s dann auf meinen Geräten farblich “falsch” dargestellt werden, wenn die Geräte AdobeRGB nicht unterstützen? Sprich: Wäre ein Scannen mit sRGB dann für mich nicht die bessere Wahl (weil das Ergebnis auf meinen Geräten “richtig” dargestellt würde)?
    VG, Ingo

      • Vielen Dank für Deine Mühe und die gute Erklärung!!! So dachte ich mir das schon…
        Bei meinen beiden Samsung TV’s kann ich leider auch nirgends eine Angabe dazu finden, inwieweit sie Adobe-RGB unterstützen. Da gibt es unter Bildeinstellungen “nativ”, “auto”, und “benutzerdefiniert”. TV-Geräte sind vermutlich auch eher für Filme, Videos etc. optimiert. Keine Ahnung, ob da Adobe-RGB überhaupt eine Rolle spielt.
        Naja, ich werde dann wohl mal
        1. Bei Samsung ganz naiv anfragen
        2. Den Dia-Scanner fragen, ob sie auch sRGB anbieten
        3. Mit ein paar konkreten Bildern eigene Anschauungstests machen
        Letztlich scheint mir für meine Zwecke sRGB generell besser, da ich auch nicht sicher weiß, mit welchen Geräten ich die Fotos vielleicht zukünftig mal ansehen will. Zum Beispiel mal spontan auf einem Tablet, auf einem (womöglich fremden) Beamer, etc.
        VG, Ingo

  19. Hallo Karsten ich hätte auch eine Frage. Ich bin bildende Künstlerin, Malerin und habe mir gerade eine tolle Kamera ausgeliehen, um meine Werke zu fotografieren. Die Fotos brauche ich für großformatige Leinwandreproduktionen meiner Bilder. Da ich an meinem Laptop die Farben bei der Bildbearbeitung nicht richtig sehen kann, wollte ich mir einen Bildschirm kaufen. Mein Sohn ist Grafiker und hat mir dafür einen 100% SRGB Bildschirm empfohlen. Nach deinem Artikel denke ich aber, dass für meinen Zweck vielleicht doch Adobe RGB richtiger wäre?
    Allerdings habe ich auch nur die Uralt-Version Photoshop CS2, bringt mir da der große Farbraum überhaupt etwas oder ist das egal?

    • Hallo Beate,
      ich gehe mal davon aus, dass die Repros auf Leinwand von Plottern gedruckt werden. Dann sollte dir der Druckdienstleister sagen können, was der richtige Workflow vorher sein wird. Ich vermute mal, er will auch Daten in sRGB.
      Im Zweifel hör aber auf deinen Sohn, wenn der einen Kopf auf den Schultern trägt und in seinem Job keine Niete ist: Er wird sicherlich besser beurteilen können, was du brauchst, weil du ihm doch sicherlich alles mit ihm besprochen haben wirst. Da hat er mehr Infos, als ich.
      Noch ein Hinweis für maximale Qualität: Nicht umsonst gibt es verschiedene Berufe, damit jeder in seinem allerbeste Ergebnisse erzielen kann. Du kannst toll malen, Fotografen toll fotografieren.
      Das Leihen einer tollen Kamera führt ebenso wenig zu guten Fotos, wie das Kaufen eines perfekten Kochtopfes zwangsweise zu leckerem Essen führt.
      Gib doch einen Bruchteil der Einnahmen für ein einzelnes Bild von dir aus, um einen Kollegen die Repros machen zu lassen. Flache Bilder in bester Schärfe und ohne Verzeichnungen zu fotografieren ist nicht “mal eben so” zu machen. Du wirst sehen …

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