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Sternschnuppen fotografieren: In 5 Schritten zum Erfolg

Zuletzt aktualisiert am 12. August 2020 von Karsten Kettermann.
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Willst du auch mal Sternschnuppen fotografieren? Hier kommt die Praxisanleitung.

Gestern Abend war ich unterwegs, um Sternschnuppen zu fotografieren.

sternschnuppen fotografieren
Die alte Fotografenweisheit ist immer noch aktuell: Vordergrund macht Bild gesund.

Diesmal gab es ideale Bedingungen, um möglichst viele Sternschnuppen einzufangen.

Schauen wir uns an, was du für erfolgreiches Sternschnuppen fotografieren benötigst:

  1. Eine Nacht, in der möglichst viele Meteoriden zu Sternschnuppen werden wollen.
    • Ich nutzte gestern Abend die Perseiden, die regelmäßig Mitte August bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunde versprechen.
    • Such dir selbst ein paar dieser Events aus, denn über das Jahr verteilt gibt es immer wieder mal solche Sternschnuppen-Schauer. Ich nutze dafür diesen Sternschnuppen-Kalender.
  2. Eine möglichst schicke Location, an der du wenig Lichtverschmutzung hast.
    • Ich habe mich diesmal für die Mühle am Höxberg in Beckum entschieden.
    • Die Lichtverschmutzungs-Karte gibt dir Aufschluss über das zu erwartende Störlicht an deiner Location. Je weniger, desto besser siehst du die Sterne.
    • Achte auch auf den Mond, denn der sorgt für massig Licht am Himmel. Am besten nutzt du die 5 Tage rund um den Neumond.
  3. Ein stabiles Stativ und eine einigermaßen hochwertige Kamera (grundsätzlich und stark vereinfacht: jede DSLR ab 2010 ist geeignet, Kompaktkameras eher nicht).
    • Wenn vorhanden – ist eine lichtstarke Weitwinkel-Festbrennweite optimal (z. B. aus der extrem hochwertigen Sigma-Art-Serie: 14 mm, 20 mm24 mm, 35 mm).
    • Auch hochwertige Superweitwinkel sind geeignet.
    • Warum muss das Objektiv so hochwertig sein? Weil Sterne und Sternschnuppen generell sehr wenig Licht abgeben. Da hilft es, wenn das Objektiv viel Licht hereinlässt – dann kannst du für eine bessere Qualität mit niedrigeren ISO-Werten arbeiten.
  4. Richte die Kamera auf den Teil des Himmels, wo du die Sternschnuppen fotografieren willst.
    sternschnuppe fotografieren
    Beim Sternschnuppen fotografieren musst du einfach warten, bis dir das Motiv in die Linse fällt. Hier mit 10 mm an einer APS-C bei 30 sec, Blende 7,1 und ISO 800 fotografiert – ein guter Ausgangspunkt
    • Wenn du noch einen interessanten Vordergrund mit einbeziehst, wirkt das Foto oft noch viel besser.
    • Stell deine Kamera auf manuell (Modus M), schließe die Blende von der größtmöglichen aus um 2 Blenden.
    • Wähle die Belichtungszeit so lang, dass Foto und Histogramm gut aussehen.
    • Willst du rund um die Sternschnuppen punktförmige Sterne, achte darauf, dass die Belichtungszeit nicht zu lang wird. Rechne dazu bei Vollformat 500 : Brennweite = Belichtungszeit in Sekunden, bei APS-C 300 : Brennweite. Stellst du längere Belichtungszeiten ein, als gerade berechnet, werden die Sterne zu Lichtspuren.
    • Nutze ISO für das Feintuning des Histogramms.
  5. Und nun heißt es ein Foto nach dem anderen zu machen. Du weißt nie, wann die nächste Sternschnuppe auftaucht. Also heißt es, geduldig zu warten.
    1. Du kannst dir die Arbeit durch eine Intervallaufnahme vereinfachen: Einmal programmiert, wird deine Kamera dann alle Sternschnuppen automatisch fotografieren. Einige Kameras haben eine Intervall-Funktion eingebaut, wie z. B. meine Nikon D 5300, mit der diese Fotos entstanden sind (übrigens sind alle Modelle der 5000er-Serie von Nikon unglaublich gut für Nachtfotografie geeignet!!!). Andere Kameras benötigen einen externen Intervall-Auslöser. Besitzt du beides nicht, musst du halt von Hand auslösen.
    2. Hast du eine zweite Kamera, kannst du sie auf einen anderen Ausschnitt des Himmels ausrichten, um deine Chancen zu steigern.
    3. Nimm dir eine Sitzgelegenheit, warme Kleidung und Proviant mit. Wäre ja doof, wenn du vorzeitig abbrechen musst …

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  • Nachtfotografie im urbanen Raum
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Später in der Nacht wurde die Beleuchtung der Mühle abgeschaltet. So hatte ich noch weniger Lichtverschmutzung. 🙂

Was sagst du? Hast du schonmal erfolgreich Sternschnuppen eingefangen? Was gab es für Probleme, oder vielleicht eine besondere Geschichte? Erzähl sie mir hier im Kommentar.

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Karsten
Karstenhttps://www.karsten-kettermann.com
Ich helfe dir – egal, ob Profi oder Hobbyfotograf – dabei, so zu fotografieren, wie du es dir schon immer vorgestellt und erträumt hast. Ob du also den Einstieg in die Fotografie suchst oder als Fortgeschrittener immer wieder an die gleichen Grenzen stößt: Ich unterstütze dich auf deinem Weg und zeige dir, wie du deine Vision von individueller Fotografie realisieren kannst. Ich habe Fotografie studiert, bin Buchautor für Fotografie und Bildbearbeitung und Fototrainer.
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18 Kommentare

  1. Hallo,
    sehr schönes Foto.
    Ich war auch unterwwegs. Habe aber keinen so schönen Vordergrund.
    Ich habe jetzt 4 Bilder mit Spuren, gibt es eine möflichkeit die Bilder übereinabder zulegen. Kamer war auf Stativ.
    Vielen Dank

    • Danke, Jörg. 🙂
      Ja, du kannst die Fotos händisch in Photoshop übereinanderlegen.
      Oder du nutzt darauf spezialisierte Software wie Fitswork oder DeepSkyStacker. Denn bedenke: Zwischen dem ersten und letzten Foto ist Zeit vergangen, in der sich die Erde weiterdreht – und daher sind die Sterne immer an einer leicht versetzten Position am Himmel.
      Viel Erfolg! 🙂

  2. Hallo Karsten, du hast denn Sternenhimmel mit der Sternschnuppe(n) wunderbar schön eingefangen. Ich hatte das auch mal auf den Malediven probiert, wir waren ( 🙂 leider) auf einem Tauchboot, die Sterne waren zum Greifen nahe und Sternschnuppen ohne Ende . Doch durch das leichte schwanken des Schiffes war es unmöglich auch mit Stativ Sternschnuppen einzufangen… doch wie hast du mal so schön geschrieben……dann genieße einfach den Anblick. Liebe Grüße Barbara Anna

  3. Hallo Karsten,
    danke dir für den tollen informativen Artikel zum Fotografieren von Sternschnuppen. Und die beiden Fotos mit dem tollen Vordergrund, einfach klasse ?
    Ich bin ja noch nicht so wirklich fit, um schöne Nachtfotos zu machen. Aber durch deinen spontanen Aufruf, dass es der Abend der Sternschnuppen werden könnte, war ich doch neugierig. Ich habe dann einfach mal ein Plätzchen auf dem Dachboden gefunden und aus dem Fenster versucht Fotos zu schießen. Und siehe da, ich sah die ersten Sternschnuppen in Kürze. Nur so schnell bekam ich sie leider nicht fotografiert. Ich habe dann einfach mal so ein bisschen experimentiert mit dem Verändern der Verschlusszeit und der ISO Einstellung. Und tatsächlich habe ich im Nachhinein auf 3 Fotos eine Sternschnuppe entdeckt. Nicht mit der Brillanz wie bei dir, aber immerhin. Und es hat Spaß gemacht und verlangt nach mehr.
    Vielen Dank für für den spontanen Aufruf.
    Liebe Grüße, Rita

  4. So, habe mir einfach mal eine Sommernacht unter dem wunderbaren sommerlichen Sternenhimmel gegönnt. Trotz bester Vorbereitung: Standort, Himmelsrichtung der Sternschnuppen, etc- keine Sternschnuppe auf der Speicherkarte.
    Erst einmal extrem wenige, obwohl die gestrige Nacht die mit den meisten Sternschnuppen gewesen sein soll.
    Und die wenigen haben tunlichst mein Objektiv gemieden.
    Zum Trost meinerseits habe ich mir ein Foto vom Großen Wagen gegönnt!
    Man kann ja schließlich nicht alles haben…
    Auf zur nächsten Runde!

    • Ja, Jürgen, solche Lektionen in Demut gehören leider dazu! 🙂
      Ich gehe ja immer mal wieder mit anderen auf Sternschnuppenjagd, erkläre wie es geht und all das. Rate mal, wer oftmals gar keine einzige erwischt, obwohl zwei oder auch drei Kameras gen Himmel gerichtet sind?!! 😉
      Dranbleiben! 🙂

  5. Hallo Karsten,
    vielen Dank für die Möglichkeit zur Rückmeldung. Ich hebe auch am 12./13. August mein Stativ auf einer Kuppe aufgestellt. Mit Blende 4, 18mm Weitwinkel, ISO 6400 und 30 Sek. sind die Fotos sehr matschig geworden, was wohl das Bildrauschen genannt wird.
    Kann ich bessere Ergebnisse mit der Canon1300D erzielen, oder sind die Möglichkeiten schon ausgeschöpft?
    Mit dem veralteten Photoshop 9 habe ich die Fotos beim Mitteltonkontrast noch bearbeitet. So sieht es etwas nach Ölmalerei aus. Aber besser kriege ich es nicht hin.

    Viele Grüße

    Nicola

    • Hallo Nicola,
      je höher der ISO-Wert, umso stärker das Rauschen. Je besser die Kamera, umso weniger störend ist das Bildrauschen.
      Die 1300D ist ja eher ein Einsteigermodell, außerdem eine Kamera mit einem kleineren APS-C-Sensor. Ich fürchte, so weit hoch darfst du für gute Ergebnisse nicht gehen.

  6. Zitat: einigermaßen hochwertige Kamera (grundsätzlich und stark vereinfacht: jede DSLR ab 2010 ist geeignet, Kompaktkameras eher nicht).

    Diese Aussage finde ich sehr gewagt….ich habe mit meiner SLR von Olympus aus dem Jahre 19xx (?) , analog, meine besten Sterneschnuppen, Mond, Blitzfotos gemacht. Auch mit der Kompaktkamera Lumix Tz sind Nachtaufnahmen möglich, zwar etwas fummelig von der Einstellung her, aber es ist machbar!!!

    • Vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂 Deine Aussagen können wahr sein und meine müssen deshalb trotzdem nicht falsch sein.

      Klar kannst du mit den erwähnten Kameras erfolgreich fotografieren. Ich fotografiere selbst immer noch analog und weiß daher, dass durchaus professionell damit gearbeitet werden kann. Und ich weiß, dass auch mit Kompaktkameras so einiges geht. Das habe ich mit dem von dir erwähnten Zitat auch nicht ausgeschlossen.
      Ich bin also weit davon entfernt, dass man mich als Fanboy moderner Kameras bezeichnen könnte.

      Wie geschrieben, habe ich – was die DSLR betrifft – stark vereinfacht. Und unter optimalen Bedingungen können Kompakte tatsächlich gute Ergebnisse liefern.

      Aber nimm dir eine aktuelle, hochwertige Digitalkamera mit einem modernen, lichtstarken Objektiv und fotografiere die gleichen Motive wie damals nochmal – hoffentlich mit der gleichen Anzahl an Sternschnuppen usw.
      Ich bin fest davon überzeugt, dass dir die Ergebnisse die Tränen in die Augen treiben werden und du dein altes Zeug nur noch aus nostalgischen Gründen behältst.
      Zumindest ging es mir so, denn auch ich hatte gute Ergebnisse mit meiner analogen Spiegelreflex im Archiv. Und auch die Fotos meiner ersten Digitalkamera kann einfach nicht mit den Ergebnissen heutiger Kameras mithalten.

      Auch das alles gilt natürlich unter der Voraussetzung, dass wir genau hinsehen und du nicht die damals üblichen 9×13 cm Abzüge aus dem Archiv holst …

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