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Sternschnuppen fotografieren: In 5 Schritten zum Erfolg

Willst du auch mal Sternschnuppen fotografieren? Hier kommt die Praxisanleitung.

Gestern Abend war ich unterwegs, um Sternschnuppen zu fotografieren.

Die alte Fotografenweisheit ist immer noch aktuell: Vordergrund macht Bild gesund.

Diesmal gab es ideale Bedingungen, um möglichst viele Sternschnuppen einzufangen.

Schauen wir uns an, was du für erfolgreiches Sternschnuppen fotografieren benötigst:

  1. Eine Nacht, in der möglichst viele Meteoriden zu Sternschnuppen werden wollen.
    • Ich nutzte gestern Abend die Perseiden, die regelmäßig Mitte August bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunde versprechen.
    • Such dir selbst ein paar dieser Events aus, denn über das Jahr verteilt gibt es immer wieder mal solche Sternschnuppen-Schauer. Ich nutze dafür den Sternschnuppen-Kalender.
  2. Eine möglichst schicke Location, an der du wenig Lichtverschmutzung hast.
    • Ich habe mich diesmal für die Mühle am Höxberg in Beckum entschieden.
    • Die Lichtverschmutzungs-Karte gibt dir Aufschluss über das zu erwartende Störlicht an deiner Location. Je weniger, desto besser siehst du die Sterne.
    • Achte auch auf den Mond, denn der sorgt für massig Licht am Himmel. Am besten nutzt du die 5 Tage rund um den Neumond.
  3. Ein stabiles Stativ und eine einigermaßen hochwertige Kamera (grundsätzlich und stark vereinfacht: jede DSLR ab 2010 ist geeignet, Kompaktkameras eher nicht).
    • Wenn vorhanden – ist eine lichtstarke Weitwinkel-Festbrennweite optimal (z. B. aus der extrem hochwertigen Sigma-Art-Serie: 14 mm, 20 mm24 mm, 35 mm).
    • Auch hochwertige Superweitwinkel sind geeignet.
    • Warum muss das Objektiv so hochwertig sein? Weil Sterne und Sternschnuppen generell sehr wenig Licht abgeben. Da hilft es, wenn das Objektiv viel Licht hereinlässt – dann kannst du für eine bessere Qualität mit niedrigeren ISO-Werten arbeiten.
  4. Richte die Kamera auf den Teil des Himmels, wo du die Sternschnuppen fotografieren willst.
    Beim Sternschnuppen fotografieren musst du einfach warten, bis dir das Motiv in die Linse fällt.
    • Wenn du noch einen interessanten Vordergrund mit einbeziehst, wirkt das Foto oft noch viel besser.
    • Stell deine Kamera auf manuell (Modus M), schließe die Blende von der größtmöglichen aus um 2 Blenden.
    • Wähle die Belichtungszeit so lang, dass Foto und Histogramm gut aussehen.
    • Willst du rund um die Sternschnuppen punktförmige Sterne, achte darauf, dass die Belichtungszeit nicht zu lang wird. Rechne dazu bei Vollformat 500 : Brennweite = Belichtungszeit in Sekunden, bei APS-C 300 : Brennweite. Stellst du längere Belichtungszeiten ein, als gerade berechnet, werden die Sterne zu Lichtspuren.
    • Nutze ISO für das Feintuning des Histogramms.
  5. Und nun heißt es ein Foto nach dem anderen zu machen. Du weißt nie, wann die nächste Sternschnuppe auftaucht. Also heißt es, geduldig zu warten.
    1. Du kannst dir die Arbeit durch eine Intervallaufnahme vereinfachen: Einmal programmiert, wird deine Kamera dann alle Sternschnuppen automatisch fotografieren. Einige Kameras haben eine Intervall-Funktion eingebaut, wie z. B. meine Nikon D 5300, mit der diese Fotos entstanden sind (übrigens sind alle Modelle der 5000er-Serie von Nikon unglaublich gut für Nachtfotografie geeignet!!!). Andere Kameras benötigen einen externen Intervall-Auslöser. Besitzt du beides nicht, musst du halt von Hand auslösen.
    2. Hast du eine zweite Kamera, kannst du sie auf einen anderen Ausschnitt des Himmels ausrichten, um deine Chancen zu steigern.
    3. Nimm dir eine Sitzgelegenheit, warme Kleidung und Proviant mit. Wäre ja doof, wenn du vorzeitig abbrechen musst …

Wenn du jetzt angefixt bist und noch mehr zum Thema erfahren willst, dann kauf dir mein Buch über Nachtfotografie.

Darin lernst du nicht nur Sternschnuppen fotografieren, sondern alle großen Themen der Nachtfotografie:

  • Nachtfotografie im urbanen Raum
  • Lichtspuren fotografieren
  • Feuerwerk festhalten
  • Blitze einfangen
  • Polarlichter-Fotografie
  • Astrofotografie
  • ergänzt durch eine Einführung, wichtige Kameraeinstellungen und Empfehlungen für Equipment.

Das Buch gibt es auch als gedruckte Version im Buchladen um die Ecke im Onlinehandel.

Später in der Nacht wurde die Beleuchtung der Mühle abgeschaltet. So hatte ich noch weniger Lichtverschmutzung. 🙂

Was sagst du? Hast du schonmal erfolgreich Sternschnuppen eingefangen? Was gab es für Probleme, oder vielleicht eine besondere Geschichte? Erzähl sie mir hier im Kommentar.

8 Kommentare

  1. Szigan, Jörg

    Hallo,
    sehr schönes Foto.
    Ich war auch unterwwegs. Habe aber keinen so schönen Vordergrund.
    Ich habe jetzt 4 Bilder mit Spuren, gibt es eine möflichkeit die Bilder übereinabder zulegen. Kamer war auf Stativ.
    Vielen Dank

    • Danke, Jörg. 🙂
      Ja, du kannst die Fotos händisch in Photoshop übereinanderlegen.
      Oder du nutzt darauf spezialisierte Software wie Fitswork oder DeepSkyStacker. Denn bedenke: Zwischen dem ersten und letzten Foto ist Zeit vergangen, in der sich die Erde weiterdreht – und daher sind die Sterne immer an einer leicht versetzten Position am Himmel.
      Viel Erfolg! 🙂

  2. Caroline

    Toller Bericht und tolle Fotos! Dankeschön!

  3. Barbara Anna

    Hallo Karsten, du hast denn Sternenhimmel mit der Sternschnuppe(n) wunderbar schön eingefangen. Ich hatte das auch mal auf den Malediven probiert, wir waren ( 🙂 leider) auf einem Tauchboot, die Sterne waren zum Greifen nahe und Sternschnuppen ohne Ende . Doch durch das leichte schwanken des Schiffes war es unmöglich auch mit Stativ Sternschnuppen einzufangen… doch wie hast du mal so schön geschrieben……dann genieße einfach den Anblick. Liebe Grüße Barbara Anna

    • Danke, Barbara Anna! 🙂
      Ja, manchmal muss man die Knipse einfach weglassen und Herz und Hirn zum speichern nutzen! 😉

  4. Rita

    Hallo Karsten,
    danke dir für den tollen informativen Artikel zum Fotografieren von Sternschnuppen. Und die beiden Fotos mit dem tollen Vordergrund, einfach klasse 👍
    Ich bin ja noch nicht so wirklich fit, um schöne Nachtfotos zu machen. Aber durch deinen spontanen Aufruf, dass es der Abend der Sternschnuppen werden könnte, war ich doch neugierig. Ich habe dann einfach mal ein Plätzchen auf dem Dachboden gefunden und aus dem Fenster versucht Fotos zu schießen. Und siehe da, ich sah die ersten Sternschnuppen in Kürze. Nur so schnell bekam ich sie leider nicht fotografiert. Ich habe dann einfach mal so ein bisschen experimentiert mit dem Verändern der Verschlusszeit und der ISO Einstellung. Und tatsächlich habe ich im Nachhinein auf 3 Fotos eine Sternschnuppe entdeckt. Nicht mit der Brillanz wie bei dir, aber immerhin. Und es hat Spaß gemacht und verlangt nach mehr.
    Vielen Dank für für den spontanen Aufruf.
    Liebe Grüße, Rita

    • Gern geschehen, Rita. Super, dass du direkt Sternschnuppen fotografieren konntest! 🙂

      Die Brillianz erreichst du nur, wenn du die Fotos bearbeitest. Wenn du deine Fotos selbst auch so brilliant haben möchtest, empfehle ich dir meinen Lightroom-Onlinekurs.

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