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Nachtfotografie

Nachtfotografie – was ist das überhaupt? Und welche Motive gibt es? Und gibt es einen wirklich guten Grund das zu tun?

Ja den gibt es!

Was macht die Nachtfotografie so besonders?

Nachtfotografie ist wie kein anderes Genre der Fotografie nur mit einem besonders hohen Maß an Überwindungsfähigkeit des Fotografen zu machen. Aber dafür wirst du belohnt: Die Fotos, die du in der Nachtfotografie machst, wirken auf jeden Betrachter geheimnisvoll und besonders faszinierend. Doch woran liegt das?

Kennst du den Satz „Nachts sind alle Katzen grau.“? Der kommt nicht von ungefähr: Bei besonders wenig Licht schalten unsere Augen auf eine Art Restlichtverstärkung um. Dabei sehen wir dann fast nur noch schwarz-weiß.

Kameras hingegen erfassen die Farben in der Nacht genauso wie am Tage. Dadurch wirken Fotos häufig sehr viel gesättigter, als wir das selbst mit unseren Augen gesehen haben. Dazu kommen dann noch die verschiedenen Farbstiche des Kunstlichts. Denn jede Lichtquelle hat ihre eigene Farbtemperatur, von grünlichen Neonröhren über gelbes Halogenlicht bis hin zu LEDs mit Farbwechslern.

Hast du dich schon einmal an der Nachtfotografie versucht? Wenn ja, wirst du wahrscheinlich am Anfang ziemlich zu kämpfen gehabt haben. Die richtige Belichtung zu finden, die passende Farbabstimmung und eine gehörige Portion Motivation nachts rauszugehen, sind die Hauptprobleme bei der Nachtfotografie.

Nachts rausgehen und fotografieren – ja klar!!! 🙂

Bei der Motivation kann ich dir nicht helfen, doch die technischen und gestalterischen Probleme schaffen wir mit dieser Artikelserie aus der Welt. 🙂
Doch zuerst möchte ich dir einen kleinen Überblick geben, welche Art von Motiven du denn überhaupt nachts fotografieren kannst. Und welche in der Nachtfotografie fast magisch wirken!

Nachtfotografie: Die Motive

Nicht alle Motive bieten sich an, nachts fotografiert zu werden. Doch die, die ich dir nun empfehle, haben es wirklich in sich:

Stadtlandschaften

Da wären zuerst einmal die Motive im urbanen Raum. In der Stadt ist es nachts sehr hell. Deshalb hast du hier die wenigsten Probleme, tolle Nachtfotos zu machen. Außerdem bieten dir die vielen verschiedenen Lichtquellen sehr interessante Farbspiele.

Es gibt auch meist keine großen, ausgedehnten schwarze Bereiche, die dich vor Schwierigkeiten stellen. Stattdessen ist meist alles recht gut ausgeleuchtet, was ein problemloses Fotografieren ermöglicht.

Hier sind mal ein paar Beispiele:

Wasser und die Spiegelungen darauf wirken bei Nachtfotografie besonders klasse, oder?
Köln ist nicht nur bei Nacht ein Foto wert. Die vielen verschiedenfarbigen Lichter wirken klasse auf einem Foto.

Lichtspuren von Autos und so

Ebenfalls häufig in Städten anzutreffen sind die Lichtspuren von Autos. Aber auch eine Straße auf dem Land solltest du nutzen, um  die Lichtspuren von Autos zu fotografieren. Wenn du weißt, wie es geht, ist es ganz einfach diese Lichtspuren auf ein Foto zu bekommen. Wart’s mal ab, ich erklär dir bald, wie es geht. 🙂

Besonders interessant sind Lichtspuren, die zwischendurch auch mal unterbrochen sind: Die Blinker von Autos oder ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht sorgt für ganz andere Lichtspuren, als die normalen Scheinwerfer von Autos. Radfahrer machen lustig-zackelige Spuren, weil sie dauernd das Gleichgewicht halten müssen und kleine Lenkbewegungen machen. Und besonders super sind die Lichtspuren von Schiffen – echt magisch. 🙂

Schau doch mal diese Beispiele an:

Je mehr Fahrstreifen, umso besser!
Schiffe sorgen für besondere Lichtspuren.
Für solche Aufnahmen brauchst du einen erhöhten Standpunkt.

Lichtmalerei

Mit den Lichtspuren sind wir ganz nah dran an der Lichtmalerei. Dabei geht es um Fotos, bei denen du selbst bestimmst, welche Lichtspuren aufgenommen werden.

Egal, ob du mit einer Taschenlampe, Lichterketten, Wunderkerzen oder anderen Lichtquellen „malst“: Du selbst darfst für die Lichtspuren sorgen, was dir viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt und dem Betrachter deiner Fotos ein großes Aha entlocken wird.

Dabei liegt alles in deiner Hand: Es steht dir frei, abstrakte Lichtspuren zu malen oder einzelne Wörter zu schreiben. Wenn du es besonders anspruchsvoll magst, könntest du natürlich auch deiner Liebsten ein Liebesgedicht in den Abendhimmel schreiben. Oder du brennst ein Kilo Stahlwolle ab: Extrem experimentell, ein klein wenig gefährlich – aber die Ergebnisse lohnen den Aufwand. Irgendwo zwischen den Lichtspuren und der Lichtmalerei liegen Fotos, die du von Fahrgeschäften auf der Kirmes machst.

Schau mal:

Tob’ dich kreativ aus – mit Lichtspuren “handmade”. 😉
Experimentell und etwas gefährlich: Der Eisenwolle-Schwinger.

Feuerwerk

Auch eine Art von Lichtspur bietet dir das Fotografieren von Feuerwerk. Doch technisch ist das ganz was anderes: Das Fotografieren von Feuerwerk kannst du im Gegensatz zu den bisherigen Motiven nur im manuellen Modus erfolgreich absolvieren. Ja ja, bei der Nachtfotografie lernst du deine Kamera kennen. 😉

Dafür bekommst du aber tolle Aufnahmen und kannst die atemberaubenden Momente eines gut gemachten Feuerwerks für die Nachwelt festhalten. Doch nicht nur das eigentliche Feuerwerk ist häufig interessant, die Umgebung mit einzubeziehen ist häufig eine sehr gute Idee.

Schau dir mal diese Beispiele an:

Feuerwerke haben ihre ganz eigene Faszination – überall auf der Welt.
Sylvester ist da fast langweilig: Organisierte Feuerwerke bei Stadtfest usw. sorgen für perfekte Fotos.
Auch für Inszenierungen bieten Feuerwerke Gelegenheit – wenn du schnell genug bist. 🙂

Gewitter und Polarlichter

Auf ganz natürliche Art und Weise entstehen Gewitter und Polarlichter. Auch die kannst du am besten nachts fotografieren.

Bei beiden stellt dich das Timing vor eine große Aufgabe. Sie treten nur lokal und zeitlich kurz begrenzt auf, was es manchmal nicht besonders einfach macht, sie zu fotografieren. Wenn du dann aber mal vor Ort bist und eins von beiden erlebst, ist schon wirklich fantastisch, welche Fotos du machst.

Ich selbst habe mein erstes Polarlicht 2012 fotografiert und hab mich diebisch gefreut, als mir das gelungen ist. Du kennst doch mein Motto: „Gute Fotos sind eine Überwindungsprämie!“ Genau das hilft dir beim Fotografieren von Gewittern und Polarlichtern ganz besonders. Denn du musst raus, du musst danach suchen und dann musst du es tun!

Diese extrem flüchtigen Motive sind sicherlich am schwierigsten zu fotografieren, denn viele Fotografen trauen sich, vor allem beim Gewitter, nachts nicht raus oder sind einfach zu bequem den passenden Moment zu erwischen. Doch nur mit etwas Überwindung wirst du tatsächlich solche Motive fotografieren können. Also trau dich! 🙂

Diese Beispiele sind es doch wert, oder?

Je flüchtiger der Augenblick, umso faszinierender die Fotos. Polarlichter sind solch ein Motiv.
Blitze fotografierst du nur mit der richtigen Vorbereitung.

Astrofotografie

Wenn ich von Astrofotografie sprechen, dann meine ich entweder den gesamten Abendhimmel oder den Mond, Sternschnuppen oder die Milchstraße. Alles, was sich nur mit Teleskopen fotografieren lässt, interessiert mich erst mal gar nicht. Denn ich habe keines.

Wenn ich dir also im Rahmen dieser Artikelserie Astrofotos zeige, werden diese niemals einzelne Planeten, Gasnebel, entfernte Galaxien oder andere Deep-Space-Objekte zeigen. Doch so weit brauchen wir gar nicht in die Tiefen des Weltraums hineinzuschauen: Auch im “Nahbereich” oder in der Gesamtübersicht des Abendhimmels finden wir allerlei Motive, die es zu fotografieren lohnt.

Schau mal:

Mondfotos müssen nicht pottschwarz mit einem überstrahlten Mond sein – das geht besser!
Sternspuren rund um den Polarstern.
Die Milchstraße – da kommst du ohne Bildbearbeitung nicht hin.

Die Praxis

Lass mich raten. Jetzt interessiert dich eines: Wie fotografiert man nun in der Nacht? Wie geht das ganz praktisch??

Um das zu erfahren musst du bis nächste Woche warten. Dann erfährst du von mir zuerst mal, welches Equipment du brauchst, um erfolgreich Nachtfotografie zu betreiben.

Denn es geht leider nicht ohne einige Dinge, die du in anderen Bereichen der Fotografie nicht benötigst. Dabei werde ich auf das Stativ, Objektive, einen Fernauslöser und andere weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände eingehen.

Nachtfotografie: Mein neues Buch

Übrigens schreibe ich gerade an einem Buch über Nachfotografie. Ich bin also gerade mitten drin im Thema. 🙂

UPDATE: Du kannst es mittlerweile in jeden Buchladen um die Ecke oder beim Versandhandel kaufen.

 

Transparenz ist mir wichtig. Noch nie wollte ich mehr hermachen, als ich in Wirklichkeit bin. Ist nicht mein Stil. 🙂

Deshalb hier ein Hinweis und Danksagung: Alle hier verwendeten Fotos habe ich mir bei Pixabay rausgesucht. Diese Fotos werde ich auch in meinem neuen Buch verwenden, natürlich neben meinen eigenen. Allerdings habe ich viele eigene tolle Nachtfotos noch analog erstellt. Und die Produktionszeit eines Buches läßt es heutezutage einfach nicht zu, dass ich erst noch langwierig alte Negative scanne. 🙂 Also freue ich mich, so tolle Fotos wie diese hier, aus allen Ecken der Welt, verwenden zu dürfen.

Also, liebe Pixabay-Fotografen: Ich danke euch für eure tollen Bilder, die ich – wie bei Pixabay üblich – völlig kostenlos nutzen darf. Ich müsste nicht mal eure Namen nennen, aber das wäre mir zu schäbig.

Also: Ehre, wem Ehre gebührt! Hier kommen die Pixabay-Nutzernamen, die die Fotos auf dieser Seite gemacht haben. In der Reihenfolge, in der sie auf dieser Seite aufgeführt sind.

trinhkien91
1919021
GerdRohsDesign
tpsdave
tpsdave
tpsdave
flohrflohr
Karsten73
skeeze
Erad
Unsplash
Pexels
tpsdave
alsen
Unsplash
skeeze
Unsplash

Beitragsbild: kindgzoreoo

20 Kommentare

  1. Hallo Karsten, ein gelungener Einstieg in die Reihe Nachtfotografie. Ich wünschte mir, dass morgen wieder Freitag wär. Bin jetzt schon gespannt auf die Fortsetzung. Und vielleicht komme ich ja mal dazu Einiges auszuprobieren.
    Wie immer war der Beitrag leicht verständlich und sehr informativ geschrieben…. einfach weiter so.
    LG Mathias

  2. Thomas Riedel

    Wow – DAS ist MEIN Thema. Damit es bei mir keine “Shit in – shit out”-Fotos mehr gibt 😉
    Also Lichtspuren, Astrofotografie, Feuerwerk – da habe ich jede Menge Lust drauf und da freue ich mich natürlich auf die nächsten Beiträge von dir. 😊 Kann da den Mathias gut verstehen

    Hoffe, dass ich dass dann auch vernünftig umsetzen kann.

    Was mir noch einfällt – habe da leider noch nie von Jemanden eine gescheite Antwort bekommen können: Nachtfotografie – Zum Beispiel das Köln-Foto . Wird bestimmt vom Triangel Köln gemacht worden sein – Da ist aber auch wieder das Problem: Dicke, gebogene Glasscheibe, Lichtquellen aus dem Hintergrund, die sich gerne in der Scheibe spiegeln… – Wie bekommt man das vernünftig hin ?
    Vielleicht ein kleines Thema für dein Buch ?

    Kann deinen nächsten Beitrag kaum erwarten. Einfach ein grandioses Thema und dann noch ein grandioser Karsten. Top 👍

    E-mail ist raus 😉

    • Ja, das mit den Glasscheiben ist ein Problem. Werde es als Thema aufnehmen. 🙂

  3. Christoan

    Hallo Karsten, natürlich bin ich an deinen Buch Nachtfotografie interessiert. Bin gerade über dein Buch fotoschule kompakt, habe schon etliches umgesetzt, ist auch sehr verständlich geschrieben

    • Schön, das alles. 🙂
      Ich gebe ja auch mein Bestes in die Bücher. 🙂

  4. Brigitte

    Mein Wunschthema! Großartiger Einstieg, der neugierig macht.
    Grüße

  5. Carsten Möller

    Der Einstieg ist schon mal sehr gelungen. Macht also Lust auf mehr. Bin mal gespannt wenn es in die Tiefe geht. Habe ja gerade den Nachtfotografie-Kurs mit dir gemacht. War sehr gut. Nur ging die Zeit zu schnell vorbei. Gibt sicher noch das eine oder andere was man noch wissen sollte. Also bis demnächst und immer schön neugierig bleiben.

    Gruß Carsten!

    • Ja, so ist das mit den Workshops: Irgendwann ist die Zeit vorbei. Aber du hast alles gelernt, was es zu lernen gab. Was noch fehlt ist, das alles auf verschiedene Motive anzupassen. Das lernst du aber, wenn du es einfach machst. Also raus mit dir! 🙂

  6. Bärbel

    Nachtfotografie war auch mein Wunschthema. Habe schon etliche Versuche gestartet, leider ohne großen Erfolg. Ich freue mich schon auf deinen nächsten Beitrag.

    Viele Grüße
    Bärbel

  7. Michael Mogus

    Hallo Karsten, wieder ein prima Thema. Ich glaube bei der Nachtfotografie waren meine ersten Versuche bei den Buckingham Fountain in Chicago. Allerdings ist das schon über dreißig Jahre her und auf Negativfilm gewesen. Ich bin aber noch heute stolz darauf, denn die Bilder hängen noch heute teilweise bei der Verwandtschaft. Bei uns in der Stadt hab ich auch schon Nachtbilder gemacht. Gruss Michael

    • Danke. 🙂
      Hey, was gut war, bleibt gut. 🙂

  8. Rita R.

    Hi Karsten, das ist auch mein Favoritenthema, Nachtfotographie finde ich einfach faszinierend und super spannend. Durch die Fotos ist das Interesse noch mehr gewachsen und ich bin schon echt neugierig, was uns alles erwartet. Super! Vielleicht schaffe ich es mal einen solchen Workshop bei dir in Hamm mit zu machen.
    Mit besten Grüßen aus Witten 😊

    • Na, sooo weit hast du es ja nicht… 🙂
      Im Herbst wird es auch einige in anderen Städten geben, wart’s ab. 😉

  9. Sigrid van bernum

    Hallo Karsten,

    das ist für mich ein interessantes Thema “Nachtfotografie”.
    Bin schon auf die nächste Mail gespannt, die ich gleich öffne.

    Schöne Grüße,
    Sigrid

    • Und heute kommt schon wieder der neue Newsletter mit dem nächsten Teil über Nachtfotografie! 🙂
      Viel Spaß beim Lesen.

  10. Wolfgang

    Ich freu mich auf die nächsten Erklärungen und Hinweise

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